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Pflegetagebuch

Ein Pflegetagebuch dient dazu, den Pflegeaufwand, der tagtäglich für eine pflegebedürftige Person bewältigt werden muss, detailliert festzuhalten. Es erhöht die Chancen, den korrekten Pflegegrad und die entsprechenden Leistungen bewilligt zu bekommen.

Unser Team berät Sie gern kostenlos und unverbindlich zum Thema Pflegetagebuch oder auch bei allen anderen Fragen der Pflege

Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, sei es durch sein hohes Lebensalter, eine schwere Erkrankung oder einen Unfall, ist er täglich auf die Hilfe anderer angewiesen. In vielen Fällen sind Unterstützung und Versorgung zu bestimmten Tageszeiten ausreichend; andere Betroffene müssen rund um die Uhr betreut werden.

In zahlreichen Familien übernehmen zunächst Angehörige die Pflege des Partner oder eines Eltern- oder Großelternteils. Zunächst fallen die Aufgaben kaum ins Gewicht, zumal die altersbedingte Pflegebedürftigkeit, die am häufigsten vorkommt, oftmals schleichend entsteht und immer mehr Zeit und Raum einnimmt.

Ist der Aufwand nicht mehr alleine zu bewältigen, wird häufig eine ambulante Pflege eingeschaltet, der sich zu bestimmten Tageszeiten, meist morgens und/oder abends um den Pflegebedürftigen kümmert und beispielsweise bei der Körperpflege und anderen Grundpflegetätigkeiten hilft.

Können die Angehörigen nicht mehr garantieren, dass die Betreuung (trotz Pflegedienst) im eigenen Zuhause ausreichend gesichert ist, bleibt oftmals nur der Umzug in eine Pflege-WG und betreutes Wohnen oder ein Pflegeheim. Ein Pflegedienst – und noch mehr ein Platz im Pflegeheim – kosten jedoch Geld.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt, wenn nicht schon früher, ist es sinnvoll, bei der Pflegeversicherung einen Pflegegrad für den pflegebedürftigen Angehörigen zu beantragen. Ein Pflegetagebuch ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Instrument, mit dem die Angehörigen den korrekten Pflegegrad erwirken können.

Wozu ist das Pflegetagebuch gedacht?

Nachdem bei der Pflegeversicherung ein Antrag auf einen Pflegegrad eingegangen ist, muss diese überprüfen, ob die Pflegebedürftigkeit tatsächlich besteht und welcher Pflegegrad dem Antragsteller zusteht. Durchgeführt wird diese Überprüfung von einem unabhängigen Unternehmen – bei gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen in der Regel dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

Ein Pflegegutachter besucht den Pflegebedürftigen zu Hause, um festzustellen, wie die Betreuung und Pflege durchgeführt wird und in welchen Lebensbereichen der Antragsteller auf Unterstützung angewiesen ist. Dass überhaupt ein Pflegegrad beantragt wird, um finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse zu erhalten, geht in der Regel von den Angehörigen eines Pflegebedürftigen aus.

Zwar muss dieser den Antrag in seinem eigenen Namen stellen, jedoch betrifft der Pflegeaufwand in erster Linie die Angehörigen. Um den Angehörigen das Verständnis zu erleichtern, was Pflege überhaupt ist und welche Lebensbereiche für die Bewilligung eines Pflegegrads wichtig sind, kann das Pflegetagebuch als Dokument herangezogen werden. Hier halten Angehörige fest, wie selbstständig das pflegebedürftige Familienmitglied noch ist, in welchen Lebensbereichen es auf Pflege angewiesen ist und ob es kognitive oder psychische Probleme gibt.

Das Führen eines Pflegetagebuchs dient der Vorbereitung auf den Begutachtungstermin, der im Anschluss an den Pflegegradantrag durch den MDK durchgeführt wird. Dieser kann nämlich, weil er dem Gutachter nur einen kurzen Einblick in den Lebensalltag des pflegebedürftigen Antragstellers ermöglicht, lediglich als Momentaufnahme betrachtet werden. Der tatsächliche Pflegebedarf dagegen umfasst häufig viel mehr, als in der kurzen Zeit des Besuchs durch den Gutachter beobachtet werden kann.

Welche Vorteile hat das Führen eines Pflegetagebuchs?

Viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bereiten sich nur mäßig oder gar nicht auf den Gutachtertermin mit dem MDK vor. Je weniger Informationen über die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit und die allgemeine Selbstständigkeit des Antragstellers dem Gutachter jedoch vorliegen, desto mehr muss dieser sich auf seine Beobachtungen und die Gespräche, die er vor Ort führt, verlassen.

Häufig führt dies zu einer Ablehnung des beantragten Pflegegrads oder einer zu niedrigen Einstufung. Um diese Informationslücke zu vermeiden, kann ein Pflegetagebuch angelegt werden. Im Idealfall sollte dieses geführt und ausgefüllt werden, sobald ein erhöhter Pflegebedarf, der über ein normales Maß hinausgeht, erkannt wird.

Es ist sinnvoll, das Pflegetagebuch so lange zu führen, bis die Pflegeversicherung einen Pflegegrad bewilligt hat, der dem tatsächlichen Pflegebedarf entspricht. Wird der Pflegegrad nämlich abgelehnt oder zu niedrig eingestuft, haben Angehörige mit einem detaillierten Pflegetagebuch das beste Instrument in der Hand, um einen Widerspruch bei der Pflegekasse gesichert begründen zu können.

Das Pflegetagebuch hilft Angehörigen, sich mit den Anforderungen und Problembereichen der Pflege eines Familienmitglieds auseinanderzusetzen. Erst wenn sie sich intensiv mit der Pflege beschäftigen, werden sie darauf aufmerksam, wie viele Themen und Bereiche von der Pflegebedürftigkeit berührt werden. Indem sie das Pflegetagebuch detailliert und über einem mehrwöchigen Zeitraum ausfüllen, können sie vielen Fragen des MDK-Gutachters vorausgreifen und während der MDK Begutachtung ein realitätsgetreues Bild der tatsächlichen Pflegesituation zeichnen.

Dies erleichtert dem Gutachter die Einschätzung der aktuellen Pflegesituation und erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit, dass bereits im ersten Verfahren der Pflegegrad bewilligt wird, der dem tatsächlichen Pflegebedarf des Antragstellers entspricht.

Was gehört in ein Pflegetagebuch?

Ein Pflegetagebuch kann viele verschiedene Formen annehmen und bietet Platz für diverse Pflegesituationen und Notizen, die den allgemeinen gesundheitlichen und geistigen Zustand eines Pflegebedürftigen betreffen. Wichtige Punkte, die in einem Pflegetagebuch nicht fehlen dürfen, sind Angaben über die Pflegehandlungen, die Angehörige Tag für Tag durchführen, um einen Pflegebedürftigen in seinem Alltag zu unterstützen – vom Helfen beim Anziehen über das Begleiten zur Toilette bis hin zu Einkäufen und anderen Hilfestellungen im Haushalt.

Darüber hinaus sollten hier Details über den Zustand des Pflegebedürftigen festgehalten werden: Sein geistiger Zustand, Vergesslichkeit oder Aggressivität sind ebenso wichtig für eine korrekte Einschätzung des MDK-Gutachters wie Angaben über krankheitsbedingte Schwierigkeiten. Online stehen Angehörigen zahlreiche Vorlagen für ein Pflegetagebuch (z. B. unser Pflegetagebuch Vordruck) zur Verfügung, die in der Regel kostenlos heruntergeladen und ausgefüllt werden können.

Sie orientieren sich an dem Fragenkatalog, mit dem der Gutachter den Grad der Pflegebedürftigkeit überprüft. Weil dieser Katalog insgesamt 64 Fragen umfasst, der Begutachtungstermin aber häufig in weniger als einer Stunde durchgeführt werden muss, passieren leicht Fehler bei der Begutachtung oder es werden wichtige Punkte, die aber einen starken Einfluss auf den Pflegegrad haben, übersehen.

Eine gute Vorbereitung der Angehörigen mithilfe eines Pflegetagebuchs kann derartige Lücken füllen. Wird ein Pflegetagebuch heruntergeladen und ausgefüllt, sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein aktuelles Pflegetagebuch handelt.

Da zwischen 2016 und 2017 eine Umstellung der Pflegesystems und auch der Begutachtung stattfand, kursieren noch immer veraltete Vorlagen, die nur bedingt hilfreich für eine Einschätzung des tatsächlichen Pflegebedarfs sind.

Das (neue) Pflegetagebuch hilft Angehörigen und Gutachtern dabei, den Grad der Selbstständigkeit des Antragstellers zu erfassen. Es orientiert sich an dem Pflegebedürftigkeitsbegriff, der 2017 mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz eingeführt wurde und enthält die insgesamt 64 Kriterien, nach denen ein Gutachter des MDK die Pflegebedürftigkeit beurteilt.

Mit unserem Expertenteam an Ihrer Seite erreichen Sie den Ihnen zustehenden Pflegegrad. Wir helfen Ihnen bei den bürokratischen Angelegenheiten und allen weiteren Fragen zur Pflege. Unabhängig davon, ob Sie einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen wollen, einen Pflegegrad Widerspruch anstreben oder Ihren derzeitigen Pflegegrad erhöhen möchten, wir unterstützen Sie gerne in allen Prozessen.

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2019-06-27T08:55:08+00:00
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