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Kosten eines Pflegeheimplatzes

Der Umzug in ein Pflegeheim ist mit hohen Kosten verbunden, die sich nach den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen richten. Auch das Bundesland der Pflegeeinrichtung spielt eine Rolle. Durch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung werden die Kosten in aller Regel aber nicht vollständig gedeckt.

Obwohl niemand gern sein Heim und gegebenenfalls sogar seine Heimat verlässt, um in eine Pflegeeinrichtung zu ziehen, ist es nicht allen Senioren und Pflegebedürftigen möglich, bis ans Ende ihres Lebens in den eigenen vier Wänden zu leben. Die Gründe für einen Umzug in ein Pflegeheim sind vielfältig: Die Angehörigen leben zu weit weg, der Pflegebedürftige kann den Alltag alleine nicht mehr meistern oder eine Erkrankung erfordert eine 24-Stunden-Betreuung.

Mit dem Umzug in ein Pflegeheim entstehen jedoch auch Kosten: Für die Unterbringung und Verpflegung, aber natürlich auch für die Pflege und Betreuung müssen die Bewohner eines Pflegeheims mitunter tief in die Tasche greifen. Durch die gesetzliche Pflegeversicherung kann zwar ein Teil der Kosten mithilfe der staatlichen Unterstützung finanziert werden, jedoch müssen Pflegebedürftige einen Teil der monatlichen Unterbringungskosten selbst bezahlen. Dazu zählen der sogenannte Eigenanteil sowie alle Kosten, die über die Unterstützung der Pflegekasse hinausgehen.

Was kostet ein Pflegeheimplatz?

Im bundesweiten Schnitt kostet ein Platz im Pflegeheim monatlich rund 1.700 bis 2.000 Euro. Im Einzelfall kann diese Zahl aber durchaus variieren: Abhängig von der Lage des Pflegeheims im Bundesgebiet und der individuellen Ausstattung können die tatsächlichen Kosten weit höher oder weit niedriger liegen.

Mit der zweiten Pflegereform, die 2017 in Kraft getreten ist, hat sich in der Pflege – und für die Pflegebedürftigen – einiges verbessert. So erhalten Menschen mit körperlichen Erkrankungen ebenso wie Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen gleichermaßen Zugang zu den Pflegeleistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Mit insgesamt fünf Pflegegraden ist das System der Einteilung der Pflegebedürftigen transparenter und gleichberechtigter geworden. Ausreichend, um alle Kosten eines Pflegeheims abzudecken, sind die Leistungen der Pflegeversicherung jedoch immer noch nicht.

Das hat in erster Linie zwei Gründe:

  • Die Pflegeversicherung übernimmt ausschließlich Kosten, die mit der Pflege zusammenhängen. Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen von den Bewohnern selbst getragen werden.
  • Die Höhe der Leistungen, die die Pflegekasse übernimmt, richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit.

Wie setzen sich die Kosten für einen Pflegeheimplatz zusammen?

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz bestehen aus verschiedenen Posten. Damit die Gesamtkosten für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen transparent bleiben, sind die Heimträger verpflichtet, jede Leistung, für die Kosten erhoben werden, einzeln aufzuführen. In der Regel setzen sich die Kosten folgendermaßen zusammen:

  • Pflegekosten
  • Eigenanteil an den Pflegekosten
  • Unterkunft
  • Verpflegung
  • Investitionskosten
  • Ausbildungsumlage
  • Zusatzleistungen

Die Pflegeversicherung übernimmt lediglich die Kosten für die Pflege, die im Pflegeheim durchgeführt wird. Für alle anderen Positionen müssen die Pflegeheimbewohner selbst aufkommen. Das ist gewissermaßen auch gerechtfertigt: Wohnen sie in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus, müssen die Kosten für Miete, Reparaturen und die tägliche Verpflegung ebenfalls gezahlt werden. Diese allgemeinen Kosten setzen sich im Pflegeheim aus den Kosten für die Unterkunft und die Verpflegung sowie den Investitionskosten zusammen. Unter Investitionskosten versteht man Kosten für Um- und Ausbaumaßnahmen des Heims, die Instandhaltung und Modernisierung.

Hinzu kommt die Ausbildungsumlage, die gezahlt werden muss, wenn das Pflegeheim Auszubildende beschäftigt, die ihre Ausbildung als Pfleger oder Pflegerin noch nicht abgeschlossen haben. In der Regel wird dieser Betrag nur erhoben, wenn das Pflegeheim selbst ausbildet.

Ebenfalls aus eigenen Mitteln müssen die sogenannten Zusatzleistungen finanziert werden. Unter diesem Begriff werden alle Leistungen zusammengefasst, die über die notwendige Pflege und Betreuung hinausgehen.

Wenn die Pflegeleistungen nicht ausreichen

Kosten für die Pflege und die pflegefachliche Betreuung im Pflegeheim werden von der Pflegeversicherung übernommen – vorausgesetzt der Pflegebedürftige hat einen Pflegegrad und damit eine anerkannte Pflegebedürftigkeit. Allerdings übernimmt die Pflegeversicherung keinesfalls sämtliche Pflegekosten. Wie hoch die Zuzahlungen der Pflegekasse sind, richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad:

  • Pflegegrad 1: 125 Euro (Entlastungsbetrag)
  • Pflegegrad 2: 770 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.262 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.775 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.005 Euro

In aller Regel reichen die Leistungen der Pflegeversicherung jedoch nicht aus, um die gesamten Pflegekosten im Heim abzudecken. Für die Restsumme müssen Pflegebedürftige auf ihr Vermögen, ihre Rente oder die Unterstützung durch Angehörige zurückgreifen. Unabhängig davon erhebt jedes Pflegeheim einen sogenannten Eigenanteil an den Pflegekosten. Dieser ist unabhängig vom Pflegegrad und unterscheidet sich von Pflegeheim zu Pflegeheim.

Übersteigen die Kosten für die Pflege die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich, können Sie eine Höherstufung beantragen: Vor allem wenn ein Pflegegrad schon längere Zeit besteht oder sich der Umzug ins Pflegeheim aus einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben hat, entspricht der Pflegegrad häufig nicht mehr der tatsächlichen Pflegesituation. Ein Antrag auf Höherstufung kann jederzeit bei der Pflegekasse gestellt werden und führt im besten Fall zu höheren Pflegeleistungen.

Um nicht mehr zu zahlen als notwendig, lohnt es sich, die individuellen Kosten, die für einen Pflegeheimplatz erhoben werden, zu überprüfen. Angehörige oder der Pflegebedürftige selbst sollten den Vertrag mit dem Pflegeheim sorgfältig lesen und einem Kostencheck unterziehen. Weil der Träger des Pflegeheims verpflichtet ist, sämtliche Kosten einzeln aufzulisten, lässt sich schnell ermitteln, in welchem Bereich die Kosten besonders hoch sind.

Eigenanteil der Pflegeversorgung

Teil der gesetzlichen Regelung der Pflegeversorgung ist, dass Pflegebedürftige im Pflegeheim einen eigenen Beitrag zu den jeweiligen Pflegekosten leisten müssen. Stieg der Eigenanteil früher mit der Pflegestufe, so werden die Kosten seit 2017 unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad erhoben. Der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) sorgt dafür, dass jeder Pflegeheimbewohner denselben Beitrag für die pflegerische Versorgung bezahlt. Die Höhe unterscheidet sich von Pflegeheim zu Pflegeheim – der Vergleich verschiedener Einrichtungen kann sich also finanziell lohnen.

Im Regelfall wird der Eigenanteil an der Pflegeversorgung aus dem Vermögen der Pflegebedürftigen gezahlt. Er kann jedoch auch mit der Rente verrechnet werden, falls diese hoch genug ist, um die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Zusatzleistungen zu tragen. Eine Alternative zur Rentenverrechnung ist die Kostenabgabe an Angehörige: Können Pflegebedürftige die Kosten für den Eigenanteil nicht selbst finanzieren, stehen ihre Angehörigen in der Pflicht.

Sonderfall: Pflegeheimplatz bei Grundsicherung

Nicht jeder Pflegebedürftige hat das Glück, auf ein eigenes Vermögen oder die Unterstützung seiner Angehörigen zurückgreifen zu können. Trotzdem muss der Staat auch Menschen, die von der Grundsicherung leben, einen Platz in einem Pflegeheim zur Verfügung stellen, falls diese nicht mehr in der Lage sind, in einer eigenen Wohnung zu leben. Dann kommt die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ zum Einsatz: Sie ist eine Leistung des Sozialamts und wird gewährt, wenn Vermögen und Rente nicht ausreichen, um die Kosten für das Pflegeheim zu decken, oder wenn der Pflegebedürftige bereits vor seiner Pflegebedürftigkeit die Grundsicherung bezogen hat.

2019-03-08T16:56:45+00:00
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