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Sachleistungen

Können pflegende Angehörige die Pflege einer pflegebedürftigen Person nicht sicherstellen, finanziert die Pflegeversicherung Sachleistungen wie z. B. einen Pflegedienst.

Pflegesachleistungen

Die Bewilligung eines Pflegegrads ermöglicht pflegebedürftigen Versicherungsnehmern den Zugriff auf verschiedene Pflegeleistungen. Sobald der Antrag auf Pflegebedürftigkeit von der Pflegekasse anerkannt und dem Pflegebedürftigen ein Pflegegrad zugewiesen wurde, hat dieser Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld oder sogenannte Pflegesachleistungen. Je nach Bedarf können diese Leistungen auch miteinander kombiniert werden.

Mit den Sachleistungen will die Pflegeversicherung Dienstleistungen abdecken, die im Zusammenhang mit der Pflegebedürftigkeit des Versicherungsnehmers von einem ambulanten Pflegedienst erbracht werden. Insbesondere die tägliche Körperpflege und die Sicherstellung der Ernährung werden häufig von Pflegediensten übernommen, weil die Angehörigen es nicht schaffen, die tägliche Pflege zu übernehmen oder jeden Tag zu einer bestimmten Zeit für die Betreuung der pflegebedürftigen Person zur Verfügung zu stehen.

Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

Voraussetzungen für Sachleistungen

Als anerkannt pflegebedürftige Person mit einem Pflegegrad 2 oder höher haben Pflegebedürftige Anspruch auf verschiedene Pflegeleistungen, die monatlich in einer festgelegten Höhe ausgezahlt werden können – die Höhe der Leistungen richtet sich dabei nach dem Pflegegrad. Zum einen vergibt die Pflegeversicherung ein Pflegegeld, das direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt wird. Alternativ können jedoch auch Sachleistungen beantragt werden, die in der Regel einem höheren Betrag als das Pflegegeld entsprechen. Die Sachleistungen werden nicht ausgezahlt, sondern mit dem Pflegedienst, der den pflegebedürftigen Versicherungsnehmer betreut, verrechnet.

Die durch das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) eingetretenen Veränderungen betreffen auch die Pflegesachleistungen. Seit zum 1. Januar 2017 das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) in Kraft getreten ist, wurden die Zahlungen sowohl des Pflegegelds als auch der Pflegesachleistungen erhöht und angepasst. Ab dem Pflegegrad 2 können Pflegebedürftige eine finanzielle Unterstützung für den Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch nehmen und die Angehörigen oder Bekannten, die den Versicherungsnehmer betreuen, entlasten.

Sachleistungen ab 2017

Wie hoch die Sachleistungen, die bei der Pflegeversicherung beantragt werden können, im Einzelnen ausfallen, richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad, den die Pflegekasse mithilfe eines Pflegegutachtens festgelegt hat. Die Mittel, die an einen Pflegedienst ausgezahlt werden, damit dieser die Pflege eines pflegebedürftigen Versicherungsnehmers übernimmt und sicherstellt, sind gesetzlich festgelegt und stehen im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI).

Demnach erhält ein Pflegebedürftiger mit Pflegegrad 2 monatliche Sachleistungen im Wert von 689 Euro. Im Pflegegrad 3 betragen die Pflegesachleistungen 1.298 Euro, im Pflegegrad 4 sind es 1.612 Euro. Der höchste Pflegegrad ermöglicht einem pflegebedürftigen Versicherungsnehmer, Sachleistungen im Wert von 1.995 Euro im Monat in Anspruch zu nehmen.

Alle Pflegeleistungen in der Übersicht

Kombinationsleistungen

Abhängig davon, in welchem Maß ein pflegebedürftiger Versicherungsnehmer der Betreuung und Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst bedarf, ist es im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze weiterhin möglich, Pflegesachleistungen mit diversen Geldleistungen zu kombinieren. Werden die für den jeweiligen Pflegegrad zur Verfügung stehenden Mittel durch einen ambulanten Pflegedienst nicht ausgeschöpft, erhält der Pflegebedürftige über die Sachleistungen hinaus noch ein anteiliges Pflegegeld.

Werden beispielsweise nur 80 Prozent der Sachleistungen, die in Anspruch genommen werden, benötigt, können die verbleibenden 20 Prozent der Pflegeleistungen aus dem Pflegegeld genommen werden und direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt werden.

Weitere Pflegeleistungen im Kombination mit Sachleistungen

Neben den monatlichen Leistungen der Pflegeversicherung haben anerkannt Pflegebedürftige einen Anspruch auf weitere Pflegeleistungen, die in der Regel auf jährliche Zahlungen beschränkt sind. Darunter fallen beispielsweise die Tages- und Nachtpflege, die Kurzzeitpflege und die Verhinderungspflege. Während Tages- und Nachtpflege monatliche bezuschusst werden, kann die finanzielle Unterstützung für die Kurzzeit- oder Verhinderungspflege jährlich für einen festgelegten Zeitraum beantragt werden. Für eine pflegebedürftige Person steht zudem eine einmalige, bis zu 4.000 Euro umfassende Unterstützung für die Wohnraumanpassung zur Verfügung. Die Pflegeversicherung prüft dann von Einzelfall zu Einzelfall, ob beispielsweise die Einrichtung eines Treppenlifts oder der Bau von Rampen notwendig ist.

Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen
2017-12-21T11:43:15+00:00
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