Ab Pflegegrad 2 erhalten Pflegebedürftige für die häusliche Pflege von ihrer Pflegeversicherung u. a. Pflegegeld. In diesem Artikel erfahren Sie alle relevanten Informationen zu dieser Pflegeleistung.

Pflegebedürftige Personen, die bei einer deutschen Krankenversicherung versichert sind und in die Pflegeversicherung einzahlen, können selbst entscheiden, wo und von wem sie gepflegt werden möchten. Die tägliche Pflege umfasst Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben, bei der Mobilität oder bei der Ernährung, hauswirtschaftliche Hilfen sowie Betreuung und Begleitung im Alltag, je nach dem individuellen Grad der Pflegebedürftigkeit.

Video: Alles rund ums Thema Pflegegeld

In diesem Video erklären wir Ihnen alles zum Thema "Pflegegeld".

Die Pflege kann zu Hause im gewohnten Umfeld stattfinden, hier kümmern sich in der Regel Partner, Familienangehörige oder Freunde um den Pflegebedürftigen. In einer stationären Einrichtung sind geschulte Pflegekräfte und Betreuungspersonen für die tägliche Pflege zuständig.

Entscheidet sich eine pflegebedürftige Person für die Pflege zu Hause, kann sie bei der zuständigen Pflegeversicherung einen Anspruch auf Pflegegeld geltend machen.

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    Dieser Anspruch besteht sowohl bei gesetzlichen als auch bei privaten Pflegeversicherungen.

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    Die Auszahlung finanzieller Pflegeleistungen ist nicht an privates Einkommen, Rente oder Vermögen gekoppelt.

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    Es handelt sich dabei um Versicherungsleistungen, die dann ausgezahlt werden, wenn der Bedarf an täglicher Hilfe die Voraussetzungen für einen der fünf Pflegegrade (früher drei Pflegestufen) erfüllt.

Pflegegeld – die wichtigsten Fakten

Das Pflegegeld ist neben den sogenannten Pflegesachleistungen eine der wichtigsten Komponenten des deutschen Pflegesystems.

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    Das Pflegegeld ist eine monatliche Geldzahlung, die anerkannt Pflegebedürftige (mit Pflegegrad) von ihrer gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung erhalten, wenn sie zu Hause von Angehörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt werden.

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    Das Elfte Sozialgesetzbuch (SGB XI), in dem die Pflegebedürftigkeit definiert ist, beschreibt es als „Pflegegeld für selbst beschaffte Hilfen“ (§ 37), mit dem ein Pflegebedürftiger den Aufwand und Einsatz der pflegenden Person abgelten kann.

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    Die Höhe des Pflegegelds wird nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit berechnet. Der individuelle Pflegegrad (früher Pflegestufe) ist hier maßgeblich.

Seit Anfang 2017 gibt es insgesamt fünf Pflegegrade, die über die Höhe der gezahlten Leistungen entscheiden. Vor einer großen Pflegereform wurde die Einteilung in drei Pflegestufen vorgenommen. Anhand eines Gutachtens, das die Pflegeversicherung über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder eine andere Organisation in Auftrag gibt, kann die Pflegeversicherung festlegen, welcher Pflegegrad einer pflegebedürftigen Person zusteht.

Folgende Leistungen können Pflegebedürftige in den einzelnen Pflegegraden beziehen:

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    Pflegegrad 1: Kein Pflegegeld

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    Pflegegrad 2: Monatlich 316 Euro

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    Pflegegrad 3: Monatlich 545 Euro

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    Pflegegrad 4: Monatlich 728 Euro

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    Pflegegrad 5: Monatlich 901 Euro

Wer bekommt Pflegegeld und wie kann es beantragt werden?

Anspruch auf Pflegegeld kann jeder Versicherungsnehmer geltend machen, der in eine deutsche Pflegeversicherung einzahlt und einen anerkannten Pflegegrad (bis 2017 anerkannte Pflegestufe) besitzt. Der Betroffene muss im eigenen Zuhause, bei Angehörigen oder Bekannten oder in einer Pflege-WG leben und ambulant von Angehörigen oder Bekannten betreut werden. Für die Pflege verantwortlich sind somit nicht professionelle Pflegepersonen, die die Pflege nicht erwerbsmäßig durchführen. Das Pflegegeld wird jedoch nicht an die Pflegeperson ausgezahlt, sondern an den Pflegebedürftigen selbst.

Um einen Pflegegrad zu erhalten und so das Pflegegeld zu erhalten, muss eine pflegebedürftige Person zunächst einen Pflegegrad-Antrag bei ihrer Pflegeversicherung stellen, um als pflegebedürftig eingestuft zu werden.

Was ist beim Antrag auf einen Pflegegrad zu beachten?

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    Der Pflegegrad-Antrag kann formlos bei der Pflegekasse, per Brief oder am Telefon, gestellt werden.

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    Die jeweilige Pflegekasse ist in der Regel an Ihre Krankenkasse angegliedert.

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    Viele Pflegekassen stellen auf ihren Webseiten Formulare für den Pflegegrad-Antrag zur Verfügung.

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    Die Pflegebedürftigen müssen den Pflegegrad-Antrag selbst stellen – ist dies nicht möglich, kann eine bevollmächtigte Person die Aufgabe übernehmen.

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    Je früher Sie den Antrag auf einen Pflegegrad (früher Antrag auf eine Pflegestufe) stellen, desto früher erhalten Sie gegebenenfalls auch Leistungen der Pflegeversicherung.

Nachdem ein Antrag auf einen Pflegegrad gestellt wurde, gibt die Pflegeversicherung ein Gutachten in Auftrag, um die individuelle Situation des Pflegebedürftigen zu prüfen. Im Anschluss wird der Pflegegrad-Antrag bewilligt, eine konkrete Einstufung vorgenommen oder der Antrag wird abgelehnt. Bei einem abgelehnten Pflegegrad-Antrag haben Sie die Möglichkeit, Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen.

Kombinationsleistungen: Anteiliges Pflegegeld

Anstelle eines reinen Pflegegelds können Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad auch sogenannte Kombinationsleistungen in Anspruch nehmen, z. B. wenn pflegende Angehörige nicht immer Zeit haben, die Grundpflege zu übernehmen. Diese setzen sich aus Pflegesachleistungen, die durch einen professionellen Pflegedienst durchgeführt werden, und einer anteiligen Zahlung des Pflegegelds zusammen.
Die Pflegeversicherung zahlt in einem solchen Fall zunächst die benötigten Pflegesachleistungen an den zuständigen Pflegedienst aus. Werden die Sachleistungen nicht vollständig ausgeschöpft, kann darüber hinaus eine anteilige Zahlung des monatlichen Pflegegelds vorgenommen werden.

FAQ

Häufige Fragen und Antworten rund um das Pflegegeld

Ihre Frage ist nicht dabei? Unsere Pflegeexperten stehen Ihnen gerne für alle Frage rund um das Thema Pflegegeld zur Verfügung

Wenn Sie häuslich oder ambulant pflegen, erhält die pflegebedürftige Person ab Pflegegrad 2 monatlich Pflegegeld. Dieses wird meist am Anfang des Monats zusammen mit den restlichen Leistungen überwiesen.

Bei häuslicher Pflege steht den Pflegepersonen das Pflegegeld als Entschädigung für ihre Arbeit im pflegerischen Alltag zu. Wie die erhaltene Summe eingeteilt wird, entscheidet die pflegebedürftige bzw. bevollmächtigte Person selbst.

Pflegegeld kann jeder Versicherungsnehmer beantragen, der mindestens Pflegegrad 2 bezieht und sich häuslich oder ambulant pflegen lässt.

Ab Pflegegrad 2 kann Pflegegeld von der Krankenkasse beantragt werden. Mit einem höheren Pflegegrad steigt auch die Höhe der Leistung:

Pflegegrad 2: 316 € monatlich

Pflegegrad 3: 545 € monatlich

Pflegegrad 4: 728 € monatlich

Pflegegrad 5: 901 € monatlich

Pflegegeld wird bei häuslicher Pflege als Entlohnung für die Pflegepersonen gewährt. Ausbezahlt wird die Leistung entweder auf das Konto der Pflegebedürftigen oder an eine von ihnen einer bevollmächtigten Person. Voraussetzung für das Pflegegeld ist ein attestierter Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe); ab Pflegegrad 2 können Sie Pflegegeld beantragen.

Die monatliche Zahlung des Pflegegeldes erfolgt auf das Konto der pflegebedürftigen oder bevollmächtigten Person. Wie der Betrag unter den Pflegepersonen aufgeteilt wird, wird individuell von den Beteiligten entschieden.

Je nach Krankenkasse und Kreditinstitut sollte das Pflegegeld in den ersten Tagen des neuen Monats auf dem Konto der pflegebedürftigen oder bevollmächtigten Person sein.

Falls Sie einen zu hohen Pflegegeldsatz erhalten haben, sind Sie verpflichtet, die Differenz an die Krankenkasse zurückzuerstatten. Sollte sich die Pflegesituation ändern (z. B. stationäre Pflege oder Umzug), sind Sie ebenfalls verpflichtet, die Krankenkassen umgehend zu informieren und die erhaltenen Leistungen zurückzuzahlen.

Eine Rückzahlung des Pflegegeldes (und aller Pflegeleistungen) kann von der Pflegeversicherung auch eingefordert werden, wenn diese eine Veruntreuung oder falsche Nutzung der Gelder vermutet.

Besonders nach Aufenthalten in Pflege- oder Rehabilitationseinrichtungen kann die jeweilige Pflegekasse versuchen, die dort erhaltenen Pflegesachleistungen in das Pflegegeld einzurechnen. In diesem Fall wird Ihr Pflegegeldanspruch gekürzt. Gegen diese Kürzung können Sie mit einem Widerspruch vorgehen. Gerne stehen wir Ihnen unterstützend zur Seite.

Leistungen aus der Pflegeversicherung können seit 1996 bezogen werden, das Pflegegeld war damals aber noch unter einem anderen Namen bekannt. Mit dem Ersten Pflegestärkungsgesetz 2016 (kurz PSG I) wurde das Pflegegeld durch mehrere Kategorien und Fallregulationen definiert. Maximales Pflegegeld steht pflegebedürftigen Personen seit 2017 zu.

Sobald Ihr Pflegegrad von der Pflegeversicherung anerkannt wurde, wird das Pflegegeld etwa zwei bis drei Wochen nach der Beantragung ausgezahlt. Beachten Sie, dass die Zahlung rückwirkend ab Antragstellung (des Pflegegrades) erfolgt – machen Sie Ihre Ansprüche unbedingt geltend.

Bei häuslicher Pflege mit gewährtem Pflegegrad 2 erhalten Sie 316 € Pflegegeld monatlich.

Auch mit der Pflegereform 2017 (kurz PSG II oder Zweites Pflegestärkungsgesetz) wird im Rahmen der Pflegeleistungen nicht zwischen Kindern und Erwachsenen unterschieden. Ab Pflegegrad 2 können Sie Pflegegeld beziehen.

  • Pflegegrad 2: 316 € monatlich
  • Pflegegrad 3: 545 € monatlich
  • Pflegegrad 4: 728 € monatlich
  • Pflegegrad 5: 901 € monatlich

Wie viel Pflegegeld bei Demenz oder einer anderen spezifischen Krankheit gewährt wird, können wir nicht pauschal beantworten. Das Pflegegeld hängt immer vom jeweiligen Pflegegrad ab. Da Demenz jedoch oft mit einer Pflegebedürftigkeit einhergeht, sollte Pflegegrad 2 (316 € Pflegegeld) in den meisten Fällen erreicht werden.

Auch bei den bis 2017 gültigen Pflegestufen konnte Pflegegeld bezogen werden. Bei Pflegestufe 1 wurden monatlich 244 € ausbezahlt. Im Falle einer eingeschränkten Alltagskompetenz stieg der Betrag auf 316 € – diese Summe wird heute ab Pflegegrad 2 gewährt. 

Unterstützung beim Antrag auf Pflegegeld

Mit der großen Pflegereform 2017 hat sich die Situation der Pflegebedürftigen in Deutschland verbessert. Betroffenen mit einem attestierten Pflegegrad (früher Pflegestufe) stehen verschiedene Unterstützungen zu, unter anderem auch das Pflegegeld. Allerdings herrscht oft Unklarheit darüber, welche Leistungen zustehen oder wie sie beantragt werden.
Viele Pflegegrad-Anträge werden abgelehnt. Manchmal liegt es an fehlenden Informationen, manchmal an Fehlern bei der Begutachtung. Hier helfen wir von Dr. Weigl & Partner. Unser erfahrenes Expertenteam berät Sie gerne pflegefachlich, wenn Ihr Antrag auf einen Pflegegrad abgelehnt wurde oder sich Ihre bisherige Pflegesituation verändert hat. Dabei können wir prüfen, ob Ihre persönliche Situation und Ihr Hilfebedarf richtig und umfassend dargestellt wurde.

Unsere erste telefonische Beratung ist kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

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