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Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine Erkrankung, die im Zusammenhang mit einer Medikamenteneinnahme häufig Nebenwirkungen erzeugt. Bei Patienten und insbesondere älteren Pflegebedürftigen führt das zu Unverständnis für die Therapie – Pflegepersonen benötigen im Umgang mit Hypertonie-Patienten daher eine besondere Geduld.

Pflege und Pflegestufe bzw. Pflegegrad bei Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Erkrankung, die nicht auf ein bestimmtes Alter beschränkt ist – sie kann Menschen schon mit Anfang 20 treffen, aber auch erst in höherem Alter auftreten. Um den Bluthochdruck dauerhaft zu senken, kann eine Veränderung der Lebensführung ausreichen. In anderen Fällen müssen jedoch Medikamente eingenommen werden, die neben der blutsenkenden Wirkung auch diverse Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen nach sich ziehen können. Pflegebedürftig sind Menschen mit Bluthochdruck häufig im Alter, aber im Zusammenhang mit anderen Miterkrankungen kann Hypertonie auch bei jüngeren Pflegebedürftigen auftreten. In der Pflege ist vor allem zu beachten, dass eventuelle allgemeine Maßnahmen der Lebensführung getroffen werden, beispielsweise die Anpassung der Ernährung oder die Reduktion von Übergewicht. Auch die Einnahme ärztlich verordneter Medikamente zur Senkung des Blutdrucks sollte überprüft werden, da Patienten aufgrund der Nebenwirkungen nicht immer einsehen, dass sie die Blutsenker auch einnehmen sollten.

Was ist Bluthochdruck bzw. Hypertonie?

Als Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems gehört Bluthochdruck (medizinisch Hypertonie) zu den weit verbreiteten Krankheiten der westlichen Industrienationen. Rund 20 bis 30 Millionen Deutsche leiden Schätzungen zufolge unter erhöhtem Blutdruck. Ursachen sind in 80 bis 90 Prozent der Fälle erbliche Anlagen (sogenannte primäre Hypertonie), aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel führen dazu, dass insbesondere immer mehr junge Menschen unter Bluthochdruck leiden (sogenannte sekundäre Hypertonie).

Bluthochdruck ist im Vergleich zu anderen Krankheiten sehr gefährlich, wenn er unerkannt bleibt – Grund dafür ist u. a., dass er schleichend verläuft und viele Betroffenen über einen langen Zeitraum gar nicht wissen, dass sie an Hypertonie leiden. Bleibt der erhöhte Blutdruck aber über einen langen Zeitraum unerkannt und dementsprechend auch unbehandelt, steigt das Risiko bleibender Schäden an anderen Organen, etwa dem Herz, dem Gehirn, den Nieren oder den Augen. Neben Herzrhythmusschwäche, Nierenschwäche oder dem Verlust der Sehkraft kann Bluthochdruck auch lebensbedrohliche Folgen verursachen und das Risiko eines Herzinfarkts erhöhen. Bluthochdruck gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle, die auf Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems zurückgehen.

Vorbeugende Maßnahmen und der Einsatz blutverdünnender Medikamente tragen dazu bei, Folgeerkrankungen zu verhindern und sowohl Lebenserwartung als auch Lebensqualität zu steigern. Trotz aller heilenden Wirkung können Bluthochdruck-Medikamente bzw. Blutverdünner im Körper aber auch eine ganze Menge Schaden anrichten. Weil alle Organe und Zellen des Körpers miteinander interagieren, wirken die Medikamente nämlich nicht nur im Blut, sondern im gesamten Organismus. Beispielsweise werden dabei auch andere Organe, Kreisläufe und vor allem das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen.

Wie wirkt sich Bluthochdruck auf die Pflege aus?

Leidet jemand ausschließlich unter Bluthochdruck, ist darüber hinaus aber fit, fällt er in der Regel nicht unter den Begriff der Pflegebedürftigkeit. Weil aber mit zunehmendem Alter das Risiko, Hypertonie zu bekommen, steigt, sind vor allem Senioren von der Erkrankung betroffen. Können diese ihren Alltag aufgrund ihres Alters oder einer anderen Erkrankung nicht mehr selbstständig gestalten, erhalten sie Pflegeleistungen von der Pflegeversicherung. Die Pflege wird, wenn sie weiterhin zu Hause leben, von ambulanten Pflegekräften oder pflegenden Familienangehörigen durchgeführt; leben die Betroffenen im Pflegeheim, sind es geschulte Pflegekräfte, die sich um die Versorgung und die Medikamenteneinnahme kümmern.

Da Hypertonie bis zu einem gewissen Grad symptomlos verläuft, müssen Pflegepersonen nicht unbedingt besondere Pflegemaßnahmen ergreifen. Hat der behandelnde Arzt blutdrucksenkende Medikamente verschrieben, sollte die pflegende Person jedoch darauf achten, dass diese auch regelmäßig eingenommen werden – empfinden die Betroffenen nämlich Nebenwirkungen, entsteht häufig ein Unverständnis, warum sie die Medikamente dennoch zugunsten ihrer Gesundheit einnehmen sollten. Darüber hinaus fällt der Pflegeperson häufig die Aufgabe zu, den Pflegebedürftigen zu regelmäßiger Bewegung, einer gesunden Ernährung oder anderen, die Lebensführung verändernden Maßnahmen zu motivieren.

Körperpflege, Mobilität und Nahrungsaufnahme bei Bluthochdruck

Die Bereiche der sogenannten „Grundpflege“, die sich aus Körperpflege, Ernährung und Mobilität zusammensetzt, werden von Hypertonie in aller Regel kaum berührt. Benötigen Pflegebedürftige hier Hilfe und Unterstützung, ist dies meistens auf andere Erkrankungen oder Altersschwäche zurückzuführen. Für Pflegende bedeutet das, den Pflegebedürftigen so weit zu unterstützen wie nötig, aber ihm nicht alle Aufgaben und alltäglichen Verrichtungen abzunehmen. Eine „aktivierende Pflege“ kann dazu beitragen, dass der Pflegebedürftigen so lange wie möglich noch einen Teil seiner Selbstständigkeit erhalten und sich weitgehend eigenständig im Alltag bewegen kann.

Die Einbeziehung des Pflegebedürftigen bei Bluthochdruck

Viel wichtiger als die konkrete Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen der Körperpflege oder der Ernährung ist die Wahrnehmung des Pflegebedürftigen als individueller Persönlichkeit mit individuellen Bedürfnissen. Weil Bluthochdruck, auch wenn er symptomlos erscheint, eine ernste Erkrankung ist, sollten betroffene Pflegebedürftige auch ernst genommen werden. Vor allem dem oft gebräuchlichen Begriff der „Altershypertonie“ wohnt eine abwertende Bedeutung inne, die aus psychologischer Sicht problematisch sein kann.

Anstatt den Pflegebedürftigen im Hinblick auf seine Erkrankung zu bevormunden, sollten Pflegekräfte auf Aufklärung setzen. Letztlich hat jeder Pflegebedürftige das Recht, selbst über sein Leben zu bestimmen – er sollte aber vertraut mit den Risiken, möglichen Folgeerkrankungen und den notwendigen Therapiemaßnahmen sein. Pflegekräfte und pflegende Angehörige können in diesem Zusammenhang ein wichtiger Ansprechpartner sein und den Pflegebedürftigen in seiner Alltagsführung unterstützen und beraten.

Welcher Pflegegrad bei Bluthochdruck?

Menschen, die auf Hilfe im Alltag angewiesen sind oder sich aufgrund einer physischen oder kognitiven Erkrankung nicht mehr selbst versorgen können, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einen Pflegegrad. An diesen sind Pflegeleistungen wie z. B. das Pflegegeld, die Pflegesachleistungen oder finanzielle Unterstützung für Tages- und Nachtpflege oder Verhinderungspflege geknüpft.

Ausschlaggebend dafür, ob und welcher Pflegegrad bewilligt wird, ist der Grad der noch verbliebenen Selbstständigkeit. Dieser wird in einem unabhängigen Begutachtungsverfahren ermittelt, an dessen Ende die Entscheidung der Pflegeversicherung über Pflegegrad und Leistungen steht. Welcher Pflegegrad im Einzelnen bei einem Pflegebedürftigen mit Bluthochdruck zu erwarten ist, richtet sich in erster Linie nach anderen, zusätzlichen Erkrankungen sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand und der konkreten Pflegesituation.

2018-07-16T13:46:21+00:00
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