GdB – Übersicht zu allen Staffelungen

Für die amtliche Feststellung einer Behinderung ermitteln die Gutachter des Versorgungsamtes den sogenannten „Grad der Behinderung“ (GdB). Dabei wird jede einzelne Funktionseinschränkung bewertet. Der Gesamt-GdB einer Person ergibt sich aus den einzelnen GdB-Werten, die aber nicht einfach zusammengerechnet werden. Entscheidend sind vielmehr die Auswirkungen der einzelnen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen zueinander. Der GdB wird in Zehnerschritten gestaffelt, beginnend mit 20 als dem niedrigsten Grad und 100 als dem höchsten.

Im Folgenden geben wir Ihnen hier eine GdB Übersicht, beginnend mit einem GdB von 10. Zu den einzelnen GdBs führen wir einige Beispiele von Krankheiten an, wie Sie auch in der GdB Tabelle gelistet sind.

Die „Grad der Behinderung“-Übersicht zeigt eine Staffelung von Vergünstigungen und Ausgleichen

GdB von 10

Leichte Gesundheitsstörungen mit nur einem GdB von 10 führen grundsätzlich nicht zu einer Verstärkung der Gesamtbeeinträchtigung. Das gilt nach dem BSG auch, wenn mehrere leichte Gesundheitsstörungen vorliegen. Es ist also möglich, dass man viele Einzelwerte von 10 hat, die alle bei der Bildung des Gesamt-GdB außer Acht zu lassen sind.

Mit einem GdB von 10 bewertet werden:

  • Linsenverlust eines Auges (Sehschärfe 0,1 bis weniger als 0,4)
  • Blasenbildende Hautkrankheiten (bei begrenztem Haut- und Schleimhautbefall mit geringer Ausdehnung)

GdB von 20

Ab einem GdB von 20 gilt man als behinderter Mensch – doch beachten Sie bitte, dass bei Behinderungen mit diesem Grad oder darunter kein besonderer rechtlicher Schutz besteht.

Ab einem GdB von 25 dürfen Sie einen jährlichen Pflegepauschbetrag von 310 Euro in Anspruch nehmen. Sie müssen somit weniger Einkommens-Steuer zahlen. Das Besondere daran: Ob Sie tatsächlich niedrigere Kosten hatten, spielt keine Rolle. In der Einkommensteuererklärung darf die volle Pauschale angesetzt werden.

Mit einem GdB von 20 bewertet werden gesundheitliche Beeinträchtigungen wie diese:

  • Naevus (geringe Pigmentstörungen an Händen und/oder Gesicht)
  • Entzündlich-rheumatische Krankheiten mit leichten Beschwerden

Schwierig wird es, wenn neben der führenden Funktionseinschränkung eine oder mehrere Gesundheitsstörungen mit einem GdB von mindestens 20 vorliegen.
Das BSG hat hier einen Grundsatz aufgestellt: Danach erhöhen Einzel-GdBs von wenigstens 20 den Gesamt-GdB nicht immer um wenigstens 10 Punkte. Wenn es weitere Gesundheitseinschränkungen gibt, erhöhen diese also den Gesamt-GdB nicht automatisch.

Unabhängige Pflegeberatung erhalten

GdB von 30

Personen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 30 können im beruflichen Bereich von einzelnen Vorteilen einer anerkannten Schwerbehinderung profitieren. Sprich: Sie werden mit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt. Laut Gesetz gilt das, wenn jemand aufgrund seiner Behinderung ohne die Gleichstellung keinen geeigneten Arbeitsplatz bekommen oder behalten kann. Voraussetzung: Es muss ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegen. Die relevante Arbeitsstelle muss jedoch einen Umfang von mindestens 18 Stunden in der Woche haben. Auch kurzzeitige Jobs unter acht Wochen reichen für eine solche Gleichstellung nicht aus.

Einen GdB von 30 haben Krankheiten wie:

  • Kleinwuchs (über 130 bis 140 cm)
  • Non-Hodgkin-Lymphome mit geringen Auswirkungen

GdB von 40

Für Personen mit einem Behinderungsgrad von 40 gilt dasselbe wie für Behinderte mit einem GdB von 30: Sie werden unter Umständen mit schwerbehinderten Menschen im Beruf gleichgestellt.  Betroffene mit einem „Grad der Behinderung“ (GdB) von 40 profitieren von einem jährlichen Pauschbetrag über 430 Euro.

Bewertet mit einem GdB von 40 werden:

  • Verlust der Brust, beidseitig
  • Periphere Fazialisparese, komplette Lähmung oder ausgeprägte Kontraktur
Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

GdB von 50

Ab einem GdB von 50 werden Sie als schwerbehindert eingestuft und es steht Ihnen ein Schwerbehindertenausweis zu. Abhängig von der Art und dem Grad Ihrer Behinderung erhalten Sie gewisse Vergünstigungen und Vorteile. Das beginnt mit finanziellen Ermäßigungen bei zahlreichen Freizeitaktivitäten – so verbilligen sich für Sie die Eintrittskarten für Kino, Schwimmbad, Museum oder Theater. In der Arbeitswelt muss Rücksicht auf Ihre Einschränkungen genommen werden. Wenn Sie bereits in einem regulären Arbeitsverhältnis stehen und eine Schwerbehinderung eintritt, hat der Arbeitgeber die Pflicht, die Weiterbeschäftigung zu prüfen und das Umfeld so zu gestalten, dass die Arbeit gut ausgeführt werden kann. Auf Wunsch ist es Ihnen gestattet, etwas früher in Altersrente zu gehen. Außerdem genießen Sie einen besonderen Kündigungsschutz und haben Anspruch auf fünf zusätzliche Tage bezahlten Urlaub im Jahr. Ihr Pauschbetrag liegt bei 570 Euro/Jahr.

Diese Beeinträchtigungen erhalten einen Einzel-GdB von 50:

  • Verlust der Gebärmutter und/oder Sterilität (nach Entfernung eines Korpustumors im Frühstadium)
  • Arterielle Verschlusskrankheiten, Schmerzen ein- oder beidseitig nach Gehen einer ebenen Wegstrecke von 50 bis 100 m

GdB von 60

Sie sind schwerbehindert und erhalten einen Steuerfreibetrag von jährlich 720 Euro. Mit Ihrem Schwerbehindertenausweis können Sie Nachteilsausgleiche und Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Als mobilitätsbehinderter Menschen haben Sie die Möglichkeit, billiger oder mitunter auch kostenlos mit Bus und Bahn zu fahren. Sie haben zudem die Möglichkeit, Ihr Fahrzeug im eingeschränkten Halteverbot und auf Behinderten-Parkplätzen zu parken. Das sind nur ein paar Beispiele.

Einen GdB von 60 haben gesundheitliche Einschränkungen wie:

  • Epileptische Anfälle, mittlere Häufigkeit (GdB kann u. U. auch höher sein)
  • Dauerhafte Hormonbehandlung nach Entfernung eines malignen Prostatatumors
Erfolgreich einen Pflegegrad widersprechen

GdB von 70

Sie sind schwerbehindert und erhalten neben den üblichen Vergünstigungen eine Ermässigung auf die BahnCard 25 und die BahnCard 50. Ihr jährlicher Steuerfreibetrag liegt bei 720 Euro. In Verbindung mit Merkzeichen G können Fahrtkosten als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Ihr steuerlichen Freibetrag beträgt 890 Euro/Jahr.

Ein GdB von 70 ist gegeben bei:

  • Verlust des Kehlkopfes
  • Erythrodermien mit stärkerer Auswirkung auf den Allgemeinzustand

GdB von 80

Sie sind schwerbehindert. Neben den üblichen Vergünstigungen dürfen Sie Fahrtkosten grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung absetzen. Ihr steuerlicher Freibetrag liegt bei 1.060 Euro.

Folgende gesundheitliche Schäden werden mit einem GdB von 80 eingestuft:

  • Unkomplizierte Krampfadern – bei Gebrauchsunfähigkeit der ganzen Gliedmaße
  • Nierenfunktionseinschränkungen schweren Grades
Schildern Sie uns Ihr Anliegen

GdB von 90

Sie sind schwerbehindert. Neben den üblichen Vergünstigungen profitieren Sie von einem steuerlichen Freibetrag von 1.230 Euro/Jahr.

Einen Einzel-GdB von 90 haben:

  • schwere Hirnschäden mit kognitiven Leistungsstörungen
  • Muskelkrankheiten mit schweren Auswirkungen

GdB von 100

Bei voller Erwerbsunfähigkeit besteht neben den üblichen Vergünstigungen der Nachteilsausgleiche eine vorzeitige Verfügung über vermögenswirksame Leistungen. In diesem Fall müssen keine Prämien und Steuervergünstigungen zurückgezahlt werden. Der jährliche Steuerfreibetrag liegt bei 1.420 Euro.

Diese gesundheitlichen Einschränkungen erhalten einen GdB von 100:

  • Entfernung eines malignen primären Lebertumors während der ersten fünf Jahre der Heilungsbewährung
  • Rückenmarkschäden (vollständige Halsmarkschädigung mit gänzlicher Lähmung beider Arme und Beine sowie Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion)

Unser Team berät Sie gerne kostenlos und unverbindlich zum Thema GdB oder auch bei allen anderen Themen der Pflege