Pflege und Pflegegrad bei Diabetes

Eine Diabetes-Erkrankung erfordert die Einnahme von Medikamenten und die Anpassung der Ernährung. Pflegekräfte sind bei Diabetes-Patienten besonders in der Pflicht.

Unser Team berät Sie gern kostenlos und unverbindlich zum Thema Pflege und Pflegegrad bei Diabetes oder auch bei allen anderen Fragen der Pflege

Diabetes – die wichtigsten Fakten

  • Die Diabetes-Erkrankung ist in Deutschland vergleichsweise weit verbreitet und beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter.
  • Auch ältere Menschen, die ihr Leben lang nicht davon betroffen waren, an der umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bekannten Stoffwechselstörung erkranken.
  • Es werden zwei verschiedene Diabetes-Typen unterschieden.
  • Behält man die Symptome verantwortungsbewusst im Auge, passt die Ernährung an und nimmt regelmäßig Medikamente ein, lässt sich sehr gut mit der Krankheit leben.
  • Ob einer der fünf Pflegegrade (bis 2017: drei Pflegestufen) vergeben wird, hängt immer von der Selbstständigkeit der Betroffenen ab.

Kommt zu der Diabetes-Erkrankung eine Pflegebedürftigkeit hinzu, fällt es vielen Betroffenen schwer, richtig mit der Krankheit umzugehen. Die Verantwortung, die Krankheit im Griff zu halten und einem Diabetes-Patienten ein weitgehend davon unberührtes Leben zu ermöglichen, geht in diesem Fall häufig auf die Pflegeperson über. Tägliche Aufgaben sind unter anderem:

  • regelmäßige Messung des Blutzuckerspiegels,
  • Prüfung der Medikamenteneinnahme zu überprüfen und
  • Beratung zur passenden Ernährung.

Wir haben alle wichtigen Informationen zur Diabetes-Krankheit zusammengestellt – vor allem auch in Hinblick auf die Attestierung eines Pflegegrades. Folgende Fragen werden beantwortet: Was ist Diabetes genau? Welche Typen von Diabetes gibt es? Wie wirkt sich die Krankheit auf die Pflege aus? Welcher Pflegegrad wird bei Diabetes vergeben?

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Was ist Diabetes mellitus?

  • Der medizinische Fachbegriff für Diabetes lautet „Diabetes mellitus“.
  • Bekannter jedoch sind die Bezeichnungen „Diabetes Typ 1“ und „Diabetes Typ 2“.
  • Umgangssprachlich wird die Erkrankung als Zuckerkrankheit bezeichnet.
  • Es handelt sich dabei um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die auf einem Mangel an Insulin bzw. Glukose beruht.

Diabetes Typ 1

Die Ursache des Insulinmangels bei Diabetes Typ 1 liegt fast immer in einer Fehlreaktion des Immunsystems: Zellen, die eigentlich für die körpereigene Produktion des Insulins verantwortlich sind, sterben ab. Weil das Insulin auf natürliche Weise nicht mehr hergestellt wird, steigt in der Folge der Blutzuckerspiegel der Betroffenen an. Übersteigt er einen bestimmten Wert, müssen Diabetes-Patienten Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel manuell zu regulieren.

Dieser Diabetes-Typ tritt in einem Großteil der Fälle schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Generell empfiehlt es sich, bei jeder Erkrankung Ihre Chancen auf einen Pflegegrad (vormals Pflegestufe) zu prüfen.

Diabetes Typ 2

Häufiger als Diabetes Typ 1 kommt Diabetes Typ 2 vor. Hier ist es nicht das fehlende Insulin, sondern ein Übermaß an Glukose im Blut, das die Zuckerkrankheit auslöst. Dieser Typ der Diabetes-Erkrankung tritt häufig erst in höherem Alter auf und ist eng mit Faktoren wie Übergewicht, ungesunder Ernährung und mangelnder Bewegung verknüpft. Spezielle Medikamente sowie regelmäßige Bewegung und ein gesunder Lebenswandel helfen dabei, die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Anders als beim Typ 1 ist Insulin nur in seltenen Fällen Teil der Behandlung.

Eine Übersicht der Pflegeleistungen

Wie wirkt sich Diabetes mellitus auf die Pflege aus?

Eine Diabetes-Erkrankung äußert sich in verschiedenen Faktoren, die den Alltag, je nach Grundkondition und allgemeiner Beeinträchtigung des Betroffenen, mehr oder weniger stark einschränken. Anzeichen für Diabetes sind:

  • ständiger Durst,
  • starker Harndrang,
  • dauernde Müdigkeit,
  • trockene Haut und
  • häufige Infekte.

Weil die Symptome aber nicht immer direkt als Diabetes erkannt werden, wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie an der Krankheit leiden. Gerade bei älteren Menschen, die zu Hause von Angehörigen oder einer ambulanten Pflege oder in einer Pflegeeinrichtung betreut werden, sind es häufig erst die Beobachtungen der Pflegepersonen, die zu einer ärztlichen Überprüfung auf Diabetes führen.

In der täglichen Pflege benötigen Pflegebedürftige mit Diabetes mellitus in vielen Dingen Unterstützung:

  • Körperpflege,
  • Essen und Trinken,
  • regelmäßige Bewegung.
Den passenden Pflegedienst finden

Körperpflege bei Diabetes

Körperpflege ist bei Diabetes ein wichtiger Punkt. Die Haut eines Diabetes-Patienten ist oft besonders empfindlich und anfällig für Infektionen. Vor allem die Füße, die für Menschen mit Diabetes grundsätzlich ein Problem darstellen können, müssen mit Sorgfalt behandelt werden: Schon die kleinste Verletzung kann zu großflächigen, schlecht heilenden Wunden führen, da die Krankheit die Wundheilung einschränkt.

Ein zentraler Aspekt der Pflege ist daher eine regelmäßige Fußpflege. Nach dem Waschen müssen die Füße vorsichtig und gründlich abgetrocknet werden. Die Nägel werden rund und kurz gehalten, um Verletzungen durch spitze oder scharfe Kanten zu vermeiden. Selbst kleinste Verletzungen müssen gründlich desinfiziert und regelmäßig kontrolliert werden. So können Folgeerkrankungen vermieden werden.

Neben den Pflegeleistungen eines Pflegegrades (bis 2017 Pflegestufe) können weitere Unterstützungen bei der Krankenkasse geltend gemacht werden (Hilfsmittelverordnung).

Erfolgreich einen Pflegegrad-Widerspruch stellen

Bewegung und Mobilität bei Diabetes

Bewegung kann bei Diabetes-Patienten zu unterschiedlichen Problemen führen: Bewegt sich der Pflegebedürftige intensiv, isst aber zu wenig, kann der Blutzuckerspiegel unter ein gesundes Maß fallen. Anzeichen einer Unterzuckerung sind beispielsweise

  • Unruhe,
  • Zittern,
  • Sehstörungen,
  • Schwindel,
  • starkes Schwitzen,
  • Verwirrtheit oder Verhaltensstörungen treten vor allem bei älteren Menschen auf.

Umgekehrt kann die Bewegung selbst eingeschränkt sein, weil die Füße bei einer Diabetes-Erkrankung oftmals einer Sensibilitätsstörung unterliegen. Die Patienten fühlen Schmerzen erst spät – ein drückender Schuh oder ein Steinchen unter dem Fuß können aufgrund der empfindlichen Haut weitreichende Folgen haben.

Viele Diabetes-Patienten leiden zudem unter Sehstörungen und Nervenschädigungen, die eine akute Sturzgefahr zur Folge haben. Das Sturzrisiko lässt sich durch wohnraumverbessernde Maßnahmen zwar minimieren, aber nicht gänzlich ausschalten. Wichtige Maßnahmen, um eine freie Bewegung im eigenen Zuhause zu ermöglichen, sind:

  • Haltegriffe und Geländer,
  • eine gute Beleuchtung und
  • das Beseitigen von Stolperfallen.

Bereits ab Pflegegrad 1 (früher Pflegestufe 0) können Sie diese Maßnahmen von Ihrer Krankenkasse einfordern und erstattet bekommen.

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Welcher Pflegegrad (vormals Pflegestufe) bei Diabetes?

Seit Anfang 2017 erhalten Pflegebedürftige einen Pflegegrad (früher: Pflegestufe), wenn ihr Grad der Selbstständigkeit ein eigenständiges Leben nicht mehr möglich macht. Eine groß angelegte Pflegereform hat den Begriff der Pflegebedürftigkeit bzw. die Einstufung, ob ein Pflegegrad vorliegt, geändert. Nun erhalten mehr Menschen als bislang einen Pflegegrad.

Eine verminderte Selbstständigkeit kann starke Auswirkungen auf die Mobilität, die Ernährung und die Körperpflege haben. Deswegen sollten Angehörige eines Pflegebedürftigen mit Diabetes bei der Pflegegradbegutachtung durch den Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK) darauf achten, dass sämtliche Einschränkungen, die aufgrund der Diabetes-Erkrankung entstehen, aufgenommen und in die Bewertung einbezogen werden.

Führen Sie am besten ein ausführliches Pflegetagebuch im Vorfeld des MDK-Termins. Notieren Sie sämtliche Beeinträchtigungen, die durch die Diabetes sowohl für den Pflegebedürftigen als auch die Pflegeperson entstehen. Ein solches Vorgehen erhöht ihre Chancen einen Pflegegrad zu erhalten, der ihrem tatsächlichen Pflegebedarf entspricht.

Unsere Pflegeexperten von Dr. Weigl & Partner unterstützen Sie bei einer Diabetes-Erkrankung nicht nur beim Antrag auf Pflegeleistungen, sondern helfen Ihnen auch gerne bei den bürokratischen Angelegenheiten und allen weiteren Fragen zur Pflege. Für den Fall, dass der erste Antrag abgelehnt wurde und Sie den Widerspruch beim Pflegegrad anstreben oder sich seit der letzten Begutachtung durch den MDK der Pflegebedarf messbar erhöht hat und Sie den Pflegegrad erhöhen wollen, helfen wir Ihnen auch gerne in diesen Prozessen.

Unsere erste telefonische Beratung ist kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!