Pflegepauschbetrag – Steuervorteil für pflegende Angehörige

Bei dem Pflegepauschbetrag handelt es sich um einen Freibetrag, der Menschen, die sich um einen oder mehrere pflegebedürftige Angehörige kümmern, bei der Einkommens- und Lohnsteuer eingeräumt wird. Momentan liegt dieser Freibetrag bei 924 Euro im Jahr. Dieser Steuervorteil soll dafür sorgen, dass pflegende Angehörige für einen Teil des finanziellen Aufwandes, der ihnen durch Einkäufe, Fahrten zum Arzt oder andere Leistungen entsteht, zumindest teilweise entschädigt werden.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, die ich erfüllen muss, um den Pflegepauschbetrag bewilligt zu bekommen?

Ja, für die den Pflegepauschbetrag vom Finanzamt bewilligt zu bekommen, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen.

  • Sie dürfen für die Pflege keine finanzielle oder materielle Vergütung erhalten. Nur eine unentgeltliche Pflegeleistung erfüllt die Voraussetzungen.
  • Die Pflege muss in der häuslichen Umgebung durchgeführt werden. Ob die Betreuung in der Wohnung des Pflegebedürftigen oder der pflegenden Person stattfindet, macht hier allerdings keinen Unterschied.
  • Sie müssen mit dem Pflegebedürftigen entweder verwandt sein oder anderweitig in enger Beziehung stehen. Nur Angehörige oder Freunde können die steuerliche Vergünstigung vom Finanzamt bewilligt bekommen.
  • Der Pflegebedürftige muss entweder Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 haben, also als schwer hilfsbedürftig gelten, oder in Besitz eines Behindertenausweises mit den Kennzeichnungen „Bl“ (für blind oder hochgradig sehbehindert) oder „H“ (für hilflos) sein.

Nur wenn all diese Anforderungen nachweislich erfüllt sind, kann die Bewilligung des Pflegepauschbetrags durch das Finanzamt erfolgen.

Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

Welche Nachweise werden vom Finanzamt benötigt?

Es gibt verschiedene Nachweise, die Sie erbringen müssen. Unter anderem müssen Sie Ihre Pflegetätigkeit dem Finanzamt gegenüber glaubhaft machen. Dafür reicht meist das Vorliegen einer Vorsorgevollmacht aus. Falls Sie zusätzliche Information zur Vorsorgevollmacht benötigen, setzen Sie sich mit unseren Mitarbeitern von Dr. Weigl & Partner in Verbindung.

Einen weiteren Nachweis, den Sie gegenüber dem Finanzamt erbringen müssen, ist, dass der Pflegebedürftige von der Pflegekasse in Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 eingestuft wurde beziehungsweise als hilflos oder sehbehindert gilt (also die entsprechenden Kennzeichnungen im Behindertenausweis zu finden sind).

Letztendendes müssen Sie nachweisen, dass Sie keine Form der Bezahlung für die Pflegetätigkeit erhalten, denn nur wenn diese Leistungen unentgeltlich erbracht werden, können Sie den Pflegepauschbetrag in Ihrer Einkommenssteuererklärung eintragen.

Hat der Zeitraum, in dem die Pflegeleistungen erbracht werden, einen Einfluss auf die Bewilligung oder die Höhe des Pflegepauschbetrags?

Nein, es ist egal ob Sie die Pflegeleistungen innerhalb eines kurzen Zeitraums oder über das ganze Jahr hinweg erbracht haben. Die Anerkennung durch das Finanzamt wird davon nicht beeinflusst. Die Höhe des Betrags beträgt immer 924 Euro pro gepflegter Person und ist somit nicht nur unabhängig vom Zeitraum, in dem die Leistungen erbracht worden sind, sondern auch von ihren tatsächlichen Ausgaben. Wenn Sie also weniger als 924 Euro für diese Leistungen investiert haben, können Sie die den vollen Betrag bei Ihrer jährlichen Steuererklärung angerechnet bekommen.

Eine Übersicht der Pflegeleistungen

Wo gebe ich den Pflegepauschbetrag an und was muss ich sonst noch bei der Einkommenserklärung beachten?

Der Pflegepauschbetrag für die Betreuung eines hilfsbedürftigen Menschen muss unter dem Punkt „außergewöhnliche Belastungen“ im sogenannten Mantelbogen Ihrer Einkommenserklärung eingetragen werden (Zeile 65 und 66). Ein Nachweis für die unentgeltliche Pflege ist an dieser Stelle nicht notwendig.

Falls Ihre jährlichen Ausgaben für die Pflege eines Hilfsbedürftigen über dem festgesetzten Pflegepauschbetrag von 924 Euro liegen, haben Sie die Möglichkeit, ihre tatsächlichen Ausgaben unter dem Punkt „andere außergewöhnliche Belastungen“ im gleichen Formular anzugeben. Hierzu zählen unter anderem Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim, Aufwendungen wegen Pflegebedürftigkeit oder Behinderung sowie die Aufwendungen für die Pflege eines Angehörigen. Wenn Sie diese Ausgaben als außergewöhnlichen Belastungen im Mantelbogen angeben, verlieren Sie allerdings Ihren Anspruch auf den Pflegepauschbetrag, da Sie nicht mehr alle Voraussetzungen (zum Beispiel, dass die Pflege in der häuslichen Umgebung oder von Ihnen selbst durchgeführt wird) erfüllen.

Anders als beim Pflegepauschbetrag muss hier auch die Höhe Ihres tatsächlichen finanziellen Aufwandes anhand von Rechnungen und Quittungen nachgewiesen werden, wenn sie diese als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen möchten. Diese Alternative zum Pflegepauschbetrag ist mit viel Arbeit verbunden und nur sinnvoll, wenn Sie den Freibetrag von 924 Euro deutlich überschreiten.

Was passiert, wenn ich mich nicht alleine um den Pflegebedürftigen kümmere?

Falls Sie sich nicht allein um den Pflegebedürftigen kümmern, sondern sich die Arbeit mit einer zweiten Person teilen, wird der Pflegepauschbetrag zu gleichen Teilen unter Ihnen aufgeteilt, sie können also lediglich einen Freibetrag von 462 Euro pro Person geltend machen. Falls Sie sich jedoch um zwei pflegebedürftige Personen kümmern, können Sie den Pflegepauschbetrag zwei Mal angeben.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich weitere Fragen habe?

Der erste Ansprechpartner, wenn es um den Pflegepauschbetrag geht, ist für die meisten Menschen wahrscheinlich erstmal das Finanzamt. Das Problem ist hier jedoch, dass Sie hier nicht unbedingt an jemanden geraten, der sich genau mit diesem Thema bestens auskennt.

Aus diesem Grund sollten Sie sich die Hilfe eines unabhängigen Pflegeberaters suchen, der sich nicht nur sehr gut mit diesem Thema auskennt, sondern sich auch die Zeit nehmen kann, sich mit Ihrem persönlichen Fall auseinanderzusetzen.

Mit Dr. Weigl und Partner sind Sie hier an der richtigen Adresse. Unsere Mitarbeiter sind Experten in allem Bereichen, die sich um das Thema Pflege drehen. Im Gegensatz zum Finanzamt bekommen Sie von uns einen festen Ansprechpartner zur Seite gestellt. Ihr persönlicher Pflegeberater kann Ihnen zunächst einmal bei der Entscheidung helfen, ob es für Sie sinnvoller ist, den Pflegepauschbetrag geltend zu machen oder aber Ihre detaillierten Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen anzugeben. Falls letzteres der Fall ist, müssen Sie sicherstellen, dass Sie alle Quittungen und Rechnungen vorliegen haben, da Sie diese als Nachweise für Ihre Ausgaben benötigen. Sollten Sie diese nicht vollständig zur Hand haben, können unsere Mitarbeiter Ihnen dabei helfen, Kopien der fehlenden Rechnungen und Quittungen, wenn möglich, erneut anzufordern.

Dr. Weigl und Partner – Beratung zum Pflegepauschbetrag von unabhängigen Experten

Wie bereits erwähnt, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, um den Pflegepauschbetrag als Freibetrag in der Einkommenssteuererklärung geltend machen zu können. Jedoch ist es manchmal schwierig, die erforderlichen Nachweise zu erbringen. Falls Sie ein Angehöriger des Hilfsbedürftigen sind, um den Sie sich kümmern, sollte dies kein Problem sein, jedoch haben auch enge Freunde die Möglichkeit, diesen Freibetrag gewährt zu bekommen und einen Nachweis für eine enge freundschaftliche Beziehung zu erbringen ist oft deutlich schwieriger. Auch ein Nachweis für eine Tätigkeit, für man eine Vergütung erhält, ist durch Zahlungsnachweise einfacher, als eine unentgeltliche Tätigkeit nachzuweisen. Jedoch wird genau Letzteres benötigt, um alle Anforderungen zu erfüllen. Unsere Mitarbeiter von Dr. Weigl und Partner können Ihnen dabei helfen, diese Nachweise zusammenzustellen.

Falls Sie weitere Fragen zum Thema Pflegepauschbetrag haben oder nicht genau wissen, wie Sie die Nachweise für das Finanzamt erbringen, um diesen Freibetrag bei der Einkommenssteuererklärung geltend machen zu können, kontaktieren Sie uns!

Unser Team berät Sie gerne kostenlos und unverbindlich zum Thema Pflegepauschbetrag oder auch bei allen anderen Themen der Pflege