Alles zum Thema GdB Tabelle

Die GdB Tabelle ist ein elementarer Bestandteil der „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“. Anhand der GdB Tabelle wird auf Grundlage der körperlichen und psychischen Einschränkungen einer Person der individuelle „Grad der Behinderung“ (GdB) erfasst. Erfahren Sie hier, wie die GdB Tabelle funktioniert und welche Einschränkungen in ihr erfasst werden.

Der GdB Antrag

Ihren Antrag auf Feststellung eines „Grads der Behinderung“ (GdB) reichen Sie beim Versorgungsamt ein. Bei erwerbstätigen Behinderten muss die Entscheidung innerhalb von drei Wochen nach Eingang des Antrags ergehen – wenn nur nach Aktenlage entschieden werden kann, also keine weiteren Gutachten notwendig sind. Häufig zieht sich das Verfahren jedoch länger hin –  stellen Sie sich auf eine Bearbeitungszeit von ungefähr drei Monaten ein.

Der Bescheid, den Sie dann vom Amt erhalten, fußt auf den „Versorgungsmedizinischen Grundsätzen“ („Versorgungsmedizin-Verordnung mit den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen“- VersMedV).

Die Versorgunsmedizinischen Grundsätze

Seit Januar 2009 haben die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ die bis dato gültigen „Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht“ (AHP) abgelöst, die in Rechtssprechung und Literatur wiederholt kritisiert worden waren. Es gab für sie auch keine gesetzliche Grundlage, dennoch wurden sie allgemein in der Jurisdiktion angewandt.

Ohne die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“, die seitdem gelten, geht im Schwerbehindertenrecht und im sozialen Entschädigungsrecht gar nichts. Es handelt sich dabei nicht um starre Regeln, die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ wurden und werden weiterhin entsprechend dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft und versorgungsmedizinischer Erfordernisse fortentwickelt. Den Gutachtern dienen sie als Richtlinie und Grundlage für die Bewertung der verschiedenen Auswirkungen von gesundheitlichen Beeinträchtigungen unter besonderer Berücksichtigung ihres Zusammenwirkens.

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Die GdB Tabelle

Zu einem ganz wesentlichen Teil bestehen die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ aus der GdB Tabelle. Diese findet sich in Abschnitt B und heißt auch GdS Tabelle. Die Abkürzung GdS steht für „Grad der Schädigungsfolgen“ und ist gleichbedeutend mit dem früheren Begriff „Minderung der Erwerbsfähigkeit“ (MdE). „Der Grad der Schädigungsfolgen“ (GdS) und der „Grad der Behinderung“ (GdB) unterscheiden sich inhaltlich nicht und werden nach den gleichen Grundsätzen bemessen. Es ist lediglich eine terminologische Differenzierung: Im Schwerbehindertenrecht spricht man vom „Grad der Behinderung“ und somit von der GdB Tabelle. Im sozialen Entschädigungsrecht verwendet man hingegegen den Begriff „Grad der Schädigungsfolgen“, daher GdS Tabelle.

Es handelt sich dabei um eine Liste von medizinischen Befunden und Krankheiten, denen jeweils ein „Grad der Behinderung“ beziehungsweise ein „Grad der Schädigungsfolgen“ zugewiesen ist. Der GdB wird in Zehnergraden angegeben, der niedrigste liegt bei 20 und der höchste bei 100.

Gdb Tabelle und Pflegegrad

Auch wenn dem Grad der Behinderung und den Pflegegraden unterschiedliche Sozialgesetzbücher und damit auch unterschiedliche Berechnungsgrundlagen zugrunde liegen, gibt es einige mögliche Berührungspunkte zwischen den beiden Themenkomplexen. So besitzen Personen, die auf Grundlage der GdB Tabelle einen Grad der Behinderung erreichen, das Potenzial auch in einen Pflegegrad eingestuft zu werden. Dies begründet sich aus dem teilweise hohen Pflegebedarf, den Personen aufgrund ihrer körperlichen und geistigen Einschränkungen haben.

In jedem Fall sollte die Möglichkeit eines Antrags auf Pflegeleistungen geprüft werden, da Sie nur so Ihren Anspruch auf Pflegeleistungen wahrnehmen können. Diese können dazu genutzt werden, dem Betroffenen die bestmögliche Pflege zu ermöglichen, etwa durch einen ambulanten Pflegedienst oder die Unterbringung in einem Pflegeheim.

Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

Welche Beeinträchtigungen in der GdB Tabelle erfasst werden

In der GdB Tabelle (auch Behinderungsgrad Tabelle) ist jeder Teil des Körpers erfasst, beginnend mit Kopf und Gesicht bis hin zu den Haltungs- und Bewegungsorganen. Berücksichtigt werden ebenfalls Nervensystem und Psyche sowie rheumatische Krankheiten. Denn unter Umständen wird auch eine chronische Erkrankung wie Rheuma als Behinderung anerkannt. Daneben können beispielsweise Asthma, Diabetes und schmerzhafte Rückenleiden als Behinderung geltend gemacht werden. Dies ist der Fall, wenn der Betroffene mindestens einmal pro Quartal wegen derselben Erkrankung auf ärztliche Behandlung angewiesen ist oder sich in permanenter Behandlung befindet, da sich sich die Erkrankung sonst verschlimmern würde.

Ein ebenfalls „unsichtbares Leiden“ ist die psychische und seelische Behinderung, die anhand der Behinderungsgrad Tabelle ermittelt wird. Diese Art von Beeinträchtigung wird häufig unterschätzt, doch jährlich gehen allein 75.000 Menschen wegen einer schweren psychischen Erkrankung vorzeitig in Rente. Unter Punkt 3 finden sich in der GdB Tabelle VdK unter anderem Psychosen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Folgen psychischer Traumata, die zum Beispiel Angstzustände und Phobien, Zwangsstörungen, Depressionen und soziale Anpassungsschwierigkeiten nach sich ziehen können. Suchtkrankheiten wie Drogen- oder Alkoholabhängigkeit und deren Auswirkungen werden ebenfalls als Ursache einer Behinderung im Einzelfall anerkannt. Zur Beurteilung der Beeinträchtigung wird in der Regel ein psychiatrisches Gutachten herangezogen.

Fragen zu den verschiedenen Beeinträchtigungen?

Nicht alle Erkrankungen sind in der GdB Tabelle aufgeführt

Bei Feststellung des Grades der Behinderung mittels der GdB Tabelle werden nur solche Beeinträchtigungen berücksichtigt, die für sich allein einen GdB von mindestens 10 ausmachen würden. Bei der Beurteilung des Gesamt-GdB wird in der Regel vom höchsten Einzel-GdB ausgegangen. Dann wird im Hinblick auf alle weiteren Funktionsbeeinträchtigungen geprüft, ob das Ausmaß der Behinderung sich dadurch tatsächlich vergrößert.

Für die Gutachter ist es nicht einfach, die Symptome und Funktionseinschränkungen jedem einzelnen Fall entsprechend zuzuordnen und zu gewichten. Überdies kommt es vor, dass Erkrankungen in der GdB Tabelle gar nicht gelistet sind. Denn die Anzahl der dort aufgeführten Befunde und medizinischen Diagnosen ist begrenzt. Eine Einstufung geschieht dann analog zu Erkrankungen, die in etwa eine entsprechende Symptomatik und ähnliche Auswirkungen haben. Daher ist es wichtig, dass Sie auf Ihrem Antrag auf Feststellung eines „Grads der Behinderung“ (GdB) alle Fragen genau und umfassend beantworten. Je mehr Informationen Sie geben und je klarer Sie formulieren, desto besser kann sich der Gutachter ein Bild von Ihrer Erkrankung sowie Ihrer Situation machen.

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Das Prozedere der Bearbeitung Ihres Antrages sieht so aus, dass zunächst sozialmedizinisch ausgebildete Ärzte Ihre Unterlagen begutachten. Das Ergebnis wird dann dem ärztlichen Dienst zugeleitet, der entscheidet, ob eine Einstufung anhand dieser Befunde möglich ist, oder ob noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden müssen. Am Ende des Verfahrens erhalten Sie einen „rechtsmittelfähigen Bescheid“ über den Grad Ihrer Behinderung. Wenn Sie damit nicht einverstanden sein sollten – sei es, dass Ihr Antrag abgelehnt wurde oder dass Sie sich falsch eingestuft fühlen – haben Sie ein Recht auf Akteneinsicht und können eventuell Widerspruch gegen den Entscheid einlegen. Es empfiehlt sich, dass Sie sich bereits bei Antragstellung einen Profi an die Seite holen, der die Sachlage gut kennt. Schließlich geht es bei der Einstufung des GdB um relevante Dinge wie Kündigungsschutz und Rentenansprüche, das kann für Ihr Leben große Konsequenzen haben.

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie offene Fragen zu den Themen GdB Tabelle respektive „Versorgungsmedizinische Grundsätze“ haben. Darüber hinaus können wir Sie umfangreich zu den Themen Pflegegrad und Pflegeleistungen beraten. Sie erreichen uns telefonisch oder über unser Kontaktformular. Unsere Pflegeexperten freuen sich auf Ihren Anruf!

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