Sterbebegleitung

Das Konzept der Sterbebegleitung kommt aus der Hospizbewegung und beruht auf dem Grundgedanken, dass ein Mensch, wenn er den Tod ins Auge fassen muss, nicht nur physische Betreuung braucht, sondern auch mitmenschliche Zuwendung. Doch wie diese Zuwendung aussehen soll, ist selbst den nächsten Angehörigen oft nicht klar. Deshalb wird zunehmend die Hilfe von professionell geschulten Sterbebegleitern angefordert, die den schwierigen Umgang mit dem Tod erleichtern.

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„Jeder stirbt für sich allein“ heißt ein bekannter Roman von Hans Fallada. Und trifft das nicht zu? Sind wir nicht alle allein, wenn es ans Sterben geht? Niemand kann uns die Schmerzen abnehmen, das Aufbäumen des Selbsterhaltungstriebs, die Trauer um das, was wir für immer verlieren. Was soll da eine Sterbebegleitung nützen? Muss sie nicht eher störend und belastend wirken in einer Situation, da der Mensch nur mehr mit sich selbst beschäftigt ist?

Gewiss, nicht jeder wünscht eine Sterbegleitung. Doch sehr viele Menschen haben das Bedürfnis, ihre letzten Gedanken mit jemandem zu teilen, einen Halt und eine Stütze zu finden angesichts des Unbekannten, das auf sie zukommt. Natürlich sollten hier die eigenen Angehörigen die nächsten Ansprechpartner sein. Aus alten Romanen kennt man diese quasi klassische Konstellation: die Familie, die das Sterbebett umsteht, der Partner, der in der letzten Stunde liebevoll die Hand des Sterbenden hält.

Doch heute steht das Sterbebett meist in einem Pflegeheim oder Krankenhaus, und die Familie, in alle Winde verstreut, hat keine Zeit, es zu umstehen. Dazu kommt noch die psychologische Barriere: Die meisten Menschen fühlen sich überfordert und hilflos, wenn sie mit dem nahenden Tod konfrontiert sind. Bei aller Liebe, die sie ihrem sterbenden Angehörigen vielleicht entgegenbringen, sie wissen nicht, was sie ihm sagen, wie sie auf seine Nöte eingehen sollen.

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Ursprünge in der Hospizbewegung

Hier setzt die Sterbebegleitung an. Sie ging hervor aus der Hospizbewegung, einer in England gegründeten Initiative, die sich eine bessere Betreuung von Sterbenden zum Ziel gesetzt hat. Ihr Grundgedanke ist, dass eine Klinik für schwerkranke Menschen, die nicht mehr lange zu leben haben, ein Konzept bieten muss, das neben der rein physischen auch soziale und geistige Betreuung umfasst. Schon 1967 gründete die britische Ärztin Cicely Saunders in London das erste Hospiz nach diesem Modell, das seither ungezählte Nachfolger auf allen Kontinenten fand. Auch die Entwicklung der Palliativmedizin ist der Hospizbewegung zu verdanken.

Doch während es in den Hospizen um die ganzheitliche Betreuung von Sterbenden geht, ist die Sterbebegleitung in erster Linie auf den zwischenmenschlichen Austausch, auf Trost und Mitgefühl ausgerichtet. Im Prinzip kann jeder halbwegs sensible Mensch als Sterbebegleiter fungieren: ein Angehöriger, ein Pfarrer, ein Freund. Und doch ist die Materie heikel, und die Befürchtung, etwas falsch zu machen, lässt viele im Umgang mit Schwerkranken scheu und unsicher reagieren. Deshalb gibt es mittlerweile spezielle Schulungen, in denen man die Begleitung von Sterbenden und den richtigen Umgang mit ihnen systematisch lernen kann.

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Annäherung an ein Tabu

Solche Schulungen werden nicht nur von kirchlichen und hospiznahen Einrichtungen angeboten, sondern von allen möglichen Bildungsträgern, und sie werden keineswegs nur von Menschen belegt, die konkret einen schweren Pflegefall in der Familie oder im Bekanntenkreis haben. Vielmehr richten sie sich an alle, die bereit sind, sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinanderzusetzen, sich dort einzubringen, wo es noch immer große Berührungsängste gibt. Der Wunsch, anderen zu helfen, spielt bei der Entscheidung, sich zum Sterbebegleiter ausbilden zu lassen, sicher eine große Rolle; doch andererseits hilft man auch sich selbst, wenn man einen tieferen Zugang zu diesem tabubehafteten Thema findet.

In der Praxis ist die Sterbebegleitung so komplex und vielgestaltig wie die Hospizarbeit überhaupt. Jeder Mensch geht seinem Ende anders entgegen: Manch einer möchte reden und reden, möchte sein ganzes Leben noch einmal an sich vorüberziehen lassen. Ein anderer kann oder will nicht reden, fühlt sich aber sichtlich besser, wenn er die schweigende Nähe eines anderen Menschen spürt. Ein Dritter singt oder summt die Lieder seiner Jugend und freut sich, wenn der Begleiter einfällt. Natürlich sollte sich ein Sterbebegleiter zuvor über den Menschen informieren, dem er Beistand leisten will. Doch was wirklich trostreich wirkt, findet er nur im individuellen Umgang mit dem Sterbenden heraus.

Hilfe auch für Angehörige

Oft sind es auch die Angehörigen, die getröstet werden müssen. Wenn beispielsweise älteren Ehepaaren, die jahrzehntelang zusammenlebten und fest miteinander verwachsen sind, durch den Tod eines Partners die Trennung droht, ist das für den Überlebenden eine solche Katastrophe, dass sie ihm oftmals schlimmer erscheint als das Herannahen des eigenen Todes. In solchen Fällen ist der Sterbebegleiter gewissermaßen doppelt gefordert und sieht sich vor einer Aufgabe, die ihm wirklich das Äußerste abverlangt.

Jeder stirbt für sich allein – Das ist richtig, und daran ändert auch die Sterbebegleitung nichts. Doch sie hat schon vielen, die vor dem Ende standen, die letzten Lebenswochen erleichtert und mit menschlicher Wärme erfüllt.

Um die Familie finanziell zu entlasten, ist es möglich, für Ihren Angehörigen einen Antrag auf Pflegeleistungen zu stellen. Falls sich der gesundheitliche Zustand Ihres Angehörigen weiter verschlechtert hat, unterstützen wir Sie auch bei einer Pflegegrad Höherstufung oder einem Widerspruch beim Pflegegrad, wenn die erste Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) nicht das erhoffte Ergebnis gebracht hat. Wir helfen Ihnen gerne bei den bürokratischen Angelegenheiten und auch bei allen weiteren Fragen zur Pflege.

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