Ratgeber 5: Pflegetagebuch Vordruck 2017 2018-01-04T08:36:19+00:00

Ratgeber: Pflegetagebuch Vordruck 2017 – 2018

Ein Pflegetagebuch dient als Dokumentation Ihrer momentanen Pflegesituation und des benötigten Pflegeaufwands. Bei Pflegegradverfahren (Pflegegrad Beantragung, Pflegegrad Höherstufung und Pflegegrad Widerspruch) kann ein gut geführtes Pflegetagebuch Ihren Anspruch auf Pflegeleistungen zusätzlich begründen.
Durch die Pflegereform 2017 (auch Zweites Pflegestärkungsgesetz, kurz PSG II) verloren Pflegetagebücher an Bedeutung. Noch 2016 waren eigene Pflegedokumentationen wichtig, um die Pflegezeiten gegenüber dem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (kurz MDK) oder MEDICPROOF (Medizinischer Dienst der Privaten) zu belegen. So konnten alle Faktoren in die Bewertung der Pflegestufe (heute Pflegegrad) einfließen.
2017 wurde die Pflegebedürftigkeit grundlegend neu definiert und machte Nachweise der Pflegezeiten und des Pflegeaufwands obsolet. Trotzdem bleibt das Pflegetagebuch eine gute Informationsbasis für alle pflegerelevanten Abläufe.

Eine Begutachtung durch den MDK ist meist nur eine „Momentaufnahme“ des Zustands des Pflegebedürftigen. Daher kann eine Dokumentation der Pflege und des Aufwands im Voraus hilfreich sein. Nicht nur um sich selbst ein Bild über die Umstände zu machen, sondern auch um dem Sachverständigen einen zusätzlichen Eindruck zu vermitteln. Im Optimalfall kann das Pflegetagebuch als zusätzliche Grundlage für einen Widerspruch dienen.

Dennoch muss festgehalten werden, dass die Erstellung eines Pflegetagebuchs keine erfolgreiche Beantragung von Pflegeleistungen garantiert. Aufzeichnungen durch Angehörige unterliegen in den meisten Fällen der Subjektivität und können eine andere Einschätzung als zu der des MDK führen.

Das Dr.Weigl & Partner Pflegetagebuch Muster umfasst alle pflegerelevanten Bereiche des Neuen Begutachtungs-Assessments (kurz NBA). In sechs Modulen bieten Ihnen 64 Abschnitte die Möglichkeit alle Aufzeichnungen zum Pflegeaufwand zu vermerken.

Im weiteren Verlauf finden Sie Erklärungen zu den einzelnen Modulabschnitten des Pflegetagebuchs. Wir geben Ihnen Hinweise zum Ausfüllen und allen zu beachtenden Besonderheiten.

Im weiteren Verlauf finden Sie Erklärungen zu den einzelnen Modulabschnitten des Pflegetagebuchs. Wir geben Ihnen Hinweise zum Ausfüllen und allen zu beachtenden Besonderheiten.

Gerne können Sie sich bei Rückfragen an uns wenden oder sich zu Ihren möglichen Pflegegradverfahren beraten lassen. Kontaktieren Sie uns einfach.

1. Ausfüllen des Pflegetagebuch Vordrucks

Das Pflegetagebuch ist eine umfangreiche Aufzeichnung, welche die Pflege über Tage oder Wochen hinweg dokumentiert. Hierbei ist es entscheidend, dass das Pflegetagebuch von allen Pflegepersonen genutzt wird. Nur so gewährleisten Sie eine genaue Erhebung des Pflegeaufwands und können Entwicklungen besser nachverfolgen.

Hinweis: Pflegeperson und Datum müssen stets eingetragen werden. So können Besonderheiten besser geklärt und in der Begutachtung untersucht werden.

Es empfiehlt sich die Eintragungen stets zu datieren. Hierbei müssen Pflegetage nicht zwingend aufeinanderfolgen.
Nachfolgend geben wir Ihnen Hinweise zum Ausfüllen und erläutern Ihnen die einzelnen Abschnitte des Dr. Weigl & Partner Pflegetagebuch Musters.

1. Daten zur pflegebedürftigen Person

Nach einer kurzen Einleitung bietet das Datenblatt die Möglichkeit die wichtigsten gesundheitlichen Einschränkungen der pflegebedürftigen Person einzutragen. Diese bieten einem Gutachter des MDK oder Pflegeexperten eine direkte Übersicht zu den pflegeerschwerenden Faktoren.

Wichtig: Belegen Sie für das Gutachten alle Angaben mit ärztlichen Dokumenten und Diagnosen.

2.1 Modul 1 – Mobilität

Das erste Modul umfasst sämtliche Bereiche der Mobilität im häuslichen Rahmen der pflegebedürftigen Person. Unter anderem werden Motorik, Haltung und einfache Handlungen und Bewegungen im Alltag beobachtet und bewertet.

Hilfsmittel wie Gehhilfen, Griffstangen und Stützung auf Tische, Armlehnen oder Bettkante müssen als selbstständige Mobilität angesehen werden. Ebenso wird im erstem Modul kein Bezug auf psychische Störungen gelegt. So ist z.B. ungerichtetes Aufstehen oder Bewegungen im häuslichen Umfeld bei Demenz als selbstständige Handlung anzurechnen.

Bewertet wird nach den vier vorangegangenen Kriterien: selbstständig, überwiegend selbstständig, größtenteils unselbstständig und unselbstständig.

2.2 Modul 2 – Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Für die Bewertung aus diesem Modul werden die kognitiven Fähigkeiten in den Mittelpunkt gestellt. Das reine Reagieren auf Einflüsse und Verstehen wird erhoben. Ausführungen von erfragten Leistungen werden ausgeklammert.

Seh-, Sprach- und Hörstörungen sind mit in die Bewertung einzubeziehen. Für dieses Modul gelten andere Bewertungskategorien als für das erste Modul: vorhanden, größtenteils vorhanden, in geringem Maße vorhanden und nicht vorhanden.

2.3 Modul 3 – Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Ein von Krankheit gezeichneter Alltag kann sich negativ auf den geistigen Zustand der pflegebedürftigen Person auswirken. Das dritte Modul befasst sich mit diesen Problemlagen und soll aufzeigen, in welchem Bereich besonders Bedarf bestehen kann – besonders zur Prävention von Selbstschädigung bzw. Förderung positiver Emotionen. Zentral ist die Frage, inwieweit die pflegebedürftige Person ihr Verhalten noch selbst steuern kann und ob besondere personelle Unterstützung von Nöten ist. Spezielle Stressfaktoren, wie Beziehungsprobleme, sind aus der Bewertung auszuklammern.

Wieder verändern sich die Bewertungskriterien: nie oder selten, selten (1-3 mal pro Woche, häufig (mehrmals wöchentlich) und täglich.

2.4 Modul 4 – Selbstversorgung

Das vierte Modul umfasst die Selbstversorgung der pflegebedürftigen Person. Persönliche Hygiene, Ankleiden, Essen und Trinken sind unter anderem die begutachteten Tätigkeiten. Ob die Einschränkung körperlicher oder geistiger Natur ist, bleibt für die hier untersuchten Bereiche irrelevant.
Bewertet wird nach den Kriterien des ersten Moduls: selbständig, überwiegend selbstständig, überwiegend unselbstständig und unselbstständig.

2.5 Modul 5 – Krankheits- oder therapiebedingte Anforderungen und Belastungen

Im vorletzten Modul wird der Umgang der pflegebedürftigen Person mit Krankheit und Therapien untersucht. Hierbei werden primär die Eigenversorgung mit Therapien beleuchtet, da diese einen großen pflegerischen Aufwand bedeuten können. Nur ärztlich verordnete Maßnahmen dürfen in die Bewertung einfließen.
Die Häufigkeit und Art der Anwendungen ist für die Dokumentation relevant. Daher sind die Eintragsmuster in anderer Form aufgeteilt:

  • Name der Medikation/Art der Therapie oder Maßnahme
  • Findet die Einnahme/Durchführung selbstständig statt
  • Anzahl an Einnahmen/Behandlungen (pro Tag, pro Woche, pro Monat)

Geben Sie alle relevanten Behandlungen an, da diese den Pflegeaufwand widerspiegeln und eine zusätzliche Belastung im Alltag bedeuten können.

2.6 Modul 6 – Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Das sechste und letzte Modul widmet sich der Alltagsgestaltung und der Pflege sozialer Kontakte der pflegebedürftigen Person. Zentral steht die Untersuchung ob die Person fähig ist, sich zu beschäftigen und zusammenhängende, sinnvolle Gespräche zu führen. Auch soziale Kompetenzen werden untersucht.
Abschließend wird das erste Bewertungsschema erneut angewandt: selbständig, überwiegend selbstständig, überwiegend unselbstständig und unselbstständig.

2. Pflegetagebuch Vordruck – Nächste Schritte

Das Dr.Weigl & Partner Pflegetagebuch hilft Ihnen bei vielen Punkten der Erfassung des Pflegeaufwands:

1) den durch Einschränkungen hervorgerufenen Hilfebedarf eines Pflegebedürftigen zu erfassen
2) die Selbstständigkeit der betreuten Person besser zu erfassen
3) die Pflegeumstände für den MDK oder andere Pflegedienstleister zu dokumentieren
4) eine fundierte Grundlage für Ihren Anspruch auf mehr Pflegeleistungen zu legen

Hinweis: Jeder vierte Pflegegrad in Deutschland ist zu gering. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten der Dokumentation, um angemessene Pflegeleistungen zu erhalten.

Bei der Beantragung eines Pflegegrades haben Sie bereits ein Dokument in der Hand, welches Ärzten oder den Gutachtern zur Orientierung dienen kann. Ein Widerspruch bei bestehendem Pflegegrad kann auf Ihrem Pflegetagebuch basieren, da Sie eine Beschreibung der veränderten Pflegesituation schriftlich dokumentiert haben.

Gerne beraten wir Sie vor dem Ausfüllen des Tagebuches, oder stehen Ihnen bei den nächsten Schritten eines Pflegegradantrags, einer Höherstufung oder dem Widerspruchsverfahren zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach.

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