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Pflegeleistungen ab 2017

Mit der Einführung der Pflegegrade ändern sich ab 2017 auch die konkreten Leistungen, die pflegebedürftige Patienten in Anspruch nehmen können.

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Schon 2015 trat das erste Pflegestärkungsgesetz in Kraft, das die Leistungen der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung im Jahr 1995 erstmals erweiterte. Teil dieses Gesetzes war unter anderem die Ergänzung der Pflegestufen um die Pflegestufe 0, mit der Patienten, die aufgrund einer rein kognitiven Beeinträchtigung bzw. einer eingeschränkten Alltagskompetenz nicht den Anforderungen für die Pflegestufe 1 genügten, aber zumindest einen kleinen Betrag erhielten, um ihren Pflegebedarf finanziell abzufedern.

Am 01. Januar 2017 trat auch das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft, in dessen Rahmen das bis dahin geltende System aus drei Pflegestufen durch ein neues System aus nunmehr fünf Pflegegraden abgelöst wurde. Die Einteilung in fünf Stufen erlaubt den Pflegekassen eine differenziertere Bewertung der Pflegebedürftigkeit und sorgt dafür, dass sowohl körperlich als auch geistig oder psychisch beeinträchtigte Patienten von den Leistungen der Pflegeversicherung profitieren können.

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff ab 2017

Die Pflegestärkungsgesetze entstanden u. a. aus der Absicht heraus, den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu zu definieren. Im Laufe der Jahre hatte sich gezeigt, dass der 1995 eingeführte Begriff der Pflegebedürftigkeit nicht mehr der Realität standhält – nicht zuletzt deshalb, weil keinerlei kognitive oder psychische Beeinträchtigungen in die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit mit aufgenommen wurde. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff berücksichtigt erstmals körperliche, kognitive und psychische Faktoren und wägt deren Einfluss auf die Selbstständigkeit des Patienten ab. Ausschlaggebend für die Erteilung eines Pflegegrads ist auch nicht mehr die Zeit, die täglich für die Grundpflege benötigt wird (die sogenannte Minutenpflege), sondern der tatsächliche Grad der Selbstständigkeit, die bei dem pflegebedürftigen Patienten noch gegeben ist.

Im Rahmen des sogenannten Neuen Begutachtungsassessments (NBA) ermittelt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), wie stark der Patient in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt ist und bewertet anhand von insgesamt sechs Kriterien, ob er der Hilfe durch andere Personen bedarf und wie weit fortgeschritten seine körperlichen und geistigen Einschränkungen sind.

Übergang von Pflegestufen in Pflegegrade

Die Einstufung in eine Pflegestufe richtete sich in erster Linie nach dem täglichen Zeitaufwand der Pflege – dies ist auch der Grund, warum kognitive Beeinträchtigungen nur in wenigen Einzelfällen eine Höherstufung bzw. Einstufung in eine Pflegestufe rechtfertigen konnten: Ein Patient mit einer Demenzerkrankung, der aber körperlich noch fit ist, benötigt bei der Grundpflege, zu der u. a. die Körperpflege gehört, weit weniger Unterstützung als Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung.

Mit der Einführung der Pflegegrade orientiert sich die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit erstmals am Grad der Selbstständigkeit bzw. der nicht mehr vorhandenen Selbstständigkeit in der Gestaltung des Alltags. Um zu verhindern, dass jede pflegebedürftige Person in Deutschland im Zuge der Umstellung einen Neu-Antrag stellen muss, wurden Patienten mit einer Pflegestufe zum 01. Januar 2017 automatisch in den Ihrer Pflegestufe entsprechenden Pflegegrad überführt, ohne selbst tätig werden zu müssen.

Das System der Umsetzung sieht dabei vor, dass Patienten mit einer rein körperlichen Erkrankung jeweils einen Grad höher eingestuft werden, und Patienten mit einer körperlichen Einschränkung und einer bescheinigten eingeschränkten Alltagskompetenz ganze zwei Grade höhergestuft werden.

In der Praxis erhält also ein Patient mit einer altersbedingten Pflegebedürftigkeit der Stufe 1, aber ohne Demenz, seit 2017 die Leistungen des Pflegegrads 2. Ein Patient derselben Pflegestufe, aber mit Demenz, wird dagegen direkt in Pflegegrad 3 eingestuft.

Um während des Übergangs von Pflegestufen zu Pflegegraden niemanden zu benachteiligen, erhalten grundsätzlich alle Pflegebedürftigen im Rahmen der Pflegegrade höhere Leistungen als zuvor. Davon sollen nicht nur Patienten mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz profitieren, sondern alle Patienten mit einer bescheinigten Pflegebedürftigkeit.

Leistungen der Pflegeversicherung ab 2017

Die Leistungsbeiträge der Pflegeversicherung haben sich mit dem 01. Januar 2017 insgesamt erhöht. Für jeden Pflegegrad ist in den Pflegestärkungsgesetzen genau festgelegt, welche Leistungen die Pflegebedürftigen beanspruchen können und wie hoch der jeweilige auszuzahlende Betrag ist. Neben der häuslichen Pflege, Pflegesachleistungen und sogenannte Entlastungsbeiträgen erfasst die Regelung auch die Kurzzeitpflege, teil- und vollstationäre Tages– und Nachtpflege, Maßnahmen zur Anpassung des Wohnraums sowie die Pflegevertretung durch nahe Angehörige.

Im Pflegegrad 1, der nur für neu eingestufte Personen in Frage kommt und eine „leichte Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ darstellt, erhalten die Pflegebedürftigen lediglich einen Entlastungsbeitrag von 125,00 Euro im Monat. Da sie sich noch weitgehend selbst versorgen können, aber beispielsweise an einer leichten Demenz leiden, sind in diesem Pflegegrad Pflegesachleistungen oder ein Pflegegeld noch nicht vorgesehen.

Nachfolgend haben wir eine Übersicht über die wichtigsten Leistungen der einzelnen Pflegegrade in Euro pro Monat zusammengestellt, wobei in jedem Pflegegrad auch der Entlastungsbeitrag von 125,00 pro Monat vorgesehen ist:

Pflegegrad 2 „Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“

  • Pflegegeld: 316,00 Euro
  • Pflegesachleistungen: 689,00 Euro
  • Kurzzeitpflege: 1.612,00 Euro (bis zu 8 Wochen pro Jahr)
  • Teilstationäre Pflege: 689,00 Euro
  • Vollstationäre Pflege: 770,00 Euro

Pflegegrad 3 („Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“):

  • Pflegegeld: 545,00 Euro
  • Pflegesachleistungen: 1.298,00 Euro
  • Kurzzeitpflege: 1.612,00 Euro (bis zu 8 Wochen pro Jahr)
  • Teilstationäre Pflege: 1.298,00 Euro
  • Vollstationäre Pflege: 1.262,00 Euro

Pflegegrad 4 („Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“):

  • Pflegegeld: 728,00 Euro
  • Pflegesachleistungen: 1.612,00 Euro
  • Kurzzeitpflege: 1.612,00 Euro (bis zu 8 Wochen pro Jahr)
  • Teilstationäre Pflege: 1.612,00 Euro
  • Vollstationäre Pflege: 1.775,00 Euro

Pflegegrad 5 („Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung“):

  • Pflegegeld: 901,00 Euro
  • Pflegesachleistungen: 1.995,00 Euro
  • Kurzzeitpflege: 1.612,00 Euro (bis zu 8 Wochen pro Jahr)
  • Teilstationäre Pflege: 1.995,00 Euro
  • Vollstationäre Pflege: 2.005,00 Euro

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2019-04-15T14:48:14+00:00
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