Pflegehilfsmittel

Ein Teil der Hilfsmittel, die bei der ambulanten Pflege zum Einsatz kommen, werden von der Pflegeversicherung subventioniert. Es handelt sich dabei um sogenannte „Pflegehilfsmittel zum Verbrauch“.

Pflegehilfsmittel

Wer einen pflegebedürftigen Menschen versorgt, ist auf eine ganze Reihe von Hilfsmitteln angewiesen. In einem Pflegeheim oder bei einem professionellen Pflegedienst stehen diese den Pflegepersonen uneingeschränkt zur Verfügung. In einem häuslichen Umfeld aber, wo private Pflegepersonen für die pflegerische Versorgung zuständig sind, müssen Pflegehilfsmittel auf die individuelle Pflegesituation abgestimmt und selbst beschafft werden.

Nicht alle dieser Hilfsmittel müssen jedoch aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Unter der Voraussetzung, dass ein Angehöriger, also eine private Pflegeperson den pflegebedürftigen Versicherungsnehmer versorgt, übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der monatlichen Kosten für Pflegehilfsmittel. Es müssen Pflegehilfsmittel sein, die zum Verbrauch bestimmt sind – bis zu 40 Euro können pflegende Angehörige pro Monat über die Pflegeversicherung abrechnen.

Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?

Um Pflegehilfsmittel zu erhalten und die Kosten bei der Pflegeversicherung geltend machen zu können, müssen pflegebedürftige Versicherungsnehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese sind im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) geregelt, das sämtliche Bestimmungen hinsichtlich des Themas Pflegebedürftigkeit enthält.

Der Anspruch auf die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch richtet sich nach insgesamt drei Kriterien. Sind diese erfüllt, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten im Rahmen einer Pauschale von 40 Euro pro Monat. Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, um den Anspruch zu rechtfertigen:

  • Der Pflegebedürftige muss einen anerkannten Pflegegrad haben.
  • Die Pflege muss in einem häuslichen Umfeld erfolgen, d. h. in der eigenen Wohnung, bei Verwandten oder in einer Wohngemeinschaft.
  • Die Pflege muss durch einen Angehörigen oder einen Pflegedienst erfolgen.

Wie können Pflegehilfsmittel beantragt werden?

Obwohl die 40 Euro-Pauschale der Pflegehilfsmittel zum Verbrauch grundsätzlich jedem Pflegebedürftigen, der von der Pflegeversicherung in einen Pflegegrad eingestuft wurde, zusteht, erfolgt die Kostenübernahme nicht automatisch. Wie jede Leistung der Pflegekasse müssen auch die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch individuell bei der Pflegeversicherung beantragt werden.

Um die monatliche Kostenübernahme zu erhalten, haben Pflegebedürftige und deren Angehörige verschiedene Möglichkeiten. Zunächst sollte ein schriftlicher Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Pflegeversicherung gestellt werden. Dieser kann formlos sein, sollte aber einige wichtige Informationen enthalten, um der Pflegeversicherung die Bewilligung so leicht wie möglich zu machen. Dazu gehören der Name des Pflegebedürftigen, dessen Geburtsdatum, die Art der benötigten Pflegehilfsmittel und die Versichertennummer.

Liegt die Zustimmung der Pflegeversicherung vor, können die selbst beschafften Pflegehilfsmittel mithilfe eines Kostenübernahme-Formulars Monat für Monat mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Einfacher geht es mit einer regelmäßigen Lieferung einer Pflegehilfsmittel-Box. Diese kann online auf verschiedenen Portalen bestellt und individuell zusammengestellt werden. Häufig übernehmen die Dienstleister sogar den Antrag auf Kostenerstattung bei der Pflegeversicherung.

Wird die tägliche Pflege von einem ambulanten Pflegedienst durchgeführt, wird die Abrechnung der Pflegehilfsmittel-Pauschale in der Regel durch den Pflegedienst übernommen.

Welcher Unterschied besteht zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln?

Pflegehilfsmittel sollten allerdings nicht mit allgemeinen Hilfsmitteln verwechselt werden. Zwischen diesen beiden Begriffen muss zunächst einmal eine grundlegende Unterscheidung getroffen werden, die sich vor allem auf den zuständigen Ansprechpartner bezieht: Hilfsmittel werden von einem behandelnden Arzt per Rezept verschrieben. Zuständig ist demzufolge die Krankenversicherung.

Anders sieht es bei Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch aus. Die Kosten hierfür werden von der Pflegekasse getragen. Ein Rezept wird nicht benötigt.

Hilfsmittel sind dazu vorgesehen, eine Krankenbehandlung zu unterstützen, Behinderungen vorzubeugen und den Betroffenen den Alltag zu erleichtern. Dazu gehören beispielsweise Windeln für Erwachsene, die bei einer Inkontinenz verwendet werden, sowie weitere Inkontinenzartikel. Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss der behandelnde Arzt ein entsprechendes Rezept ausstellen.

Pflegehilfsmittel dagegen werden in der täglichen Pflege benutzt und dienen dazu, eventuelle Beschwerden des Pflegebedürftigen zu lindern und der Pflegeperson die Ausführung von Pflegehandlungen zu erleichtern. Unter den Begriff Pflegehilfsmittel fallen u. a. Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Betteinlagen und Schutzschürzen. Damit die Pflegekasse für die Kosten aufkommt, muss der Pflegebedürftige über einen anerkannten Pflegegrad verfügen. Die Pflege muss in einem häuslichen Umfeld, z. B. der eigenen Wohnung, Wohnräumen bei Verwandten oder einer Pflege-WG, erfolgen und von einer privaten Pflegeperson durchgeführt werden.

Was sind Pflegehilfsmittel?

Es gibt zwei Arten von Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege beitragen oder einem pflegebedürftigen Versicherungsnehmer ein selbstständigeres Leben ermöglichen: technische Pflegehilfsmittel und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel.

Technische Hilfsmittel werden in aller Regel nur einmalig angeschafft. Sie werden größtenteils nicht vollständig von der Pflegeversicherung übernommen, sondern sind mit einem Eigenanteil verbunden. Häufig werden sie nur leihweise übergeben und müssen nach einem bestimmten Zeitraum ausgetauscht oder zurückgegeben werden. Die technischen Hilfsmittel sind innerhalb von sogenannten Produktgruppen organisiert:

  • Produktgruppe 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, z. B. Pflegebetten, Pflegestühle, Toilettenstühle
  • Produktgruppe 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene, z. B. Bettschutzeinlagen, Waschsysteme, Urinflaschen
  • Produktgruppe 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung und Mobilität, z. B. Gehhilfen, Rollatoren, Rollstühle
  • Produktgruppe 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden, z. B. Lagerungskissen

Anders sieht es dagegen bei den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch aus. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes „zum Verbrauch“ bestimmt und müssen immer wieder angeschafft werden, da sie nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Sie sind innerhalb nur einer Produktgruppe organisiert:

  • Produktgruppe 54: Pflegehilfsmittel, die aufgrund der Beschaffenheit des Materials oder aus hygienischen Gründen für den Einmalgebrauch vorgesehen sind, z. B. Desinfektionsmittel, Bettschutz, Einmalhandschuhe, Mundschutz, Schutzschürzen

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel werden, sofern ein Pflegegrad vorliegt, von der Pflegekasse bezahlt. Der Höchstbetrag liegt bei 40 Euro pro Monat, die ein Pflegebedürftiger geltend machen kann. Pflegehilfsmittel, die darüber hinaus verbraucht werden, müssen selbst gezahlt werden.

2017-12-21T11:42:51+00:00
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