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Hilfe bei der Einstufung des passenden Pflegegrads

Mit der Einführung der neuen Pflegegrade erhält das Bewertungssystem der Pflegebedürftigkeit ein neues Konzept. Wir helfen Ihnen bei der Einstufung des passenden Pflegegrads!

Bis Ende 2016 galten in Deutschland drei verschiedene Pflegestufen, die die finanziellen Hilfen für pflegebedürftige Patienten regelten, die diese beispielsweise für den Pflegeaufwand durch Angehörige oder für einen professionellen Pflegedienst einsetzen konnten. Im Zuge der sogenannten Pflegestärkungsgesetze, die seit 2015 teilweise und zum 1. Januar 2017 vollständig in Kraft getreten sind, fand eine Neudefinition und Neubewertung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit statt.

Vor allem geistige Defizite, wie sie z. B. durch eine Demenzerkrankung entstehen, wurden zuvor nicht in die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit eingerechnet, so dass viele Betroffene keine oder verringerte Leistungen erhielten. Mit den Anfang 2017 in Kraft getretenen Neuerungen sollen nun die Bedürfnisse der Patienten in den Fokus gerückt und sämtliche Erkrankungsformen, die zu einer Verringerung der Selbstständigkeit führen, bedacht werden.

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Nach welchen Kriterien erfolgt die Einstufung in einen Pflegegrad?

Anstelle von drei Pflegestufen gibt es nun fünf Pflegegrade. Für die Berechnung des jeweiligen Pflegegrads werden nicht mehr, wie zuvor, die Minuten des täglichen Pflegeaufwands gezählt, sondern Punkte vergeben. Dabei ist entscheidend, wie stark die betroffene Person tatsächlich (und nicht theoretisch) im Alltag auf Hilfe angewiesen ist. Dabei werden insgesamt sechs Kriterien erfasst, in denen ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) Punkte vergibt. Dabei gilt: Je weniger Selbstständigkeit vorhanden ist, desto mehr Punkte. Folgende Kriterien sind dabei ausschlaggebend:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigen und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Während nach dem alten System ausschließlich die körperliche Verfassung und mit körperlichen Erkrankungen einhergehende Einschränkungen in die Bewertung der Pflegebedürftigkeit eingingen, soll mit dem neuen Begutachtungsverfahren der Mensch als Ganzes betrachtet werden. Vor allem Menschen mit geistigen Einschränkungen aufgrund von psychischen Erkrankungen oder einer Demenz profitieren von dem sogenannten Neuen Begutachtungs-Assessment (NBA).

Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellen

Damit die Pflegeversicherung eine Einstufung in einen Pflegegrad vornehmen kann, müssen Sie zunächst einen Antrag bei der Krankenkasse des Versicherten, d. h. des Pflegebedürftigen stellen. Die Pflegeversicherung bzw. Pflegekasse ist in der Regel an die Krankenkasse angeschlossen und bearbeitet den Antrag. Obwohl es grundsätzlich ausreichend sein sollte, den Antrag auf einen Pflegegrad telefonisch zu stellen, empfehlen wir Ihnen, einen schriftlichen Antrag zu stellen. Diesen stellen Sie in zwei Fällen: Entweder geht es um einen Erstantrag oder, sollte bereits ein Pflegegrad bestehen, um eine Höherstufung – in beiden Fällen muss eine Begutachtung und Einstufung erfolgen.

Der Antrag kann formlos erfolgen, d. h. es genügt ein einfaches Anschreiben, in dem Sie um die Einstufung bitten. Ein vorformuliertes Musteranschreiben stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Alternativ bieten einige Krankenkassen ein Formular zum Download an, das Sie lediglich ausfüllen und abschicken müssen. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten – Sie sollten hier noch keinerlei Angaben über den Grad der Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person machen. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie den Antrag am besten formulieren oder sich im Vorfeld über das neue System der Pflegegrade informieren möchten, beraten wir Sie gerne in allen Ihren Fragen rund um das Thema Pflegebedürftigkeit.

Prüfung der Pflegebedürftigkeit und Begutachtung durch den MDK

Bevor die Pflegeversicherung eine endgültige Bewertung der Pflegebedürftigkeit vornehmen und den zugeteilten Pflegegrad festlegen kann, muss zunächst ein Gutachten erstellt werden. In der Regel erhalten Sie innerhalb von zwei Wochen nach der Antragstellung einen Termin, an dem ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) zu Ihnen (bzw. dem Pflegebedürftigen, für den Sie den Antrag gestellt haben) nach Hause kommt und eine Begutachtung durchführt.

Unter dem Begriff Begutachtung versteht man, dass der Mitarbeiter des MDK die pflegebedürftige Person in ihrem normalen Umfeld erlebt und wahrnimmt, wie eigenständig sie sich dort bewegen und versorgen kann. Anhand der bereits aufgeführten Kriterien bewertet er den noch vorhandenen Grad der Selbstständigkeit und vergibt in jeder Kategorie Punkte, wobei ein niedriger Grad der Eigenständigkeit eine entsprechend höhere Punktzahl bedeutet. Damit der Gutachterbesuch gut verläuft, können Sie einige Dinge selbst vorbereiten, wobei wir Sie gerne unterstützen.

Dazu gehört unter anderem das Anfertigen eines Pflegetagebuchs, in dem Sie detailliert festhalten, bei welchen alltäglichen Verrichtungen die pflegebedürftige Person Hilfe benötigt und wie viel Zeit die Hilfeleistung jeweils in Anspruch nimmt. Darüber hinaus können Sie dem Gutachter auch Diagnoseberichte, Operationsberichte sowie die Krankenakte des Hausarztes und der Fachärzte vorlegen, um ihm den bestmöglichen Überblick über die gesundheitliche Verfassung des Patienten zu geben.

Zuordnung eines Pflegegrads

Der Gutachter des MDK leistet die Vorarbeit für die Einstufung des passenden Pflegegrads. Er erstellt ein Gutachten, anhand dessen die Pflegeversicherung die Einstufung und die dementsprechende Zuteilung in einen Pflegegrad vornehmen kann. Innerhalb der unterschiedlichen Pflegestufen ist geregelt, wie hoch die Leistungen ausfallen, die der Pflegebedürftige in Form von Pflegegeld oder Pflegesachleistungen erhält.

Das gesamte Verfahren, von der Antragstellung bis zur Einstufung des Pflegegrads sollte nicht länger als fünf Wochen in Anspruch nehmen. Sie erhalten von der Pflegekasse einen schriftlichen Bescheid, dem Sie den Pflegegrad und die möglichen Leistungen entnehmen können. Entspricht die Einstufung der Realität, müssen Sie festlegen, wie Sie die Leistungen einsetzen möchten – Sie können in der Regel wählen, ob Sie das Pflegegeld oder Pflegesachleistungen oder eine Kombination aus beidem beziehen möchten.

In einigen Fällen fällt die Einstufung durch die Pflegeversicherung jedoch auch zu niedrig aus – immer wieder erhalten eigentlich pflegebedürftige Personen zudem einen Ablehnungsbescheid. Wir sind auch bei einer Ablehnung oder einer zu niedrigen Einstufung für Sie da: Unsere Experten beraten Sie ausführlich zu den möglichen Schritten, die Sie einleiten können, um dem Bescheid der Pflegekasse zu widersprechen und mit einem Gegengutachten eine Neu-Begutachtung zu erwirken.

2019-01-24T09:32:14+00:00
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