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Altenheim

Dem Begriff Altenheim haftet ein hartnäckiges Negativ-Image an. Dass das Verlassen der eigenen vier Wände aber auch Vorteile mit sich bringt, erkennen viele ältere Menschen erst im Nachhinein.

Welche Pflegeeinrichtung ist für uns die richtige? – Das Altenheim

Je weiter die Wissenschaft und die Medizin in ihren Möglichkeiten fortschreiten, desto höher steigt die allgemeine Lebenserwartung. Leider folgt aus einem höheren Lebensalter aber keine längere Phase der Gesundheit und Selbstständigkeit. Durch Krankheiten und das allgemeine „Älterwerden“ müssen viele Senioren mit zunehmendem Alter hinnehmen, dass sich ihre Eigenständigkeit verringert: Krankheiten schwächen das Alltagsleben, das Einkaufen fällt schwerer, für das Putzen der Wohnräume wird Hilfe benötigt.
Einen Umzug in ein Altenheim schließen die meisten älteren Menschen zunächst kategorisch aus. Sie fühlen sich abgeschoben und haben Angst, dort zu vereinsamen. Tatsächlich aber bietet ein Altenheim auch Vorteile: Die Bewohner müssen sich nicht mehr mit der Haushaltsführung belasten, sie sind in Gesellschaft und werden bei Bedarf medizinisch bzw. pflegefachlich versorgt.

Bedeutet der Umzug in ein Altenheim automatisch Vereinsamung?

Die Angst vor dem Wechsel aus der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus in ein Altenheim ist weit verbreitet. Kaum einer unter den Senioren sieht einem solchen Austausch des Lebensumfelds mit Freude entgegen. Stattdessen regiert die Angst davor, vernachlässigt zu werden oder zu vereinsamen.

Was noch vor einigen Jahren oftmals berechtigte Kritik an den Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen war, ist heute stark von der Art der Einrichtung abhängig. Viele Altenheime und Pflegeeinrichtungen besitzen einen exzellenten Ruf und können besser für die Senioren sorgen als diese es selbst könnten. Und auch Vereinsamung muss in einem Altenheim niemand fürchten: Die Umgebung durch Gleichgesinnte ermöglicht den Bewohnern, Zeit mit anderen zu verbringen, neue Freundschaften zu schließen und am sozialen Leben teilzunehmen.

Warum die richtige Einrichtung wichtig für eine optimale Versorgung ist

Der Grund, warum viele Menschen Angst davor haben, in ein Altenheim zu müssen, liegt in einer allgemeinen, aber nicht individuell begründeten Sorge, dass sich die Lebensumstände verschlechtern könnten. Und von dieser sind nicht nur die Senioren selbst betroffen: Auch Angehörige, z. B. die Kinder oder Enkel, denken häufig negativ über Pflegeeinrichtungen, die auf alte Menschen ausgerichtet sind, ohne jedoch genau definieren zu können, warum. Weil sich nur die wenigsten frühzeitig mit der Versorgung im Alter auseinandersetzen, herrscht in der Regel eine diffuse Vorstellung davon, wie der Alltag in einem Altenheim verläuft, welche Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden und wie die individuelle Unterbringung erfolgt.

Und natürlich ist nicht jedes Altenheim für jeden Menschen geeignet. Wo sich der eine schnell einlebt und Anschluss findet, kann ein anderer sich missverstanden fühlen und in sich selbst zurückziehen. Die optimale Versorgung der eigenen Eltern oder Großeltern hängt also nicht nur von der Infrastruktur des Altenheims und dessen Leistungen ab, sondern auch von psychologischen Faktoren: Dass sich jemand wohlfühlt, trägt stark zur allgemeinen Lebensqualität bei.

Die Suche nach der richtigen Pflegeeinrichtung nimmt Zeit in Anspruch. Und diese Zeit sollten Sie sich auch nehmen, denn nichts ist schlimmer als unfreiwillig in ein Lebensumfeld geworfen zu werden, in dem man sich nicht wohlfühlt. Weil die Entscheidung, in ein Altenheim zu ziehen – anders als bei einem Pflegeheim – oft mit einiger Vorbereitung getroffen werden kann, ist es sinnvoll, mögliche Altenheime, die in Frage kommen, zuvor einmal zu besuchen. Bei dieser Gelegenheit kann sich der potenzielle zukünftige Bewohner selbst ein Bild von der Einrichtung und den dortigen Versorgungsmöglichkeiten machen.

Was ist ein Altenheim?

Da es in Deutschland keine festen bzw. geschützten Begriffe für Pflegeeinrichtungen gibt, fällt die Unterscheidung zwischen einzelnen Formen mitunter schwer. Die Bezeichnung Altersheim deckt als Oberbegriff mehrere Varianten der Unterbringung von Senioren ab, die sich nochmals in Altenheime, Altenwohnheime und Altenpflegeheime unterscheidet. Weil aber die Unterschiede der einzelnen Einrichtungen zum Teil verschwindend gering sind, werden die Begriffe in aller Regel synonym verwendet.

In einem Altenheim bzw. Altersheim können grundsätzlich alle Senioren aufgenommen werden. Ob sie einen Pflegegrad besitzen oder unter die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Pflegebedürftigkeit fallen, ist dabei zweitrangig. Ist man im Alter also nicht mehr in der Lage, einen eigenen Haushalt zu führen und allein zu leben, und kommt auch ein Umzug zu Verwandten nicht in Frage, kann ein Altenheim bzw. ein Altenwohnheim das ideale Umfeld für jemanden bieten, der noch weitgehend eigenständig ist.

Je selbstständiger Senioren sind, desto individueller können sie ihr Leben im Altenheim gestalten. Während alte Menschen, die allein leben, häufig vereinsamen, vor allem, wenn der Partner erkrankt oder verstorben ist, bietet ein Altenheim die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen und an Freizeitangeboten teilzunehmen.

Wie unterscheidet sich ein Altenheim von anderen Pflegeeinrichtungen?

Der Oberbegriff der Pflegeeinrichtungen umfasst ein relativ breit gefächertes Spektrum von Einrichtungen für Senioren, die jedoch unterschiedliche Schwerpunkte haben. Die Art der Pflegeeinrichtung aber wirkt sich tagtäglich auf das Leben – und in der Konsequenz auch die Gesundheit – der Bewohner aus.

Ein wichtiger Faktor für die Wahl der richtigen Pflegeeinrichtung ist der Grad der Selbstständigkeit, die Senioren noch besitzen. Da ein Altenheim grundsätzlich ein Lebensumfeld für alle alten Menschen bieten kann, ist das Spektrum seiner Bewohner oftmals sehr breit gefächert. Hier leben Menschen zusammen, die im Alltag mehr oder weniger eingeschränkt sind und in unterschiedlichem Maße der Hilfe und Unterstützung bedürfen.

Die deutlichste Abgrenzung sollte gegen das Pflegeheim vorgenommen werden, wie folgende Beschreibung verdeutlicht:

  • Altenheim: Das Altenheim ist für Menschen gedacht, die nicht mehr alleine leben können – und zwar unabhängig davon, ob sie im Alltag regelmäßige Pflege benötigen oder noch weitgehend eigenständig sind. Durch die Unterbringung in der Einrichtung, die Versorgung und das Angebot von Aktivitäten müssen sich die Senioren nicht mehr um den eigenen Haushalt kümmern und können sich auf die schönen Seiten des Lebens konzentrieren, z. B. das Knüpfen von sozialen Kontakten, das Entdecken neuer Hobbys oder die Teilnahme an Seniorensport und Freizeitaktivitäten.
    Je selbstständiger die Senioren noch sind, desto weniger kommen sie mit dem Betreuungsalltag des Altenheims in Berührung. In diesem Fall ist die Einrichtung lediglich der Ort, an dem sie, häufig sogar in kleinen Wohnungen oder Wohngemeinschaften, leben, während sie ihren Alltag eigenständig gestalten. Gleichzeitig bietet das Altenheim die Sicherheit, dass immer jemand vor Ort ist und auch im Notfall eine medizinische Versorgung veranlasst werden kann.
  • Pflegeheim: Ein Pflegeheim dagegen richtet sich an Menschen, die einer regelmäßigen Pflege und Betreuung im Sinne einer Pflegebedürftigkeit bedürfen. Deshalb ist eine Pflegebedürftigkeit, d. h. ein Pflegegrad, in vielen Fällen auch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Senioren überhaupt einen Platz in einem Pflegeheim erhalten.
    Neben der pflegerischen Versorgung können geschulte Pflegekräfte auch medizinische Maßnahmen ergreifen, wenn Pflegebedürftige beispielsweise bettlägerig sind und regelmäßig umgelagert werden müssen. Und auch wenn der Pflegeaufwand geringer ist, übernehmen die Pflegemitarbeiter die morgendliche und abendliche Körperpflege oder helfen den Pflegeheimbewohnern beim Einnehmen der Mahlzeiten.
  • Seniorenheim: Zum Seniorenheim unterscheidet sich die Bezeichnung Altenheim kaum. Wie die verschiedenen Formen des Altersheims ist ein Seniorenheim darauf ausgerichtet, ältere Menschen aufzunehmen und zu versorgen. Von Einzelzimmern bis zu kleinen Wohnungen, in denen die Senioren betreut und versorgt werden, können sie sich hier weitgehend eigenständig bewegen und ihren Alltag selbstständig gestalten.
    Für Senioren mit einer ausgeprägten Pflegebedürftigkeit eignet sich ein Seniorenheim hingegen nicht. Die Bewohner sind in der Regel weitgehend selbstständig oder können von einem ambulanten Pflegedienst betreut werden. Eine Intensivpflege, wie sie in einem Pflegeheim möglich ist, kann in einem Seniorenheim jedoch nur bedingt durchgeführt werden.

Welche Leistungen erbringt ein Altenheim?

Je älter man wird, desto schwerer fällt es, den Alltag noch so zu gestalten wie es immer der Fall war. Die Haushaltsführung, das Einkaufen, das Kochen und das Aufräumen sowie das Putzen der Wohnung nehmen immer mehr Zeit ein und können für ältere Menschen sogar zu einer Gefahr werden, etwa wenn sie von einer Leiter fallen oder vergessen, nach dem Kochen den Herd auszuschalten.
Ein Altenheim ist darauf ausgerichtet, seinen Bewohnern genau diese Arbeiten abzunehmen. Weil in einem Altenpflegeheim die Unterbringung und die Verpflegung geregelt werden, können die Bewohner auf hauswirtschaftliche Tätigkeiten verzichten. Auch die Wohnungsreinigung entfällt, denn die Bewohner einer Pflege-WG erhalten in der Regel hauswirtschaftliche Unterstützung.

Zu den grundlegenden Pflegeleistungen eines Altenheims zählt zudem die vollstationäre Altenpflege. Das bedeutet, dass die Bewohner rund um die Uhr versorgt werden bzw. geschulte Pflegekräfte 24 Stunden am Tag vor Ort sind, um eine individuell auf die Senioren zugeschnittene Pflege zu gewährleisten. Wenn also bereits ein erhöhter Pflegebedarf vorliegt und die Angehörigen es nicht leisten können, jeden Tag für die Pflege zur Verfügung zu stehen, ist das Altenheim eine ideale Alternative zur eigenen Wohnung.

Die Vorteile eines Altenheims – für Senioren und Angehörige

Sowohl für die Bewohner selbst als auch für deren Angehörige bieten Altenheime und ähnliche Pflegeeinrichtungen verschiedene Vorteile. So können sich beispielsweise die Bewohner des Altenheims auf soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten konzentrieren und können den Rest ihres Lebens genießen. Für ihre Angehörigen entfallen auf der anderen der Stress und die ständige Sorge, die mit der Pflege eines Familienmitglieds einhergehen. Weiß man die Eltern oder Großeltern in guten Händen, lässt sich die gemeinsam verbrachte Zeit bei Besuchen entsprechend schöner gestalten. Anstelle der Zeit, die die Angehörigen in der häuslichen Pflege aufbringen müssen, um die Versorgung des pflegebedürftigen Familienmitglieds zu gewährleisten, können sie sich auf gemeinsame Unternehmungen, Spaziergänge und Spiele freuen.

Zudem bietet ein Platz in einem Altenheim die Sicherheit der Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Es kann nicht nur für die Senioren selbst, sondern auch für ihre Angehörigen eine Erleichterung sein, zu wissen, dass im Notfall jemand anwesend ist und den Notruf wählen kann.

2018-07-17T10:59:11+00:00
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