Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

Seit Anfang 2017 gilt das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II). Dieses hat die Struktur der Pflegeleistungen grundsätzlich geändert. Wichtigster Unterschied sind die fünf Pflegegrade (Pflegegrad 1, 2, 3, 4 & 5), welche die bisher gültigen Pflegestufen (Pflegestufen 1, 2 & 3) ersetzen.

Die einzelnen Pflegegrade unterscheiden sich stark im Umfang ihrer möglichen Sach- und Geldleistungen (Pflegegeld, Pflegehilfsmittel etc.):

  • Bei Pflegegrad 1 liegen die maximal möglichen Pflegeleistungen
    bei € 5.980
  • Bei Pflegegrad 2 liegen die maximal möglichen Pflegeleistungen
    bei € 25.740
  • Bei Pflegegrad 3 liegen die maximal möglichen Pflegeleistungen
    bei € 40.356
  • Bei Pflegegrad 4 liegen die maximal möglichen Pflegeleistungen
    bei € 47.892
  • Bei Pflegegrad 5 liegen die maximal möglichen Pflegeleistungen
    bei € 57.084

Auch die Unterstützung für pflegende Angehörige oder Pflegedienste wird durch den Pflegegrad definiert (Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege etc.). Die nachfolgende Tabelle stellt den geldwerten Leistungsanspruch dar. Wie man sehen kann, sind die Unterschiede zwischen den Leistungen je nach Pflegegrad immens.

Pflegehilfsmittel480,- Euro
Pflegesachleistungen0,- Euro
Entlastungsleistungen1.500,- Euro
Tagespflege / Nachtpflege0,- Euro
Kurzzeitpflege0,- Euro
Verhinderrungspflege0,- Euro
Wohnraumverbessernde
Maßnahmen (pro Maßnahme)
4.000,- Euro
Geldwerter Leistungsanspruch5.980,- Euro

Die Pflegeleistung im Überblick: Jährliche Pflegeleistungen bei ambulanter Pflege mit Pflegesachleistungen (Angaben ohne Gewähr)

Die Unterschiede bei den möglichen Leistungen je nach Pflegegrad sind immens: So erhalten beispielsweise Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 Leistungen im Wert von bis zu € 40.356. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 erhalten fast € 15.000 weniger pro Jahr.

Pflegehilfsmittel480,- Euro
Pflegesachleistungen8.268,- Euro
Entlastungsleistungen1.500,- Euro
Tagespflege / Nachtpflege8.268,- Euro
Kurzzeitpflege1.612,- Euro
Verhinderrungspflege1.612,- Euro
Wohnraumverbessernde
Maßnahmen (pro Maßnahme)
4.000,- Euro
Geldwerter Leistungsanspruch25.740,- Euro

Jährliche Pflegeleistungen bei ambulanter Pflege mit Pflegesachleistungen (Angaben ohne Gewähr)

Die Unterschiede bei den möglichen Leistungen je nach Pflegegrad sind immens: So erhalten beispielsweise Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 Leistungen im Wert von bis zu € 40.356. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 erhalten fast € 15.000 weniger pro Jahr.
Pflegehilfsmittel480,- Euro
Pflegesachleistungen15.576,- Euro
Entlastungsleistungen1.500,- Euro
Tagespflege / Nachtpflege15.576,- Euro
Kurzzeitpflege1.612,- Euro
Verhinderrungspflege1.612,- Euro
Wohnraumverbessernde
Maßnahmen (pro Maßnahme)
4.000,- Euro
Geldwerter Leistungsanspruch40.356,- Euro

Jährliche Pflegeleistungen bei ambulanter Pflege mit Pflegesachleistungen (Angaben ohne Gewähr)

Die Unterschiede bei den möglichen Leistungen je nach Pflegegrad sind immens: So erhalten beispielsweise Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 Leistungen im Wert von bis zu € 40.356. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 erhalten fast € 15.000 weniger pro Jahr.
Pflegehilfsmittel480,- Euro
Pflegesachleistungen19.344,- Euro
Entlastungsleistungen1.500,- Euro
Tagespflege / Nachtpflege19.344,- Euro
Kurzzeitpflege1.612,- Euro
Verhinderrungspflege1.612,- Euro
Wohnraumverbessernde
Maßnahmen (pro Maßnahme)
4.000,- Euro
Geldwerter Leistungsanspruch47.892,- Euro

Jährliche Pflegeleistungen bei ambulanter Pflege mit Pflegesachleistungen (Angaben ohne Gewähr)

Die Unterschiede bei den möglichen Leistungen je nach Pflegegrad sind immens: So erhalten beispielsweise Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 Leistungen im Wert von bis zu € 40.356. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 erhalten fast € 15.000 weniger pro Jahr.
Pflegehilfsmittel480,- Euro
Pflegesachleistungen23.940,- Euro
Entlastungsleistungen1.500,- Euro
Tagespflege / Nachtpflege23.940,- Euro
Kurzzeitpflege1.612,- Euro
Verhinderrungspflege1.612,- Euro
Wohnraumverbessernde
Maßnahmen (pro Maßnahme)
4.000,- Euro
Geldwerter Leistungsanspruch57.084,- Euro

Jährliche Pflegeleistungen bei ambulanter Pflege mit Pflegesachleistungen (Angaben ohne Gewähr)

Die Unterschiede bei den möglichen Leistungen je nach Pflegegrad sind immens: So erhalten beispielsweise Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 Leistungen im Wert von bis zu € 40.356. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 erhalten fast € 15.000 weniger pro Jahr.

Mit Dr. Weigl & Partner erfolgreich einen Pflegegrad beantragen (früher Pflegestufe)

Wenn wir Sie bei Dr. Weigl und Partner bei der Beantragung Ihres Pflegegrades (früher Pflegestufe) unterstützen, gehen wir in drei klar definierten Schritten vor.
Dabei ist der erste Schritt, die Telefonberatung, kostenlos und unverbindlich. Im zweiten Schritt folgt ein persönlicher Besuchstermin durch einen unserer Pflegeexperten, der v.a. als Vorbereitung auf den MKD Termin dient. Vergütet wird dieser durch eine Anfahrtspauschale. Im dritten Schritt sind wir dann beim eigentlichen MDK Termin anwesend und stellen sicher, dass alle pflegegradrelevanten Faktoren berücksichtigt werden. Vergütet werden wir hier nur erfolgsabhängig je nach erreichtem Pflegegrad.

1. Schritt – Telefonische Erstberatung (kostenlos)

In unserer kostenlosen Erstberatung geben wir Ihnen einen ersten (unverbindlichen) Überblick über Ihre Möglichkeiten und unsere Leistungen. Wir können anhand des Telefonats keine Pflegegradbestimmung vornehmen (früher Pflegestufenbestimmung). Allerdings können wir anhand Ihrer Schilderungen einen vorsichtigen Vergleich mit Pflegebedürftigen in ähnlichen Situationen anstellen. So können wir eine ebenso vorsichtige Indikation zur möglichen Höhe Ihres Pflegegrades geben.

Letztendlich kann nur ein Besuch vor Ort mehr Klarheit bringen. Wenn wir Sie von uns überzeugen konnten, würden wir einen unserer über 100 Pflegeexperten auswählen, um Sie im nächsten Schritt persönlich zu besuchen.

2. Schritt – Persönlicher Besuchstermin und Einschätzung durch unsere Pflegeexperten (Anfahrtspauschale)

Vor Ort begutachtet unser Pflegeexperte Ihre Wohnsituation, mögliche Pflegehilfsmittel sowie ärztliche Dokumente und Diagnosen. Aus diesen Eindrücken und einem ausführlichen persönlichen Gespräch (Neues Begutachtungs-Assessment oder kurz NBA), entsteht unser Erstgutachten. Dieses enthält eine Einschätzung des möglichen Pflegegrades und stellt die Basis für das weitere Vorgehen dar (beispielsweise das Einholen ausstehender wichtige Diagnosen von Ärzten etc.).

Während des Termins hilft Ihnen unser Pflegeexperte ebenfalls beim Ausfüllen des Antrags und bereitet Sie und Ihre Angehörigen auf das Begutachtungsgespräch des Medizinischen Dienstes vor.

3. Schritt – Persönliche Begleitung beim MDK Termin durch unsere Pflegeexperten (erfolgsabhängige Vergütung)

Unser Pflegeexperte trifft vor dem Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) bzw. der Privaten Krankenversicherung (MEDICPROOF) bei Ihnen ein und geht erneut mit Ihnen das anstehende Gespräch durch. Während der Begutachtung durch den MDK ist unser Pflegeexperte anwesend. Dadurch sichern wir eine korrekte und dem Pflegeaufwand entsprechende Bewertung. Laien dürften kaum eine Chance haben, die Tätigkeit eines MDK-Gutachters richtig nachzuvollziehen, da das Bewertungssystem äußerst kompliziert ist.
Nach Erhalt des MDK Berichts prüfen wir intern die Richtigkeit des Pflegegrades (früher Pflegestufe). Sollte das Ergebnis von unserer Einschätzung abweichen, gehen wir für Sie umgehend in den Widerspruch und begleiten Sie bei der Widerspruchsbegutachtung.

Abschließend erfolgt eine Nachbesprechung der Ihnen zustehenden Pflegeleistungen.

Einen Pflegegrad bei der Pflegeversicherung ohne Dr. Weigl & Partner beantragen

Sie möchten Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehen? Dann führt Ihr erster Weg Sie zur Pflegekasse, welche vorwiegend den Krankenkassen unterstellt ist. Zunächst müssen Sie einen Pflegegrad beantragen, nach dessen Bewilligung Sie berechtigt sind, die beantragten Leistungen zu beziehen.

Wir wissen um die Probleme, die sich beim Erstantrag auf einen Pflegegrad (vormals Pflegestufe) ergeben können. Sollten Sie noch keinerlei Leistungen beansprucht haben, finden Sie auf unserer Seite wichtige Tipps und Anregungen damit Ihr Erstantrag auf einen Pflegegrad erfolgreich verläuft.

Hinweis: Verzögerungen vermeiden! Da Ihr Leistungsanspruch mit dem Tag der ersten Kontaktaufnahme zur jeweiligen Pflegekasse beginnt, sollten Sie mit dem Erstantrag auf einen Pflegegrad (bis 2016 Erstantrag Pflegestufe) nicht zögern. Der Erstkontakt verläuft schnell und formlos. Die Bürokratie ist daher kein Hindernis.

1. Schritt – Pflegeantrag stellen

Es bedarf nur eines ersten Schrittes, um Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen. Dieser gestaltet sich in Form des Erstantrags bei Ihrer Pflegekasse.

Formloser Antrag auf Pflegeleistungen

Ein einfacher Anruf bei der Pflegekasse genügt und schon haben Sie einen formlosen Antrag gestellt. Teilen Sie telefonisch mit, dass Sie (oder die pflegebedürftige Person, um die Sie sich kümmern) Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beantragen möchten. Das ist der erste und wichtigste Schritt. Nicht der Posteingang eines ausgefüllten Formulars bei der Pflegekasse entscheidet über den Beginn der Leistungen, sondern der Zeitpunkt Ihres Anrufes.

Doch vergewissern Sie sich, dass Ihr telefonischer Antrag auf Pflegeleistungen auch tatsächlich registriert wird. Sonst können Sie im Streitfall nicht beweisen, wann die Antragstellung erfolgt ist. Gerade im Bereich des Monatswechsels ist dies von besonderer Bedeutung.

Auf der sicheren Seite hingegen sind Sie mit einem ersten formlosen schriftlichen Antrag, den Sie Ihrer Pflegeversicherung zusenden. Den für Sie besten Weg stellt der Postversand per Einschreiben mit Rückschein dar. So haben Sie im Bedarfsfall einen Beweis zur Hand. Eine weitere Alternative bietet ein Fax. Doch sollten Sie unbedingt die Sendebestätigung aufbewahren. Auch diese ist ein handfester Beweis für den Zeitpunkt der Antragstellung.
Sie sind mit der Pflege einer kranken und pflegebedürftigen Person beauftragt? Dann sind Sie als bevollmächtigte Person berechtigt, vertretungsweise den Antrag auf einen Pflegegrad zu stellen. Es ist somit nicht erforderlich, dass die pflegebedürftige Person dies selbst tut.

Das Ausfüllen des Antragsformulars der Pflegeversicherung

Dem telefonischen oder schriftlichen formlosen Antrag folgt ein Pflegeantragsformular, das Ihnen die Pflegekasse zusenden wird. Alternativ wird man Sie möglicherweise auf einen Download aus dem Internet hinweisen. Vielfach handelt es sich um ein neutrales und somit kassenübergreifendes Formular und enthält keinen Krankenkassenhinweis. Beantworten Sie alle Fragen stets korrekt und möglichst vollständig. Einzelne Punkte, die Sie (noch) nicht beantworten können, lassen Sie einfach offen. Unrichtige Angaben können zur Ablehnung oder zu falschen Einschätzungen führen. Senden Sie auch dieses Antragsformular per Einschreiben oder Fax an die Pflegekasse.

2. Schritt – Termin mit dem MDK-Gutachter vereinbaren

Mit dem Antragseingang wird der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) beauftragt, die Begutachtung der pflegebedürftigen Person vorzunehmen. Der  MDK wird mit Ihnen einen Termin vereinbaren, um die Voraussetzungen für die Einstufung in einen Pflegegrad (vormals Pflegestufe) zu prüfen.
Sofern Sie privatversichert sind, fällt die Begutachtung in den Zuständigkeitsbereich von Medicproof, dem Medizinischen Dienst der Privaten Krankenkassen.
Die beste Basis zur Einschätzung bietet die Begutachtung zu Hause und somit im gewohnten Umfeld. Die Begutachtung findet daher im Wohnumfeld der pflegebedürftige Person (Wohnung des Versicherten, stationäre Einrichtung wie Krankenhaus oder Reha) statt.  Auf diese Weise können alle relevanten Faktoren berücksichtigt werden, die zur Einschätzung eines Pflegegrads führen.
Die Begutachtung in einem Krankenhaus ist möglich, sofern im Anschluss die Aufnahme in eine stationäre Pflegeeinrichtung angedacht ist.

Der Gutachter sollte sich einige Tage vorher schriftlich bei Ihnen anmelden damit Sie auch anwesend sind oder gegebenenfalls Sorge dafür tragen können, dass die Sie pflegende Person ebenfalls zugegen ist. Sollte Ihnen der vorgeschlagene Termin nicht zusagen, treffen Sie eine andere Terminabsprache mit dem MDK. Vielfach wird ein Zeitfenster (z.B. 10 – 12 Uhr) angegeben. Gern dürfen Sie vom MDK eine genaue Uhrzeit verlangen.

Hinweis: Die Erfahrung hat gezeigt, dass die MDK- oder Medicproof-Gutachter auch vielfach früher als zur vereinbarten Zeit erscheinen. Dies ist problematisch, wenn die Person die Sie pflegt zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend ist – denn die Begutachtung würde dann ohne sie stattfinden. Sie dürfen darauf beharren, dass Sie mit der Begutachtung warten möchten, bis alle vorgesehenen Personen auch tatsächlich anwesend sind. Lassen Sie sich nicht überrumpeln.

3. Schritt – Vorbereitung auf den Begutachtungstermin mit dem MDK

Die Bewertung des Pflegegrades basiert auf insgesamt 64 Einzelfragen, welche in einem Pflegetagebuch festgehalten werden können. Zwar ist das Pflegetagebuch kein Beweis im juristischen Sinne, doch belegt es die Korrektheit der Angaben während des MDK-Termins. Im Falle einer zu niedrig scheinenden Bewilligung oder der Ablehnung eines Pflegegrades ist eine solche Dokumentation ein wichtiger Beweis. Zudem dient diese auch als Grundlage für einen möglichen Widerspruch.
Auf eines sollten Sie jedoch achten: Ihr Pflegetagebuch sollte die Fragen (oder Items) des „Neuen Begutachtungs-Assessments“ (NBA) berücksichtigen. Zudem sollte es auch die nötigen Erläuterungen enthalten damit Sie alle Fragen richtig beantworten können. Mehrfacheinträge sollten hierbei möglich sein.

4. Schritt – Die Begutachtung durch den MDK zur Pflegegraderhöhung

Im Zentrum des Antragsprozesses steht die Begutachtung durch den Gutachter des MDK oder Medicproof. Diese ist die Basis für den Pflegegrad. Vielfach werden Anträge abgelehnt, wenn im Verlauf der Begutachtung Fehler auftreten. Die Betroffenen und ihre Angehörigen sind vielfach zum ersten Mal in einer solchen Situation und daher nicht mit der Prozedur vertraut.

Mögliche Fehler sind z.B. irrtümlich falsch bewertete Fähigkeiten des Pflegebedürftigen oder nicht berücksichtigte Einschränkungen (wie beispielsweise Demenz).

Laien dürften keine Chance haben, die Tätigkeit eines MDK-Gutachters richtig nachzuvollziehen, da das Bewertungssystem äußerst kompliziert ist. Genau dieses Verständnis wird aber gefordert, damit schon im Verlauf des Begutachtungstermins erkannt werden kann, bei welchen Fragen nachgehakt werden muss oder welche Punkte nicht ausreichend geklärt wurden. Nur so kann der Gutachter selbst am Ende ein deutliches Bild und bedarfsgerecht eine Einstufung vornehmen. Verständigungsprobleme der Betroffenen sind ein weiterer Stolperstein, der dem Gutachter falsche Eindrücke vermittelt. Mit einem Experten an der Seite kann dies vermieden werden.

Gern helfen wir von Dr. Weigl & Partner Ihnen im Antragsprozess, damit Sie zu einer gerechten Einschätzung gelangen. Sofern Sie aber lieber auf eine professionelle Unterstützung verzichten, bleiben Sie beim Führen Ihres Pflegetagebuches gewissenhaft. Gleich zu Beginn des Begutachtungstermins sollten Sie dem Gutachter eine Kopie aushändigen.

So läuft die Begutachtung durch den MDK ab

Die Begutachtung durch den MKD basiert auf Details hinsichtlich der Pflegebedürftigkeit. Der Gutachter arbeitet nach einem gesetzlich definierten Kriterienkatalog und prüft, in welchem Umfang die zu pflegende Person noch in der Lage ist, den Alltag selbstständig zu bewältigen. Mit zunehmender Unselbstständigkeit steigt auch der nötige Pflegegrad (früher Pflegestufe).

In seinem Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) von 2017, definiert der Gesetzgeber eindeutig, welche Fähigkeiten geprüft werden müssen, um eine eindeutige Entscheidung über beantragte Pflegeleistungen treffen zu können. Der sogenannte Kriterienkatalog vom 1. Januar 2017 sieht folgende Bereiche für die MDK-Einschätzung vor:

  • Mobilität
  • Vorhandensein kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen, psychische Problematiken
  • Mögliche Selbstversorgung
  • Anforderungen bzw. Belastungen durch Krankheiten bzw. Therapien
  • Gestaltung sozialer Kontakte und des alltäglichen Lebens

Hier kommen insgesamt 64 Fragen aus den oben genannten Kategorien zusammen. Der MDK-Termin sollte rund zwei Stunden in Anspruch nehmen. Denn nur so kann eine fachgerechte und individuelle Einschätzung fundiert getroffen werden.
Hier ergibt sich vielfach ein Problem, denn die durchschnittliche Dauer liegt real darunter. Mitunter wird die Begutachtung in unter einer Stunde vorgenommen. Der Grund liegt in der großen Zahl der zu begutachtenden Pflegebedürftigen und dem sich daraus ergebenden Zeitdruck. Eine oberflächlich durchgeführte Begutachtung kann sich jedoch negativ auf die korrekte Einschätzung der Pflegebedürftigkeit und der Höhe der Leistungen auswirken.
Daher sollten Sie ein besonderes Augenmerk darauf haben, dass der MDK-Gutachter sämtliche Punkte vollständig abarbeitet und auch die Antworten und Ergebnisse korrekt aufnimmt. Bleiben sie hartnäckig und beharren Sie darauf, dass der Prüfer zum Abschluss seiner Begutachtung Ihnen gegenüber seine Einschätzung darlegt.

Die gute Vorbereitung auf den MDK-Termin durch das Ausfüllen Ihres Pflegetagebuches dient dem Gutachter als Hilfestellung. Auf diese Weise bietet sich ihm die Möglichkeit, die Gegebenheiten im Hinblick auf die Selbstständigkeit der betroffenen Person zügig, effektiv und zielführend zu erfassen.

Ebenso gehört zu einer guten Vorbereitung die Beschaffung wichtiger und somit unterstützender Unterlagen. Diese basieren auf ärztlichen Diagnosen und schriftlichen Anordnungen von pflegerischen und therapeutischen Leistungen. Auch Stellungnahmen und Befunde hinsichtlich der Pflegebedürftigkeit oder ein Krankenhausbericht helfen unterstützend. Sie können das Ihre tun, indem Sie ganz gezielt Diagnosen erfragen, die Ihren Pflegeantrag unterstützen. Der Gutachter ist verpflichtet, ärztliche Diagnosen zu berücksichtigen.

Die Pflegegrad Begutachtung nach Aktenlage

Es gibt Ausnahmefälle, bei denen die Begutachtung nach Aktenlage erfolgt (früher Pflegestufe nach Aktenlage). Hierbei entfällt der Begutachtungstermin mit dem MDK. Manchmal macht die Eile eine solche Entscheidung erforderlich, z.B. wenn ein stationärer Heimaufenthalt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus geplant und organisiert werden muss. Wochen nach dem Einzug in die stationäre Einrichtung erfolgt dann die Überprüfung durch die Pflegeversicherung.

Bisweilen wird im Zuge dieser Überprüfung der Pflegegrad, der nach Aktenlage gewährt wurde, wieder aberkannt. Da der Aufenthalt in einem Pflegeheim nur mit einem erteilten Pflegegrad erlaubt ist, kann sich die Situation zuspitzen. Die Aberkennung hat demzufolge den zwangsweisen Auszug aus der Einrichtung zur Folge. Daher sollten betroffene Familien sofort Widerspruch gegen den Aberkennungsbescheid einlegen und gleichzeitig prüfen lassen, ob die Pflegebedürftigkeit nicht doch dem genannten Pflegegrad entspricht.
Es lohnt sich, gegen die Aberkennung vorzugehen und in zahlreichen Fällen kann der bewilligte Pflegegrad auch beibehalten oder gar die Höherstufung durchgesetzt werden. Als Pflegeexperten stehen wir Ihnen auch in dieser Angelegenheit gern helfend zur Seite.

5. Schritt – Pflegegrad Bescheid prüfen

Nur wenige Tage nach dem Besuch des MDK-Gutachters steht der schriftliche Bescheid der Pflegekasse ins Haus. Daraus ist das Ergebnis der Einschätzung des MDK zu sehen sowie der Grad der Pflege (früher Pflegestufe). Kurze Zeit später erfolgt dann die Auszahlung des genehmigten Betrages.
Ein wichtiger Hinweis: Achten Sie unbedingt darauf, dass die Zahlung rückwirkend, d. h. bis zum Zeitraum der Antragstellung, erfolgt. Ein Beispiel dient der Verdeutlichung:

  • Erste telefonische Kontaktaufnahme 09.10.2017
  • Tag der schriftlichen Antragstellung 16.10.2017
  • Datum der MDK-Begutachtung 30.10.2017
  • Datum des Bescheids 13.11.2017

Der erste Zahlungseingang dürfte dann am 30.11.2017 zu erwarten sein, berücksichtigt dann aber auch die Zeit ab dem 9. Oktober (erste telefonische Kontaktaufnahme).
Dies gilt auch für Versicherte, die genötigt waren, bereits vor der Bewilligung eines Pflegegrades einen Pflegedienst zu beanspruchen, d. h. Sie erhalten die Leistungen ebenfalls rückwirkend. In diesem Fall rechnet der Pflegedienst die erfolgten Sachleistungen üblicherweise direkt mit der Pflegekasse ab. Gleiches gilt für stationäre Einrichtungen, wie z. B. Pflegeheime. Stets wird rückwirkend ab Antragstellung gezahlt.