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Alzheimer

Die Demenzerkrankung Alzheimer sorgt dafür, dass Betroffene zunehmend ihr Erinnerungsvermögen und ihre Selbstständigkeit verlieren. Für pflegende Angehörige aber bedeutet die Betreuung eine hohe körperliche und psychische Belastung.

Pflege und Pflegestufe bzw. Pflegegrad bei Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit ist die bis heute extremste Form von Demenz, einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns, die sich im Verlust des Gedächtnisses und der Erinnerungen manifestiert. Auch andere geistige Fähigkeiten, z. B. das Sprachvermögen und die Orientierungsfähigkeit, gehen im weiteren Verlauf der Erkrankung verloren und erfordern ein zunehmendes Maß an Betreuung und alltäglicher Versorgung. Erschwerend kommt hinzu, dass die Betroffenen ihre Angehörigen und Bekannten in einem schweren Stadium der Krankheit häufig nicht mehr erkennen.
Für Pflegende, sowohl Familienangehörige als auch professionelle Pflegekräfte, bedeutet die Versorgung eines Alzheimer-Patienten eine enorme Belastung. Vor allem pflegende Angehörige können häufig nur schwer damit umgehen, dass ein geliebter Mensch mehr und mehr zu einer Hülle ohne Erinnerungen und kognitive Fähigkeiten wird. Doch auch Pflegedienstmitarbeiter stoßen in der Pflege oftmals an ihre physischen und psychischen Grenzen.

Erfolgreich einen Pflegegrad bei Alzheimer beantragen

Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit gehört zur Gruppe der Demenz-Erkrankungen, die sich durch den Verlust des Gedächtnisses beschreiben lassen. Es handelt sich dabei um eine starke und im Verlauf der Erkrankung immer schneller fortschreitende Form des Gedächtnisverlustes – in der Folge verlieren die Betroffenen nicht nur ihre Erinnerungen, sondern auch andere kognitive Fähigkeiten und sind zunehmend auf Hilfe und Betreuung angewiesen.

Eine Ursache für die Erkrankung sucht die Medizin noch heute. Obwohl das Krankheitsbild schon im beginnenden 20. Jahrhundert erstmals beschrieben wurde, weiß man trotz langjähriger Forschungen nur, dass Alzheimer zu einer nicht umkehrbaren Zerstörung des Nervengewebes im Gehirn führt, wodurch die Informationsweiterleitung der Nervenzellen gestört wird. Bis heute ist die Erkrankung nicht heilbar, kann aber mithilfe von Medikamenten und Gedächtnistraining verlangsamt werden. Für die Betroffenen bedeutet das im besten Falle wertvolle Lebenszeit, die sie mit Familie und Freunden verbringen können.

Nur in seltenen Fällen tritt Alzheimer bei Menschen auf, die jünger als 60 Jahre sind. Die meisten Betroffenen sind über 80 Jahre alt und müssen in den meisten Fällen aufgrund ihres hohen Alters oder anderer Erkrankungen auch körperlich gepflegt werden.

Wie wirkt sich Alzheimer auf die Pflege aus?

Alzheimer ist eine Erkrankung, die sich nicht nur auf den Erkrankten selbst, sondern auf sein gesamtes Umfeld auswirkt. Wenn der pflegende Partner oder die eigenen Familienmitglieder nicht mehr erkannt werden oder der Pflegebedürftige sich gegen die alltäglichen Pflegemaßnahmen wehrt, weil er ihren Nutzen nicht mehr versteht, kann die Situation insbesondere für pflegende Angehörige zur Belastungsprobe werden. Die Pflege und Betreuung eines Alzheimer-Patienten ist aufwendig und verlangt viel Kraft, Geduld und Verständnis.

Von Stimmungsschwankungen, Ablehnung und dem Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten sind aber auch professionelle Pflegekräfte betroffen, die häufig an ihre Grenzen stoßen. Unterstützt werden muss der Pflegebedürftige nämlich nicht nur in kognitiven Dingen wie der Fähigkeit sich zu orientieren oder sich daran zu erinnern, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sondern auch bei alltäglichen Verrichtungen wie der Körperpflege, der Nahrungsaufnahme oder der Mobilität.

Alle Pflegeleistungen in der Übersicht

Aktivierende Pflege bei Alzheimer

Wird Alzheimer frühzeitig erkannt, stehen die Chancen auf eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs vergleichsweise gut. Obwohl weder die Ursachen für die Erkrankung bekannt sind noch ein Heilmittel entwickelt werden konnte, lässt sich der fortschreitende Gedächtnisverlust verzögern bzw. verlangsamen. Dazu werden einerseits Medikamente eingesetzt, andererseits aber muss der Betroffene aktiv daran mitarbeiten, seine kognitiven Fähigkeiten noch so lange wie möglich zu erhalten.
Um das zu erreichen, spricht man von der sogenannten „Aktivierenden Pflege“. Pflegende Angehörige, professionelle Pflegekräfte und spezielle Tagespflege-Einrichtungen helfen dem Pflegebedürftigen dabei, seine geistigen Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern. Im Alltag mit einem pflegebedürftigen Alzheimer-Patient kostet das aber Zeit, Geduld und Kraft – ambulante Pflegekräfte haben hierfür oft nicht die benötigte Zeit, Familienmitglieder dagegen fehlt häufig die psychische Kraft, sich tagtäglich mit den besonderen Anforderungen der Alzheimer-Erkrankung auseinanderzusetzen. Weil schon im frühen Krankheitsstadium Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen oder Verständnisprobleme auftreten, sollten die verbleibenden Fähigkeiten frühzeitig trainiert werden. Neben Erinnerungshilfen zählen dazu auch das Festhalten an Routinen und vertrauten Tagesabläufen sowie das gemeinsame Erinnern an schöne Momente.

Kommunikation bei Alzheimer

Ein besonders wichtiger Faktor in der Alzheimer-Pflege ist das Thema Kommunikation. Wenn die Gedächtnisleistung nachlässt, verlieren die Betroffenen nicht nur ihren Orientierungssinn oder ihr Sprachgefühl, sondern verstehen auch die Welt um sie herum nicht mehr. Es erschließt sich ihnen nicht mehr, warum Körperpflege wichtig ist, wann sie trinken und essen müssen oder warum sie das Haus nicht alleine verlassen sollten. Das Aufstellen von Regeln aber kann das Selbstwertgefühl verringern – dies verschlimmert sich, wenn der Betroffene nicht mehr wie ein vollwertiger Erwachsener, sondern wie ein unmündiges Kind behandelt wird.

Für Angehörige und Pflegepersonen ist es deshalb besonders wichtig, einen Weg der Kommunikation zu finden, der für alle Beteiligten funktioniert. Einfache Sätze und Fragen erleichtern die Kommunikation, Vorwürfe sollten vermieden werden. Das sind zwar simple Anforderungen, aber gerade die erfordern viel Geduld und Verständnis.

Welcher Pflegegrad bei Alzheimer?

Als kognitive Erkrankung wurde Alzheimer erst 2017 in den Katalog der Krankheiten und Einschränkungen aufgenommen, die eine Anerkennung der Pflegebedürftigkeit rechtfertigen. Vor allem in einem frühen Stadium der Erkrankung, in der die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit noch vergleichsweise gering ist, erhalten Betroffene zwar einen Pflegegrad, aber noch keine besonders hohen Pflegeleistungen. Das ist darauf zurückzuführen, dass Pflegebedürftige mit anderen Erkrankungen oder Behinderungen in der Regel deutlich mehr auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind.

Ein höherer Pflegegrad wird dann erforderlich, wenn die Krankheit weiter fortschreitet und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung notwendig wird. Auch in der Kombination von Demenzerkrankungen wie Alzheimer mit körperlichen Erkrankungen oder Altersschwäche gewährt die Pflegeversicherung häufig einen höheren Pflegegrad mit den entsprechenden Leistungen. Voraussetzung dafür ist eine umfassende Prüfung der Pflegesituation, die von einem unabhängigen Pflegegutachter durchgeführt wird. Pflegebedürftige mit Alzheimer bzw. ihre Angehörigen sollten daher in jedem Fall einen Antrag auf einen Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) bei der zuständigen Pflegeversicherung stellen, wenn sie merken, dass der Betroffene immer mehr auf Hilfe und Betreuung angewiesen ist.

Erfolgreich einen Pflegegrad bei Alzheimer beantragen
2018-07-16T14:04:59+00:00
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