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Demenzerkrankungen sorgen dafür, dass die Gedächtnisleistung der Betroffenen mehr und mehr nachlässt. Trotzdem können Pflegebedürftige mit einer Demenz in den eigenen vier Wänden leben. Möglich machen dies spezielle Pflegedienste.

Pflegedienst für Demenzkranke

Demenz gehört zu den Erkrankungen, die sich trotz umfangreicher Forschungen bis heute sehr schlecht einschätzen lassen. Typischerweise eine Krankheit des Alters, beginnen Demenzsymptome durchschnittlich im Alter zwischen 60 und 70 Jahren und können einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Vor allem leichte Formen der Demenz sind aus pflegefachlicher Sicht nicht einfach zu beurteilen: Die Betroffenen sind in vielen Fällen noch körperlich fit und führen ein aktives Leben. Die Bereiche, in denen die Gedächtnisleistung nachlässt und den Betroffenen den Alltag erschwert, zeigen sich oft erst auf den zweiten Blick bzw. durch genaues Nachfragen.

Damit Menschen mit einer Demenz- oder Alzheimererkrankung zu Hause wohnen und ein weitgehend eigenständiges Leben führen können, ist es wichtig, dass sich Angehörige gemeinsam mit dem Betroffenen frühzeitig damit auseinandersetzen, welche Unterstützung sie erhalten können. Von Gedächtnistraining über Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen bis hin zu ambulanten Pflegediensten, die auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen ausgerichtet sind, die ihr Erinnerungsvermögen nach und nach verlieren, gibt es heute viele Möglichkeiten, Demenzpatienten in ihrem Alltag zu unterstützen, ohne dass ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig ist.

Anforderungen an die Pflege bei Demenz

Eine Demenz- oder Alzheimererkrankung ist nicht mit dem klassischen Bild zu vergleichen, dass wir vor Augen haben, wenn wir an Krankheit denken. Vor allem in frühen Stadien der Erkrankung wirken die Betroffenen nach außen noch fit und körperlich gesund. Tatsächlich ist Demenz aber ein psychiatrisches Krankheitsbild, das sich im Verhalten und in der Informationsverarbeitung manifestiert. Je nach Schwere der Krankheit gehen kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten verloren. Im weiteren Verlauf verlieren Betroffene ihr Kurzzeitgedächtnis, ihr Denkvermögen sowie sprachliche und motorische Fähigkeiten. Letztlich verändert sich dadurch auch ihre Persönlichkeit – vor allem für Angehörige ist die Krankheit deshalb schwer zu ertragen.

Doch nicht nur Angehörige, auch ausgebildete Pflegekräfte können bei der Alzheimer- oder Demenzpflege an ihre Grenzen geraten. Mit dem schrittweisen Verlust der Gedächtnisleistung gehen im Alltag viele Probleme und Schwierigkeiten einher, die weit über eine Altersvergesslichkeit hinausgehen. Orientierungslosigkeit, die Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und Veränderungen der Persönlichkeit stellen hohe Anforderungen an die pflegende Person, die vor allem psychischer Natur sind. Entwickeln Senioren mit einer Demenzerkrankung eine sogenannte Weglauftendenz, reichen mehrmalige Kontrollbesuche am Tag nicht mehr aus: Die Betroffenen verlassen dann ihre Wohnung, weil sie einkaufen oder jemanden besuchen möchten, erinnern sich dann aber oftmals weder an ihr Ziel noch an den Weg zurück.

Spezielle Pflegedienste für Demenzkranke

Ausschlaggebend für die Pflege eines Demenzkranken ist das erkannte Krankheits-Stadium. Vor allem bei einer beginnenden Demenzerkrankung lässt sich oftmals nur schlecht diagnostizieren, ob es sich bereits um demenzielle Symptome oder lediglich um Vergesslichkeit und untypische Verhaltensweisen handelt. Zu diesem Zeitpunkt können in den meisten Fällen Angehörige die Pflege übernehmen, zumal die Kosten für einen Pflegedienst bei einer leichten Demenz in der Regel deutlich höher liegen als eventuelle Leistungen der Pflegeversicherung.

Haben Angehörige, ggfs. in Verbindung mit einem ambulanten Pflegedienst oder einer Betreuung in der Tagespflege, die Pflege übernommen, ist es wichtig, die Entwicklung der Krankheitssymptome genau zu beobachten. Zwar ist die Pflege eines Demenzpatienten in den eigenen vier Wänden über einen langen Zeitraum möglich, jedoch gibt es Merkmale und Ereignisse, die für eine umfassendere Pflege sprechen. Dazu gehören erkennbare Orientierungslosigkeit, die sich sowohl räumlich als auch zeitlich äußern kann, als auch die sogenannte Weglauftendenz, die ein Alleinbleiben des Demenzkranken nicht mehr ermöglicht.

Spezielle Pflegedienste für Demenzkranke bieten eine sinnvolle Alternative zu einem Umzug in ein Pflegeheim – denn auch dieser kann den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen. Weil mit der fortschreitenden Demenz Erinnerungen und Gedächtnisleistungen verloren gehen, ist es für Betroffene noch wichtiger als für andere Senioren, ein konstantes Lebensumfeld zu haben. Die eigene Wohnung oder das eigene Haus, eine vertraute Umgebung und bekannte Bezugspersonen helfen Demenz- oder Alzheimerpatienten, sich noch solange wie möglich zurechtzufinden. Eine aktivierende Pflege, die einen geregelten Tagesablauf bietet und sowohl kognitive als auch körperliche Fähigkeiten trainiert, kann den Krankheitsverlauf verlangsamen und im besten Fall sogar positive Veränderungen erreichen.

Weil die Pflege eines Demenzkranken umfangreicher ist als die allgemeine Pflege im Alter, können spezialisierte Pflegedienste oft besser mit der Situation umgehen als ein allgemeiner ambulanter Pflegedienst. Zu den Leistungen eines Pflegedienstes für Demenzkranke gehören u. a.:

  • Hilfe bei der Körperhygiene (Waschen, Duschen, Baden, Toilettengang, Intimpflege)
  • Hilfe bei der Ernährung (Zubereiten von Mahlzeiten, Schneiden von verzehrfertigen Stücken)
  • Erinnerung, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen
  • Hilfe beim Aufstehen, Anziehen und Zubettgehen
  • Motivation des Demenzkranken und Anleitung bei Tätigkeiten, die er noch selbst durchführen kann
  • Aktivierende Pflege und Stärkung der Selbstständigkeit

Optimale Versorgung für Demenzpatienten

Spezialisierte Pflegedienste für Demenzkranke arbeiten mit ausgebildeten Fachkräften, die eine spezielle Weiterbildung im Bereich psychischer Erkrankungen absolviert haben und sich in der Pflege von kognitiv oder psychisch erkrankten Menschen ständig weiterbilden. Je nachdem, wie weit die Demenz bereits fortgeschritten ist und welchen Pflegegrad ein Demenzkranker hat, kann der Pflegedienst ein- oder mehrmals am Tag einen Pflegedienstmitarbeiter einsetzen, der dem Pflegebedürftigen beispielsweise am Morgen oder Abend bei der Körperpflege und bei der Nahrungsaufnahme hilft. Diese Leistungen werden ganz oder zum Teil durch die Pflegeversicherung übernommen.

Spezielles Personal mit einer entsprechenden Ausbildung ist jedoch teurer als ein allgemeiner ambulanter Pflegedienst. Deshalb kommt für die meisten Betroffenen eine umfassendere Pflege durch geschulte Pflegefachkräfte nicht in Frage. Damit der Pflegebedürftige dennoch in seinen eigenen vier Wänden leben und dort gepflegt werden kann, müssen aber nicht unbedingt die Familienangehörigen einspringen. Eine 24-Stunden-Pflege kann z. B. durch Pflege- bzw. Betreuungspersonen aus Osteuropa durchgeführt werden. Diese haben in der Regel einen beruflichen Hintergrund in der Kranken- oder Altenpflege und kümmern sich, oft als fester Mitbewohner, um die Versorgung eines an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen.

Eine Alternative zur 24-Stunden-Pflege bietet eine Tages- und Nachtversorgung, die Angehörige von Demenzkranken entweder mit der eigenen Pflege oder der Versorgung durch einen speziellen Pflegedienst kombinieren können. In der Tagespflege verbringt der Pflegebedürftige den Tag in einer auf Senioren ausgerichteten Einrichtung. Dort ist er unter Gleichgesinnten, wird betreut und versorgt und kann oftmals sogar an Gedächtnistraining, Seniorensport oder anderen Aktivitäten teilnehmen. Benötigt der Pflegebedürftige dagegen vor allem nachts Betreuung und Unterstützung, z. B. bei häufigen Toilettengängen, kann eine Nachpflegeeinrichtung für eine wichtige Entlastung sorgen. In diesem Fall ist der Pflegebedürftige tagsüber zu Hause, verbringt die Nächte aber in einer speziellen Pflegeeinrichtung.

Welche Leistungen übernimmt die Pflegeversicherung?

Die häusliche Pflege spielt in der Pflegeversicherung eine wichtige Rolle: Da es in Deutschland, nicht zuletzt durch den demographischen Wandel, eine große (und steigende) Zahl von Pflegebedürftigen gibt, sind Plätze in Pflegeheimen in vielen Städten kaum zu finden. Auch ambulante Pflegedienste sind dem wachsenden Bedarf an ausgebildeten Pflegekräften nicht allerorts gewachsen. Die Pflege durch Angehörige bzw. die Kombinationspflege, die diese mit einem ambulanten Pflegedienst verbindet, ist daher ein wichtiger Baustein in der deutschen Pflegebranche.

Unter der Voraussetzung eines anerkannten Pflegegrads übernimmt die Pflegeversicherung deshalb für die häusliche Pflege verschiedene Leistungen, die sich in ihrer Höhe nach dem jeweiligen Pflegegrad richten. Dazu zählen u. a.:

  • Pflegegeld (Pflege durch Angehörige)
  • Pflegesachleistungen (Pflege durch ambulanten oder speziellen Pflegedienst)
  • Kombinationsleistungen (Pflege durch Angehörige und Pflegedienst)
  • Entlastungsbetrag
  • Tages- und Nachtpflege
  • Kurzzeit- und Verhinderungspflege
  • häusliche Krankenpflege (Abrechnung erfolgt durch die Krankenversicherung)
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnumfeldverbesserung
2018-12-04T13:51:37+00:00
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