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Pflege und Pflegestufe bzw. Pflegegrad bei Alzheimer

Die Demenzerkrankung Alzheimer sorgt dafür, dass Betroffene zunehmend ihr Erinnerungsvermögen und ihre Selbstständigkeit verlieren. Für pflegende Angehörige aber bedeutet die Betreuung eine hohe körperliche und psychische Belastung. Viele Betroffene erhalten einen Pflegegrad (früher Pflegestufe).

Unser Team berät Sie gern kostenlos und unverbindlich zum Thema Pflegegrad bei Alzheimer oder auch bei allen anderen Fragen der Pflege

Alzheimer – die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Die Alzheimer-Krankheit ist die bis heute extremste Form von Demenz. Es handelt sich dabei um eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die sich im Verlust des Gedächtnisses und der Erinnerungen manifestiert.
  • Auch andere geistige Fähigkeiten, z. B. das Sprachvermögen und die Orientierungsfähigkeit, gehen im weiteren Verlauf der Erkrankung verloren.
  • Erschwerend kommt hinzu, dass die Erkrankten ihre Angehörigen und Bekannten in einem schweren Stadium der Krankheit häufig nicht mehr erkennen.
  • Ein zunehmendes Maß an Betreuung und alltäglicher Versorgung der Betroffenen wird nötig.
  • Der Einzelfall entscheidet, ob ein Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe) vergeben wird.

Für Pflegende, ob Familienangehörige oder professionelle Pflegekräfte, bedeutet die Versorgung eines Alzheimer-Patienten eine enorme Belastung. Vor allem pflegende Angehörige können häufig nur schwer damit umgehen, dass ein geliebter Mensch mehr und mehr zu einer Hülle ohne Erinnerungen und kognitive Fähigkeiten wird. Doch auch Pflegedienstmitarbeiter stoßen in der Pflege oftmals an ihre physischen und psychischen Grenzen.

Wir haben alle wichtigen Informationen zur Alzheimer-Krankheit zusammengestellt: Wie sind Ursachen und Verlauf der Erkrankung? Welche Aspekte sind in der Pflege wichtig? Welchen Pflegegrad (früher Pflegestufe) erhält man mit Alzheimer?

Alzheimer: Ursachen und Verlauf

Die Alzheimer-Krankheit gehört zur Gruppe der Demenz-Erkrankungen, die sich durch den Verlust des Gedächtnisses beschreiben lassen. Es handelt sich dabei um eine starke und im Verlauf der Erkrankung immer schneller fortschreitende Form des Gedächtnisverlustes – in der Folge verlieren die Betroffenen nicht nur ihre Erinnerungen, sondern auch weitere kognitive Fähigkeiten. Sie  sind zunehmend auf Hilfe und Betreuung angewiesen.

Die Krankheit ist nicht heilbar. Mithilfe von Medikamenten und Gedächtnistraining kann das Fortschreiten allerdings verlangsamt werden. Für die Betroffenen bedeutet das im besten Falle wertvolle Lebenszeit, die sie mit Familie und Freunden verbringen können.

Eine Ursache für die Erkrankung sucht die Medizin noch heute. Das Krankheitsbild wurde zwar bereits im beginnenden 20. Jahrhundert erstmals beschrieben. Dennoch ist bislang nur bekannt, dass Alzheimer zu einer nicht umkehrbaren Zerstörung des Nervengewebes im Gehirn führt, wodurch die Informationsweiterleitung der Nervenzellen gestört wird.

Nur in seltenen Fällen tritt Alzheimer bei Menschen auf, die jünger als 60 Jahre sind. Die meisten Betroffenen sind über 80 Jahre alt und müssen in vielen Fällen aufgrund ihres hohen Alters oder anderer Erkrankungen auch körperlich gepflegt werden.

Alzheimer und Pflegebedürftigkeit

Alzheimer ist eine Erkrankung, die sich nicht nur auf den Erkrankten selbst, sondern auf sein gesamtes Umfeld auswirkt. Wenn Familienmitglieder nicht mehr erkannt werden oder der Pflegebedürftige sich gegen die alltäglichen Pflegemaßnahmen wehrt, kann die Situation insbesondere für pflegende Angehörige zur Belastungsprobe werden. Die Pflege und Betreuung eines Alzheimer-Patienten ist aufwendig und verlangt viel Kraft, Geduld und Verständnis.

Von Stimmungsschwankungen, Ablehnung und dem Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten sind aber auch professionelle Pflegekräfte betroffen. Sie stoßen häufig an ihre Grenzen. Bereiche, die von der Pflege betroffen sind:

  • kognitive Fähigkeiten: Erinnerungsvermögen, Orientierung,
  • Körperpflege,
  • Nahrungsaufnahme und
  • Mobilität.

Aktivierende Pflege bei Alzheimer

Wird Alzheimer frühzeitig erkannt, stehen die Chancen auf eine Verzögerung des Krankheitsverlaufs relativ gut. Der fortschreitende Gedächtnisverlust lässt sich verzögern bzw. verlangsamen. Zwei Komponenten der Therapie sind entscheidend:

  • Einsatz von Medikamenten,
  • Training der kognitiven Fähigkeiten, Festhalten an Routinen, vertraute Tagesabläufe, gemeinsames Erinnern an schöne Momente.

Es handelt sich dabei um die sogenannte „aktivierenden Pflege“. Pflegende Angehörige, professionelle Pflegekräfte und spezielle Tagespflege-Einrichtungen helfen dem Pflegebedürftigen dabei, seine geistigen Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern.

Im Alltag mit einem pflegebedürftigen Alzheimer-Patienten kostet diese Art der Pflege aber Zeit, Geduld und Kraft. –Ambulante Pflegekräfte haben hierfür oft nicht die nötigen Ressourcen, Familienmitglieder dagegen fehlt häufig die psychische Kraft, sich täglich mit den besonderen Anforderungen der Alzheimer-Erkrankung auseinanderzusetzen.

Kommunikation bei Alzheimer

Ein besonders wichtiger Faktor in der Alzheimer-Pflege ist das Thema Kommunikation. Wenn die Gedächtnisleistung nachlässt, verlieren die Betroffenen nicht nur ihren Orientierungssinn oder ihr Sprachgefühl, sondern verstehen auch die Welt um sie herum nicht mehr. Es erschließt sich ihnen nicht mehr, warum Körperpflege wichtig ist, wann sie trinken und essen müssen oder warum sie das Haus nicht alleine verlassen sollten.

Das Aufstellen von Regeln ist eine Möglichkeit, kann aber  das Selbstwertgefühl verringern – dies verschlimmert sich, wenn der Betroffene nicht mehr wie ein vollwertiger Erwachsener, sondern wie ein unmündiges Kind behandelt wird.

Für Angehörige und Pflegepersonen ist es deshalb besonders wichtig, einen Weg der Kommunikation zu finden, der für alle Beteiligten funktioniert. Was sollte beachtet werden?

  • Verwenden von einfachem Satzbau,
  • Stellen von Fragen,
  • Vermeiden von Vorwürfen,
  • Aufbringen von Geduld und Verständnis.

Welcher Pflegegrad bei Alzheimer?

Als kognitive Erkrankung wurde Alzheimer erst 2017 in den Katalog der Krankheiten und Einschränkungen aufgenommen, die eine Anerkennung der Pflegebedürftigkeit rechtfertigen. Dies hängt mit einer umfassenden Pflegereform zusammen: Nun ist es nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit geistigen oder psychischen Erkrankungen möglich, einen Pflegegrad zu erhalten. Die fünf Pflegegrade haben die bisherigen drei Pflegestufen abgelöst. Welcher Pflegegrad konkret vergeben wird, hängt immer vom Einzelfall ab.

Vor allem in einem frühen Stadium der Erkrankung, in der die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit noch vergleichsweise gering ist, erhalten Betroffene zwar einen Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe), aber noch keine besonders hohen Pflegeleistungen. Das ist darauf zurückzuführen, dass Pflegebedürftige mit anderen Erkrankungen oder Behinderungen in der Regel deutlich stärker auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind.

Wann erhalte ich einen höheren Pflegegrad/Pflegestufe?

  • Ein höherer Pflegegrad wird dann erforderlich, wenn die Krankheit weiter fortschreitet und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung notwendig wird.
  • Auch in der Kombination von Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer mit körperlichen Erkrankungen oder Altersschwäche gewährt die Pflegeversicherung häufig einen höheren Pflegegrad mit den entsprechenden Leistungen.
  • Voraussetzung für die Höherstufung des Pflegegrades (früher Höherstufung der Pflegestufe) ist immer eine umfassende Prüfung der individuellen Pflegesituation, die von einem unabhängigen Pflegegutachter durchgeführt wird.
  • Pflegebedürftige mit Alzheimer bzw. ihre Angehörigen sollten daher in jedem Fall einen Antrag auf einen Pflegegrad (früher Pflegestufenantrag) bei der zuständigen Pflegeversicherung stellen, wenn sie merken, dass der Betroffene immer mehr auf Hilfe und Betreuung angewiesen ist.

Was ist wichtig mit Pflegegradantrag/Pflegestufenantrag?

  • Der Antrag auf einen Pflegegrad (vormals Pflegestufe) kann formlos bei der jeweiligen Pflegeversicherung gestellt werden.
  • Der Betroffene selbst muss den Pflegegradantrag stellen.
  • Im Rahmen des Neuen Begutachtungsassessments wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geprüft, ob ein Pflegegrad vergeben wird.

Bei falscher Einstufung oder Ablehnung des Pflegegradantrags (früher Pflegestufenantrags) besteht die Möglichkeit des Widerspruchs.

2019-03-28T11:07:58+00:00
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