Was Sie beim Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis beachten müssen

Verfügen Sie über einen „Grad der Behinderung (GDB)“ von mindestens 50, können Sie einen Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis stellen. Dieser gewährt Ihnen einige verschiedene Rechte und Vergünstigungen. Erfahren Sie hier, worauf Sie bei Ihrem Schwerbehindertenausweis Antrag achten müssen.

Der Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis

Um einen Schwerbehindertenausweis zu erhalten, müssen Sie zunächst einen Antrag auf Feststellung des „Grades der Behinderung“ (GdB) stellen. Beachten Sie dabei, dass die Antragstellung auf Schwerbehinderung bundesweit nicht einheitlich geregelt ist. In einigen Bundesländern gibt es zentrale Versorgungsämter, in anderen übernehmen kommunale Ämter diese Aufgabe. Die jeweilige Adresse erfahren Sie beim Bürgeramt der Stadt, in der Sie ansässig bzw. gemeldet sind. Es ist auch möglich, dass Sie das Antragsformular einfach im Internet downloaden.

Voraussetzung für den Erhalt eines Schwerbehindertenausweises ist neben einem GdB von mindestens 50, dass Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihren Arbeitsplatz in Deutschland haben. Bis Sie eine Antwort vom Versorgungsamt erhalten, müssen Sie sich etwas gedulden. Denn im Schnitt braucht die Bearbeitung Ihres Antrags – inklusive der Überprüfung Ihrer Angaben durch sozialmedizinisch ausgebildete Gutachter – drei Monate. Ihr Schwerbehindertenausweis Antrag geht möglicherweise etwas schneller und führt zu einer richtigen Einstufung, wenn Sie folgende Punkte beachten:

  • Nehmen Sie sich für den Schwerbehindertenausweis Antrag am besten ausreichend Zeit, um alle Fragen auf dem Dokument gründlich und umfassend zu beantworten. Je mehr Informationen Sie geben und je klarer Sie formulieren, desto besser kann sich der Gutachter ein Bild von Ihrer Erkrankung sowie Ihrer Situation machen. Sie können ankreuzen, welche Merkzeichen auf Sie zutreffen, müssen das aber nicht – sie dienen nur als Anhaltspunkte. Letztlich entscheidet der Gutachter über die Merkzeichen, die Ihnen zustehen.
  • Lassen Sie sich gegebenenfalls beim Ausfüllen des Antrags helfen. Entweder von Mitarbeitern des Versorgungsamtes oder von einer kundigen Person, die Sie bei den Sozialstationen von Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen finden. Die Pflegestützpunkte, wie auch die Sozialverbände – etwa VdK – und die Schwerbehindertenvertretungen sind ebenfalls dafür zuständig. Wenn Ihrem ersten Schwerbehindertenausweis Antrag nicht stattgegeben werden sollte, müssen Sie unter Umständen Widerspruch einlegen. Es lohnt sich, gleich von Anfang an die Weichen richtig zu stellen.
  • Legen Sie Ihre Befunde dem Antrag direkt bei und reichen Sie sie nicht erst bei Aufforderung des Amtes nach. Das kostet nur Zeit. Versenden Sie jedoch keine Originale, sondern nur Kopien – sollten die verloren gehen, können Sie schnell für Ersatz sorgen. Sie sind übrigens nicht verpflichtet dem Antrag Unterlagen wie aktuelle Atteste, Röntgenbilder, Laborbefunde usw. beizulegen. Sie tragen jedoch dazu bei, dass der Gutachter eingehend über Ihre Situation informiert ist. Das ist nur zu Ihrem Vorteil.
  • Bitten Sie Ihren Arzt, in seinen Berichten nicht nur ihre Krankheiten (Psychische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.)  und Behinderungen aufzuführen, sondern auch zu beschreiben, welche Einschränkungen sie dadurch haben. Dies trägt maßgeblich zur entsprechenden Einstufung des GdB bei. Es empfiehlt sich, von Beginn an den Arzt genau in Kenntnis über Ihren Antrag für einen Schwerbehindertenausweis zu setzen. Zuweilen wird er wegen Rückfragen vom Amt kontaktiert und ist dann darauf vorbereitet, entsprechend Auskünfte geben.
  • Damit Ihr Arzt gegenüber dem Gutachter Auskünfte erteilen darf, müssen Sie eine Schweigepflichtentbindung ausfüllen.
  • Bereits beim Antrag auf Feststellung des GdB können Sie ein Lichtbild von sich beilegen, das später auf die Vorderseite des Schwerbehindertenausweises gedruckt wird. Diesen erhalten Sie jedoch nur, wenn Ihnen ein GdB von mindestens 50 zuerkannt wird.
  • Machen Sie vom ausgefüllten Antrag eine Kopie, damit Sie auch nach einigen Wochen noch wissen, was Sie geschrieben haben – falls Rückfragen des Amtes kommen.
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Ein Antrag für einen Schwerbehindertenausweis bringt eine Reihe von Erleichterungen im Alltag

Die Ausstellung des Schwerbehindertenausweises erfolgt automatisch, wenn bei Ihnen ein GdB von 50 oder höher festgestellt worden ist. Generell bringt Ihnen der Ausweis eine Reihe von Erleichterungen und Vorteilen: Sie erhalten nicht nur finanzielle Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr und bei Theater- und Museenbesuchen, sondern genießen auch besondere Rechte im Berufsleben, beim Rentenanspruch und bei der Pflegeversicherung.

Ein Tipp: Wenn es absehbar ist, dass Sie mit einer Behinderung, dauerhaften Erkrankung oder Beeinträchtigung leben müssen, sollte so bald wie möglich ein Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis gestellt werden. Dies kann beispielsweise nach einem Unfall oder schwerem Sturz der Fall sein – die Ärzte und Mitarbeiter in Krankenhäusern oder Rehakliniken können recht gut abschätzen, ob eine Antragstellung Erfolg haben wird.

Halten Sie den Ausweis zum ersten Mal in den Händen, werden Sie erstaunt über sein praktisches Format sein – er hat die Größe einer Scheckkarte und passt somit in jedes Portemonnaie. Ebenso wie die Gesundheits- oder Bankkarte ist er aus Plastik und zeigt sich so resistenter gegen Abnutzung. Seit dem Jahre 2015 wird er von allen Bundesländern ausgegeben. Die vorherige Version war größer und aus Papier. Die Informationen, die auf dem neueren Schwerbehindertenausweis zu finden sind, entsprechen ebenso wie die orange-grüne Farbgebung denen des alten Dokuments. Wie bisher ist der Ausweisinhaber auf einem Passfoto abgebildet, das sich auf der linken vorderen Seite des Ausweises befindet. Neben dem Foto sind Name, Geschäftszeichen, Gültigkeit und gegebenenfalls die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson vermerkt.

Auf der Rückseite befinden sich Angaben zur Behinderungsart sowie die Merkzeichen, beispielsweise „Merkzeichen G“ für „erheblich beeinträchtigt in der Bewegungsfähigkeit“ oder „Merkzeichen Gl“ für „Gehörlos“. Überdies ist dort der Grad der Behinderung, Name und Geburtsdatum des Inhabers, die ausstellende Behörde und nochmals das Geschäftszeichen vermerkt.

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Wie Sie Ihren Schwerbehindertenausweis Antrag rückgängig machen können

Noch einiges Wissenswertes rund um den Schwerbehindertenausweis: Die Ausstellung ist für Sie kostenlos. Der Ausweis ist nur in Deutschland gültig und er ist auf längstens fünf Jahre befristet. Es gibt Phasen im Leben, wo ein Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis sich für Sie nicht so günstig auswirken könnte. Etwa, wenn Sie gerade auf Jobsuche sind. Denn leider ist nicht jeder Arbeitgeber behinderten Menschen gegenüber aufgeschlossen. In Personalbögen kann danach gefragt werden, ob ein solcher Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis gestellt worden ist und Sie sind verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.

Ein Tipp: Warten Sie mit Ihrem Antrag, bis die Probezeit vorbei ist.

Falls Sie nach einiger Zeit merken, dass der Besitz des Ausweises für Sie mehr Nachteile als Vorteile hat, können Sie ihn auch wieder abgeben. Dafür einfach bei einem Neuantrag die Fragen nach den Behinderungen nicht beantworten – dann erhalten Sie einen GdB von „O“ und Ihr Ausweis wird eingezogen. Jederzeit können Sie erneut einen Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis stellen.

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