Tipps für einen erfolgreichen Antrag auf Schwerbehinderung

Sie möchten aufgrund einer schweren chronischen Krankheit oder einer bzw. mehrerer Behinderungen einen Schwerbehindertenausweis beantragen? Dann geben wir Ihnen im Folgenden einige Tipps für Ihren Antrag auf Schwerbehinderung an die Hand, die diesen einfacher gestalten sowie beschleunigen.

  • Für die Anerkennung einer Schwerbehinderung ist es zunächst notwendig, den „Grad der Behinderung“ (GdB) festzustellen. Dies übernimmt das örtliche Versorgungsamt bzw. das Amt für soziale Angelegenheiten, wo Sie Ihren Antrag einreichen. Beachten Sie, dass sich von Bundesland zu Bundesland die Anträge unterscheiden – bitte suchen Sie sich, falls Sie die Beantragung online vornehmen, das passende Antragsformular im Internet heraus.
  • Das Ausfüllen und Abschicken des Antrags per Computer bietet sich insbesondere dann an, wenn es aus gesundheitlichen Gründen schnell gehen muss mit der amtlichen Anerkennung der Erkrankung. Etwa, wenn Sie auf die Hilfe durch andere Menschen angewiesen sind oder finanzielle Vergünstigungen benötigen.
  • Bevor Sie loslegen sollten Sie noch wissen, dass Sie ihren Wohnsitz, ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihren Arbeitsplatz in Deutschland haben müssen – eine deutsche Staatsbürgerschaft ist hingegen nicht erforderlich.
  • Falls Sie eine eingehende Beratung für den Antrag auf Schwerbehinderung wünschen: Vereinbaren Sie einen Termin mit einem Mitarbeiter beim Versorgungsamt. Er kann mit Ihnen Punkt für Punkt das Formular durchgehen. Bei den Sozialstationen von Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen erhalten Sie ebenfalls Informationen für Ihren Antrag auf Schwerbehinderung. Zudem können Sie sich an die Pflegestützpunkte wie auch an die Sozialverbände – etwa VdK – und die Schwerbehindertenvertretungen für Tipps wenden. Gerne können Sie dafür jederzeit auch die Dienste unserer unabhängigen Pflegeberatung in Anspruch nehmen.
Unabhängige Pflegeberatung erhalten
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um alle Fragen auf dem Antragsformular gründlich und umfassend zu beantworten. Je mehr Informationen Sie geben und je klarer Sie Ihre Situation schildern, desto besser kann sich der Gutachter ein Bild von Ihrer Erkrankung und den Umständen machen.
  • Legen Sie die Befunde und Gutachten der behandelnden Ärzte mit dem jeweiligen Behandlungszeitraum, den Namen und Adressen dem Antrag direkt bei. Das Amt fordert üblicherweise alle notwendigen Unterlagen von den beteiligten Ärzten an – aber das kostet zusätzlich Zeit.
  • In den Antrag gehört alles, was Sie im täglichen Leben behindert: Das kann neben einer Gehbehinderung (siehe Merkzeichen GMerkzeichen aG) auch eine Sehschwäche sein. Reichen Sie daher nicht nur Dokumente zu Ihrer Hauptbehinderung ein.
  • Denken Sie daran, dass Sie auch Bescheinigungen über Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte (Entlassungsberichte), EKG-/Laborberichte oder ähnliche Nachweise beilegen, außerdem bereits bestehende amtliche Gutachten, wie von der Kranken-/Pflegekasse, dem Bezirksamt, den Rententrägern und der Agentur für Arbeit. Wichtig ist auch die Dokumentation über bereits gestellte Anträge bei den verschiedenen sozialen Leistungsträgern – hier bitte den Namen der zuständigen Behörde und das Geschäftszeichen des Antrags angeben. Wenn Sie seit Ihrer Jugend eine Behinderung haben, sind auch Name und Anschrift der Sonder- oder Förderschule und der besuchten Werkstätten für Menschen mit Behinderungen von Wichtigkeit.
  • Versenden Sie keine Dokumente im Original, sondern nur Kopien – sollten die verloren gehen, können Sie schnell für Ersatz sorgen.

Weitere Tipps für einen erfolgreichen Antrag auf Schwerbehinderung?

Rufen Sie uns an und nutzen Sie unsere kostenlose Telefon-Beratung

  • Es ist auf jeden Fall erforderlich, dass Sie Ihren Arzt schriftlich von seiner Schweigepflicht entbinden. Am besten informieren Sie sich gleich beim Versorgungsamt, ob es geeignete Vordrucke gibt, die Sie hierzu verwenden können. Oftmals liegt den Antragsformularen zudem eine Erklärung bei, mit der Sie zustimmen, dass das Amt Kontakt zu Ärzten und anderen Stellen aufnehmen darf, um über Ihr Anliegen zu entscheiden.
  • Bitten Sie Ihren Arzt, in seinen Berichten nicht nur ihre Erkrankungen aufzuführen, sondern auch näher zu beschreiben, welche Einschränkungen sie dadurch haben. Dies trägt maßgeblich zur entsprechenden Einstufung des GdB bei. Es empfiehlt sich, von Beginn an den Arzt genau in Kenntnis über Ihren Antrag auf Schwerbehinderung zu setzen. Zuweilen wird er wegen Rückfragen vom Amt kontaktiert und ist dann vorbereitet, um Auskünfte zu geben.
  • Sie können Ihren einzureichenden Unterlagen ein Lichtbild von sich beilegen, das später auf die Vorderseite des Schwerbehindertenausweises gedruckt wird. Diesen erhalten Sie jedoch nur, wenn Ihnen tatsächlich ein GdB von mindestens 50 zuerkannt wird.
  • Machen Sie vom ausgefüllten Antrag eine Kopie, damit Sie auch nach einigen Wochen noch wissen, was Sie geschrieben haben – falls Rückfragen des Amtes kommen.
  • Es ist möglich, dass eine andere Person die Beantragung für Sie übernimmt: Bei Jugendlichen unter 15 Jahren unterschreiben beide Erziehungsberechtigten das ausgefüllte Formular, bei anderen bevollmächtigten Personen benötigt das Versorgungsamt den vollständigen Namen sowie die Adresse und Telefonnummer. Ebenso darf ein offizieller Betreuer in Ihrem Namen handeln, wenn er eine Kopie seiner Betreuungsurkunde beilegt. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versorgungsamt, in welcher Form die Vollmacht gewünscht ist.

Sie brauchen noch mehr Tipps für Ihren Antrag auf Schwerbehinderung? Kontaktieren Sie unser Team für ein kostenloses Erstgespräch.