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Pflegegrad bei Demenz

Seit Januar 2017 profitieren auch Demenzkranke von den Leistungen der Pflegeversicherung, denn nun werden kognitive Einschränkungen ebenfalls als pflegebedürftig gewertet. Wir unterstützen Sie bei der Beantragung eines Pflegegrads für Demenzkranke (bis 2017Pflegestufe für Demenzkranke genannt).

Pflegegrad bei Demenz

Bislang standen viele Demenzkranke vor dem Problem, dass sie nur dann eine Pflegestufe erhielten, wenn sie neben ihrer Demenz auch eine körperliche Erkrankung oder eine Pflegebedürftigkeit vorweisen konnten. Vor allem die Anfänge einer Demenzerkrankung haben oftmals noch keine Auswirkungen auf den Alltag und die Fähigkeit der Betroffenen, sich selbst versorgen zu können. Bis 2016 war bei der Einschätzung der Pflegebedürftigkeit die Zeit, die täglich für die Pflege aufgewendet werden muss, der entscheidende Faktor. Demenzkranke, die sich grundsätzlich noch selbst versorgen konnten, fielen deswegen häufig durch das Raster der Pflegeversicherungen und erhielten keine Pflegestufe.

Im Zuge der Pflegestärkungsgesetze, die der Umstellung der drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade vorausgegangen sind, werden seit Anfang 2017 auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen der Versicherungsnehmer in die Einschätzung der verbleibenden Selbstständigkeit einbezogen. Anstelle der sogenannten Minutenpflege (täglicher Pflegeaufwand, gemessen in Minuten) erfolgt die Einstufung in einen Pflegegrad (früher Pflegestufe) seit dem 01. Januar 2017 anhand des tatsächlichen Pflegebedarfs, der durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ermittelt wird.

Erfolgreich einen Pflegegrad für Demenzkranke beantragen

Voraussetzungen für einen Pflegegrad für Demenzkranke (bis 2017 Pflegestufe)

Die Demenz wird als eine oftmals schleichend voranschreitende Degeneration des Gehirns klassifiziert, die Defizite im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich einschließt und eine Beeinträchtigung jeglicher sozialer Funktionen mit sich bringt. Als Erkrankung kennt man die Demenz, erst seit den 1990er-Jahre. Das 1995 eingeführte Pflegegesetz, das noch auf dem System der Pflegestufen beruhte, war ausschließlich auf körperliche Beeinträchtigungen ausgerichtet. Zu diesem Zeitpunkt war die Demenzforschung noch nicht weit genug, um kognitive Einschränkungen mit dem Anspruch auf Pflegeleistungen in Einklang zu bringen. Heute erkrankt eine Vielzahl der über 60-Jährigen an einer leichten bis schweren Form der Demenz, Tendenz steigend. Die 2015 beschlossenen Pflegestärkungsgesetze, die zum Jahreswechsel 2016/2017 in Kraft getreten sind, ermöglichen es nun erstmals auch Menschen mit einer Demenzerkrankung, von den Leistungen der Pflegeversicherung zu profitieren und finanzielle Hilfe für Pflege und Betreuung zu erhalten.

Im Rahmen der Umstellung auf die neuen Pflegegrade (früher Pflegestufe für Demenzkranke) wurden insgesamt fünf Stufen der Pflegebedürftigkeit festgelegt, es werden sowohl körperliche als auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen in das einbezogen. Im Rahmen eines Begutachtungsassessments durch den MDK wird anhand von verschiedenen Kriterien überprüft, wie selbstständig der Versicherte noch ist und bei welchen alltäglichen Verrichtungen er Unterstützung durch eine pflegende Person benötigt. Bei diesen sechs Kriterien handelt es sich um:Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

In jeder der Kategorien vergibt der Gutachter Punkte – je weniger Selbstständigkeit noch vorhanden ist, desto mehr Punkte werden notiert. Anhand der Summe aller sechs Kategorien errechnet sich der jeweilige Pflegegrad (früher Pflegestufe bei Demenz), der dem Versicherten von der Pflegekasse zuerkannt wird.

Modulbewertung

So beantragen Sie einen Pflegegrad (früher: eine Pflegestufe) für einen demenzkranken Angehörigen

Jeder, der bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichert ist, ist dazu berechtigt, bei der Pflegeversicherung einen Antrag auf Einstufung in einen Pflegegrad zu stellen.  Dieser Antrag ist von der versicherten Person selbst zu stellen und auch eigenhändig zu unterzeichnen. Ist Ihr Angehöriger aufgrund einer Demenzerkrankung nicht mehr in der Lage, diesen Antrag selbst zu stellen und zu unterschreiben, benötigen Sie eine Bevollmächtigung als vertretungsberechtigte Person, die Sie beispielweise in Form einer Patientenverfügung erhalten können.

Wenn Sie beobachten, dass Ihr Angehöriger, bedingt durch seine kognitiven und u. U. auch körperlichen Beeinträchtigungen (z. B. aufgrund seines hohen Alters) im Alltag mehr und mehr Unterstützung benötigt, können Sie mithilfe eines Pflegegradrechners, den Sie online finden, eine erste Einschätzung vornehmen, ob Ihr Angehöriger Anspruch auf Pflegeleistungen hat und welchen Pflegegrad er möglicherweise erhalten kann.

Viele Demenzkranke wehren sich über einen langen Zeitraum dagegen, als krank bzw. als Pflegefall eingestuft zu werden. Demenzkranken sollte jedoch vor Augen geführt werden, dass sich die Einstufung in einen Pflegegrad (vormals Pflegestufe) positiv auf ihr Alltagsleben auswirken kann. Der Pflegegrad und die damit einhergehenden Pflegeleistungen können dabei helfen, Folgeerkrankungen oder Unfälle zu vermeiden. Pflegeleistungen, z. B. wohnraumverbesserende Maßnahmen oder Pflegehilfsmittel, tragen ebenfalls dazu bei, typische „Demenz-Unfälle“ zu vermeiden. Auch die Pflege durch eine examinierte Pflegefachkraft im Zuge einer ambulanten Pflege erleichtert einerseits den Alltag, andererseits werden Erkrankungen frühzeitig erkannt, sodass entsprechende Gegenmaßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können.

Erfolgreich einen Pflegegrad für Demenzkranke beantragen

Erfolgreich einen Pflegegrad für Demenzkranke beantragen

Den Antrag auf einen Pflegegrad (vormals Antrag auf eine Pflegestufe) können Sie als Bevollmächtigte direkt bei der Krankenkasse des Versicherten stellen. Die Pflegeversicherungen sind in der Regel an die Krankenkassen angeschlossen und gesetzlich dazu verpflichtet, Ihren Antrag innerhalb von fünf Wochen abschließend zu bearbeiten. Damit Sie nach spätestens fünf Wochen einen Bescheid der Pflegeversicherung erhalten können, sollte ungefähr zwei Wochen nach Antragstellung der Hausbesuch des Gutachters erfolgen. Dieser wird durch den MDK beauftragt und übernimmt die Erstellung eines Pflegegutachtens, auf dessen Basis die Pflegekasse festlegt, welchen Pflegegrad (früher Pflegestufe für Demenzkranke) der Versicherte erhält.

Worauf Demenzkranke bzw. deren Angehörige bei der Pflegegrad Begutachtung durch den MDK besonders achten müssen

Vor dem Gutachterbesuch sollten Sie sich und Ihren demenzkranken Angehörigen gut auf das Gespräch vorbereiten. Aus Scham über ihre eigene Schwäche möchten viele Demenzkranke einen besonders guten Eindruck machen und zeigen sich wacher und fitter als im Alltag (auch bekannt als Fassadenverhalten). Ein Pflegetagebuch hilft Ihnen, den täglichen Pflegeaufwand sowie kognitive und emotionale Ausfälle detailliert festzuhalten und im Gespräch mit dem Gutachter einzubringen.

Beachten Sie jedoch, dass eine Begutachtung des MDK immer nur eine „Momentaufnahme“ des aktuellen Zustands sein kann. Daher empfiehlt sich die Anwesenheit eines nahen Angehörigen, um der pflegebedürftigen Person während des Gutachtens beizustehen und auf unbenannte Faktoren hinzuweisen. Auch das Pflegetagebuch kann hierbei als Gedankenstütze dienen.

Zusätzlich ist es ratsam, einen Pflegesachverständigen als zusätzlichen Gutachter einzubeziehen. Ein unabhängiger Pflegesachverständiger kann im Vorfeld des Gesprächs die tatsächliche Pflegesituation evaluieren, den Pflegebedarf richtig einschätzen und  bei der MDK-Begutachtung einschreiten, wenn das Fassadenverhalten überhandnimmt. Angehörige sehen viele geleistete Hilfestellungen im Alltag als „selbstverständlich“ an, obwohl diese für die Einteilung in einen Pflegegrad (vormals Pflegestufe) relevant sein können. Ebenso wird der mögliche Umfang von Pflegehilfsmitteln und zusätzlichen Unterstützungen für die alltägliche Pflege nur selten von der Pflegeversicherung angesprochen – ein Gutachter bringt Ihnen diese Punkte näher und erläutert sie ausführlich. Weiterhin können Pflegesachverständige Ihnen so eine fachliche Grundlage und einen optimalen Verlauf für die Begutachtung gewährleisten. Darüber hinaus können diese Sie fachlich zu einer optimalen Pflege bei Demenz beraten.

Pflegegrad

Pflegegeld für

Demenzkranke (monatlich)

Pflegegrad 1 € 0
Pflegegrad 2 € 316
Pflegegrad 3 € 545
Pflegegrad 4 € 728
Pflegegrad 5 € 901
Alle Pflegeleistungen für Demenzkranke in der Übersicht

Pflegeleistungen, von denen Demenzkranke und deren Angehörige besonders profitieren

Um Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen den Alltag zu erleichtern, sieht die Pflegeversicherung verschiedene Leistungen vor; die wichtigsten sind das Pflegegeld und die sogenannten Pflegesachleistungen. Pflegebedürftige können nur eine dieser beiden Leistungen beantragen, abhängig davon, in welcher Form und von wem sie betreut werden möchten.

Sind es Angehörige, die sich um die Sicherstellung der Pflege kümmern, bekommt der Pflegebedürftige ein monatliches Pflegegeld zugesprochen. Dieses ist als finanzieller Ausgleich für pflegende Angehörige vorgesehen und richtet sich in seiner Höhe nach dem bewilligten Pflegegrad. Alternativ kann auch ein ambulanter Pflegedienst mit der Pflege beauftragt werden – dann erhalten Sie Pflegesachleistungen.

Darüber hinaus gibt es jedoch auch viele Fälle, in denen Pflegebedürftige mit Demenz auf Betreuung angewiesen sind, die die Angehörigen im Alltag nicht ohne größere Probleme bewältigen können. Ist die Demenz beispielsweise bereits so weit fortgeschritten, dass der Pflegebedürftige nicht mehr alleine zu Hause leben kann, müssen Lösungen gefunden werden, die weder Angehörige noch ein ambulanter Pflegedienst leisten können. Viele Demenzkranke sind z. B. aufgrund ihrer nachlassenden Gedächtnisleistung eine Gefahr für sich oder andere und müssen tagsüber betreut werden. Andere Patienten schlafen nachts unruhig und halten auch die Familienangehörigen wach. Für diese Fälle bietet die Pflegeversicherung ab dem Pflegegrad 2 finanzielle Unterstützung in Form von Tages- oder Nachtpflege an.  Der Pflegebedürftige wird dann tagsüber bzw. nachts betreut und versorgt, um die Angehörigen zu entlasten. Folgende Sätze sind pro Monat für die Tages- bzw. Nachtpflege vorgesehen:

  • Pflegegrad 1: keine Pflegeleistungen
  • Pflegegrad 2: 689 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Wenn Angehörige die Pflege eines demenzkranken Familienmitglieds übernehmen, sind sie einer hohen physischen und psychischen Belastung ausgesetzt – und zwar an jedem einzelnen Tag. Um sie weiter zu entlasten, hat die Pflegeversicherung Zusatzleistungen eingeführt, beispielsweise die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege. Diese werden allerdings nicht monatlich bewilligt, sondern nur dann, wenn sie nachweislich benötigt werden. Diese Leistungen folgen einem auf das Kalenderjahr anzurechnenden Budget. Vorgesehen sind für die Verhinderungspflege bis zu 1.612 Euro, die zusätzlich zu anderen Pflegeleistungen in Anspruch genommen werden können, wenn der pflegende Angehörige krank oder verreist ist. Werden die Mittel für die Kurzzeitpflege (ebenfalls bis zu 1.612 Euro) nicht vollständig benötigt, kann die Verhinderungspflege um maximal 806 Euro aufgestockt werden.

Übergang von Pflegestufen in Pflegegrade für Demenzkranke

Mit der Umstellung des Pflegegesetzes (PSG II – Zweites Pflegestärkungsgesetz) erhalten alle Versicherten, die bereits eine Pflegestufe besitzen, automatisch den Pflegegrad, der in den Leistungen mindestens Ihrer alten Pflegestufe entspricht. Demenzkranke, die beispielsweise in die später eingeführte Pflegestufe 0 oder aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung in eine der höheren Pflegestufen eingestuft worden waren, können im Rahmen der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade bis zu zwei Stufen nach oben rücken. Wichtig dafür, dass die Pflegeversicherung eine Demenzerkrankung als Faktor für einen Pflegegrad (früher Pflegestufe) anerkennt, ist eine Bestätigung des behandelnden Arztes, dass der Versicherte eine sogenannte „eingeschränkte Alltagskompetenz“ aufweist.

Demenzkranke mit einer „eingeschränkten Alltagskompetenz“ werden im Zuge der Umstellung auf die fünf Pflegegrade zwei Stufen höher eingeordnet. Wer also beispielsweise Pflegestufe 0 mit demenzbedingter Einschränkung der Alltagskompetenz hat, wurde mit dem Jahresbeginn 2017 in Pflegegrad 2 überführt. Für Demenzkranke mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“ bedeutet das im Detail folgende Anpassungen:

  • Pflegestufe 0 (mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“) – ab 2017 Pflegegrad 2
  • Pflegestufe 1 (mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“) – ab 2017 Pflegegrad 3
  • Pflegestufe 2 (mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“) – ab 2017 Pflegegrad 4
  • Pflegestufe 3 (mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“) – ab 2017 Pflegegrad 5
Erfolgreich einen Pflegegrad für Demenzkranke beantragen

Was es bei „Pflegegrad und Demenz“ zusätzlich zu beachten gilt

Demenz ist trotz vermehrter Forschungsanstrengungen immer noch eine irreversible Krankheit mit progressivem Verlauf. Die bislang verfügbaren Therapien oder Medikamente können allenfalls die Symptome lindern, jedoch nicht die Erkrankung stoppen. Der Verlauf der Demenz erstreckt sich oft über mehrere Jahre. Dabei ist der jeweilige Verlauf je nach Person und je nach Form der neurodegenerativen Demenzerkrankung sehr unterschiedlich.

Da die Begutachtung des Pflegebedürftigen im Zuge eines Pflegegrad-Gutachtens (früher Pflegestufen-Gutachten) eine Momentaufnahme zum jeweiligen Zeitpunkt des Krankheitsverlaufs darstellt, ist es wichtig, stets den Verlauf der Krankheit im Auge zu behalten. Sollte sich der Zustand der pflegebedürftigen Person verschlechtern, empfiehlt es sich, eine Höherstufung des Pflegegrades zu beantragen. Auf den folgenden Seiten erläutern wir Ihnen, wie Sie erfolgreich eine Pflegegrad-Höherstufung einleiten bzw. wie wir von Dr. Weigl & Partner Sie dabei unterstützen können (früher Pflegestufen-Höherstufung).

Erfolgreich einen Pflegegrad bei Demenz höherstufen

Erfolgreich einen Widerspruch gegen den Pflegegrad bei Demenz einlegen

Demenzerkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für den Erhalt eines Pflegegrades in Deutschland. Bitte beachten Sie, dass es häufig zu fehlerhaften Pflegegrad-Bescheiden kommt. Dies ist durch die Natur der Krankheit ebenso bedingt wie durch die Tatsache, dass es sich am Tag der Begutachtung lediglich um eine Momentaufnahme des Zustands handelt. Häufig wird kein Pflegegrad gewährt oder der erteilte Pflegegrad ist zu niedrig (früher Pflegestufe). Wenn Sie der Meinung sind, dass das Gutachten fehlerhaft durchgeführt wurde oder nicht alle relevanten Punkte beinhaltet, empfiehlt es sich, Widerspruch einzulegen. Auf den folgenden Seiten erläutern wir Ihnen, wie Sie erfolgreich einen Widerspruch gegen Ihren Pflegegrad einlegen können bzw. wie wir von Dr. Weigl & Partner Sie dabei unterstützen.

Erfolgreich einen Pflegegrad Widerspruch bei Demenz erreichen
2018-07-23T09:29:22+00:00
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