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Pflegeeinrichtungen für Alzheimerpatienten

Die Krankheit Alzheimer ist nach heutigem Forschungsstand nicht heilbar. Für betreuende Angehörige wächst mit dem Fortschreiten der Erkrankung die tägliche Belastung. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Umzug in eine spezielle Pflegeeinrichtung?

Werden Menschen alt, erhöhen sich die Anforderungen an ihre Angehörigen – das ist ein natürlicher Kreislauf. Eltern und Großeltern benötigen mit zunehmendem Alter Unterstützung beim Einkaufen und bei der Reinigung der Wohnräume oder eine Begleitung zum Hausarzt- oder Krankenhaustermin. Kommt aber zu den Schwächen des Alters eine schwerwiegende Erkrankung hinzu, steigern sich die Anforderungen an Angehörige oftmals auf ein Maß, das auf lange Sicht nicht erfüllt werden kann.

Eine solche Erkrankung, die in hohem Maße die Unterstützung und Betreuung im Alltag fordert, ist Alzheimer. Die degenerative Krankheit erfordert in vielen Fällen, vor allem in fortgeschrittenem Krankheitsstadium, sogar eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Dennoch scheuen sich sowohl Betroffene als auch ihre Angehörigen, zeitnah einen Umzug in ein Pflegeheim anzusprechen und durchzuführen. Spezielle Einrichtungen sind jedoch auf die besonderen Bedürfnisse von Alzheimerpatienten ausgerichtet.

Anforderungen an die Pflege bei Alzheimer

Alzheimer ist eine besonders starke Form der sogenannten Demenzerkrankungen. Es handelt sich dabei um eine degenerative Krankheit des Gehirns, die langfristig zum Verlust des Kurzzeit- sowie des Langzeitgedächtnisses führt. Insbesondere frische und mittelalte Erinnerungen können im Verlauf der Erkrankung nicht mehr abgerufen werden: Die Betroffenen können sich beispielsweise nicht mehr daran erinnern, was sie zum Frühstück gegessen haben oder welche Lebensmittel sie einkaufen wollten, als sie das Haus in Richtung Supermarkt verlassen haben.

Im weiteren Verlauf der Alzheimererkrankung erkennen Patienten ihren Partner oder ihre Kinder nicht mehr, erinnern sich aber z. B. noch an ihre bereits verstorbenen Eltern oder alte Freunde. Erinnerungen, die besonders lange im Gehirn abgespeichert gewesen sind, bleiben am längsten erhalten. Mit Dingen des Alltags, die gesunden Menschen vollkommen normal erscheinen, kommen Alzheimerpatienten aber häufig nicht mehr zurecht.

Werden Alzheimerpatienten zu Hause von Angehörigen betreut, bedeutet das für die pflegenden Familienmitglieder eine enorme Belastung, die sowohl körperliche als auch psychische Auswirkungen hat. Die Anforderungen nehmen im Verlauf der Erkrankung zu und übersteigen oftmals die Kräfte der Angehörigen. Dabei sowohl die eigenen Bedürfnisse als auch die Sorgen der Patienten nicht zu vernachlässigen, fällt häufig schwer.

Symptome und pflegerische Maßnahmen bei Alzheimer

Es sind Symptome wie Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten oder der Verlust der geistigen Fähigkeiten, die die Pflege eines Alzheimerpatienten besonders aufwändig machen. In fortgeschrittenem Krankheitsstadium können sich die Betroffenen in vertrauter Umgebung verlaufen, vergessen alltägliche Dinge wie die Körperpflege oder das Essen oder denken nicht mehr daran, nach dem Kochen den Herd auszuschalten.

Heilbar ist Alzheimer zwar nicht, jedoch können Medikamente und eine auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichtete Behandlung die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Medikamente wie Antidementiva und Antidepressiva können insbesondere in einem frühen und mittleren Krankheitsstadium helfen, die Begleiterscheinungen zu lindern und die Gedächtnisleistung zu erhalten. Die medizinische Überwachung ist daher schon in einem frühen Stadium von Alzheimer ein wichtiger Faktor der Alzheimerpflege.

Ebenfalls hilfreich und sinnvoll ist ein kontrollierter Tagesablauf: Je früher Alzheimer erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich wichtige Routinen in den Alltag integrieren. Eine feste Struktur, nach der sich ein Alzheimerpatient richten kann, hilft ihm bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung. Eine wirkliche Kontrolle des Tagesablaufs aber lässt sich oft nur im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung umsetzen – für Angehörige, die noch im Beruf stehen oder eine eigene Familie zu versorgen haben, ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Pflegeheim als Alternative zur ambulanten Betreuung zu Hause

Je weiter die Alzheimererkrankung fortschreitet, desto höher sind auch die Anforderungen, denen sich pflegende Angehörige ausgesetzt sehen. Neben der körperlichen ist es vor allem die psychische Belastung, die an den Kräften zehrt: Wenn Alzheimerpatienten die eigenen Verwandten nicht mehr erkennen, aggressiv werden oder Depressionen entwickeln, belastet das alle Familienmitglieder. Zunächst kann ein ambulanter Pflegedienst mehrmals täglich für eine kurze Entlastung sorgen, allerdings kann dieser nur in den seltensten Fällen eine 24-Stunden-Betreuung gewährleisten.

Um Alzheimerpatienten die Pflege und Betreuung zukommen zu lassen, die sie benötigen, und gleichzeitig die Angehörigen zu entlasten, kann ein spezielles Pflegeheim für Demenz und Alzheimer eine sinnvolle Alternative zur ambulanten Pflege zu Hause sein. In diesen Einrichtungen wird auf der einen Seite genau die medizinische und pflegerische Versorgung gewährleistet, die Angehörige oft nur unter großen Mühen und mit Unterstützung leisten können. Auf der anderen Seite erhalten die Bewohner Zugang zu Gleichgesinnten sowie zu einem abwechslungsreichen Angebot an Aktivitäten – vom Gedächtnistraining bis zum Seniorensport.

Spezielle Pflegeheime für Alzheimer-Kranke

Was Pflegeheime für Alzheimer-Kranke von herkömmlichen Pflege- und Altenheimen unterscheidet, ist ihre spezielle Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Menschen, die oftmals körperlich noch fit sind, im kognitiven Bereich aber mit Gedächtnisverlust und psychischen Belastungen zu kämpfen haben. Weil Alzheimerpatienten nicht zwingend körperlich krank sind, legen viele Pflegeheime Wert auf eine familiäre, heimelige Atmosphäre. Für Alzheimer-Kranke ist es wichtig, in einer Umgebung zu leben, in der sie sich wohlfühlen, die sie vielleicht sogar an ihr Zuhause erinnert. Mit eigenen Möbeln oder persönlichen Gegenständen fühlen sie sich oft schneller zuhause als in einer fremden, sterilen Umgebung, die eher an ein Krankenhaus erinnert.

Pflegeheime, die auf die Betreuung und Versorgung von Menschen mit Alzheimer spezialisiert sind, versuchen aber nicht nur durch die Einrichtung der Wohn- und Gemeinschaftsräume für Wohlbefinden bei ihren Bewohnern zu sorgen. Auch das persönliche Miteinander steht in solchen Einrichtungen im Fokus: Auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen und Alzheimerpatienten entsprechend zu unterstützen, bedeutet, dass sich die Pflegekräfte auf jeden Bewohner einlassen müssen. Während einige Wert auf ihre Selbstbestimmtheit und Aktivität legen, sehnen sich andere nach Sicherheit, Ruhe und Geborgenheit. Diese individuellen Bedürfnisse zu erkennen und ihnen zu begegnen, zählt zu den Aufgaben einer Pflegeeinrichtung für Alzheimer-Kranke.

Auf der Suche nach einem speziellen Pflegeheim für Alzheimerpatienten sollten Angehörige schon in einem frühen Stadium der Krankheit Gespräche mit dem Betroffenen führen und Informationen über die zukünftige Versorgung einholen. Für viele ist das zwar nach wie vor ein Tabuthema, doch die Erfahrung zeigt, dass eine frühe Beschäftigung mit dem Thema Pflegeheim oft dazu führt, genau den Ort zu finden, an dem sich ein Alzheimerpatient besonders wohl und geborgen fühlt.

Je normaler das tägliche Zusammenleben in der Pflegeeinrichtung erscheint, desto besser integrieren sich die Bewohner in der Regel in ihr neues Zuhause. Viele Pflegeheime bieten spezielle Betreuungsangebote an, die auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse von Alzheimerpatienten zugeschnitten sind. Dazu gehören Freizeitbeschäftigungen wie Zeitunglesen oder Kreuzworträtseln, Spaziergänge und Gedächtnistraining, aber auch Rückzugsorte und psychologische Betreuungsangebote.

Optimale Versorgung in Pflegeeinrichtungen für Alzheimerpatienten

Angehörigen fällt es nicht leicht zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für eine Unterbringung im Pflegeheim gekommen ist. Ist ein alzheimerkranker Familienangehöriger noch weitgehend selbstständig, möchte man ihn nicht in eine stationäre Einrichtung abschieben. Verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand aber zusehends, bleibt oft nicht genügend Zeit für die Suche nach genau dem Pflegeheim, wo der Alzheimerpatient optimal versorgt werden kann.

Zu den Grundpfeilern der Versorgung in einem Pflegeheim gehört z. B. die 24-Stunden-Pflege. Auch während der Nacht sollten immer Pflegekräfte anwesend sein, die im Notfall Hilfe rufen können oder darauf achten, dass eine medizinische Versorgung gewährleistet ist. Bevor sich Alzheimerpatienten und ihre Angehörigen für ein Pflegeheim entscheiden, sollten sie sich zudem über die Tages- und Nachtversorgung informieren: Wie ist die Unterbringung geregelt? Wann und in welchem Rahmen werden die Mahlzeiten eingenommen? Gibt es Freizeitangebote, die speziell auf Alzheimer-Kranke zugeschnitten sind? Vor allem die Angebote, mit denen die Bewohner ihre Freizeit verbringen können, sollten in einem Pflegeheim für Alzheimer auf den Erhalt der Gedächtnisleistung ausgerichtet sein: Die Konzentrations- und Gedächtnisförderung ist für Bewohner mit einer kognitiven Erkrankung von besonderer Wichtigkeit.

2019-03-08T15:50:24+00:00
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