Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Bei der ambulanten Pflege kommen viele Hilfsmittel zum Einsatz – ein Teil wird von der Pflegeversicherung subventioniert. Es handelt sich dabei um Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.

Wer einen pflegebedürftigen Menschen versorgt, ist auf eine ganze Reihe von Hilfsmitteln angewiesen. In einem Pflegeheim oder bei der ambulanten Pflege stehen diese den Pflegepersonen uneingeschränkt zur Verfügung. Sind im häuslichen Umfeld aber Privatpersonen für die pflegerische Versorgung zuständig, müssen Pflegehilfsmittel auf die individuelle Pflegesituation abgestimmt und selbst beschafft werden. Nicht alle dieser Hilfsmittel müssen aus eigener Tasche gezahlt werden.

Pflegehilfsmittel – die wichtigsten Fakten

  • Unter der Voraussetzung, dass Angehörige, Freunde oder Bekannte die pflegebedürftigen Versicherungsnehmer versorgen, übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der monatlichen Kosten für Pflegehilfsmittel.
  • Es müssen Pflegehilfsmittel sein, die zum Verbrauch bestimmt sind – bis zu 40 Euro können pflegende Angehörige pro Monat über die Pflegeversicherung abrechnen.
  • Unter Umständen werden die Kosten für Pflegehilfsmittel auch bei der Betreuung in einer WG oder im betreuten Wohnen übernommen.

Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?

Um Pflegehilfsmittel zu erhalten und die Kosten bei der Pflegeversicherung geltend machen zu können, müssen pflegebedürftige Versicherungsnehmer bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese sind im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) geregelt, das sämtliche Bestimmungen hinsichtlich des Themas Pflegebedürftigkeit enthält.

Der Anspruch auf die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch richtet sich nach insgesamt drei Kriterien. Sind diese erfüllt, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten im Rahmen einer Pauschale von 40 Euro pro Monat.

  • Der Pflegebedürftige muss über einen anerkannten Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe) verfügen.
  • Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 sowie Pflegegrad 5 berechtigen zur Kostenübernahme.
  • Die Pflege muss in einem häuslichen Umfeld erfolgen, d. h. in der eigenen Wohnung, bei Verwandten oder in einer Wohngemeinschaft.
  • Die Pflege muss durch einen Angehörigen oder einen Pflegedienst erfolgen.

Wie können Pflegehilfsmittel beantragt werden?

Die Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch steht grundsätzlich allen Pflegebedürftigen zu, die von der Pflegeversicherung in einen der fünf Pflegegrade (bislang drei Pflegestufen). Allerdings erfolgt die Kostenübernahme nicht automatisch, die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch müssen individuell bei der Pflegeversicherung beantragt werden.

Um die monatliche Kostenübernahme zu erhalten, haben Pflegebedürftige mit Pflegegrad und deren Angehörige verschiedene Möglichkeiten.

  • Zunächst sollte ein schriftlicher Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Pflegeversicherung gestellt werden.
  • Der Antrag kann formlos sein, sollte aber wichtige Informationen enthalten, um der Pflegeversicherung die Bewilligung zu erleichtern. Dazu gehören der Name des Pflegebedürftigen, dessen Geburtsdatum, die Art der benötigten Pflegehilfsmittel und die Versichertennummer. Liegt die Zustimmung der Pflegeversicherung vor, können die selbst beschafften Pflegehilfsmittel mithilfe eines Kostenübernahme-Formulars Monat für Monat mit der Pflegekasse abgerechnet werden.
  • Einfacher geht es mit der regelmäßigen Lieferung einer Pflegehilfsmittel-Box. Diese kann online auf verschiedenen Portalen bestellt und individuell zusammengestellt werden. Häufig übernehmen die Dienstleister auch den Antrag auf Kostenerstattung bei der Pflegeversicherung.
  • Wird die tägliche Pflege von einem ambulanten Pflegedienst durchgeführt, wird die Abrechnung der Pflegehilfsmittel-Pauschale in der Regel durch den Pflegedienst übernommen.

Professionelle Unterstützung beim Antrag auf Pflegehilfsmittel

Der Einsatz der zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel soll den Alltag der betroffenen Familien erleichtern. Allerdings bringt die Beantragung, die ab Pflegegrad 1 (früher Pflegestufe) möglich ist, oft Papierchaos mit sich. Welche Informationen benötigt die Pflegekasse? Für welche Pflegehilfsmittel werden die Kosten erstattet?

Bei diesen und weiteren Fragen, zum Beispiel zum Pflegegrad-Antrag, helfen wir von Dr. Weigl & Partner Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. Vor allem die Finanzierung der Pflege ist für viele Betroffene ein großes Problem. Wir stehen Ihnen kompetent zur Seite. Möchten Sie einen Pflegegrad beantragen oder fühlen sich von den diversen bürokratischen Herasuforderungen überfordert? Unser erfahrenes Team berät Sie kompetent bei allen offenen Punkten.

Welcher Unterschied besteht zwischen medizinischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch?

Pflegehilfsmittel sollten nicht mit medizinischen oder technischen Hilfsmitteln verwechselt werden. Zwischen diesen beiden Begriffen muss zunächst einmal eine grundlegende Unterscheidung getroffen werden, die sich vor allem auf den zuständigen Ansprechpartner bezieht.

  • Medizinische Hilfsmittel werden von einem behandelnden Arzt per Rezept verschrieben. Zuständig ist demzufolge die jeweilige Krankenversicherung. Die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden von der Pflegekasse getragen. Ein Rezept wird nicht benötigt.

Hilfsmittel sind dazu vorgesehen, eine Krankenbehandlung zu unterstützen, Behinderungen vorzubeugen und den Betroffenen den Alltag zu erleichtern. Dazu gehören beispielsweise Windeln für Erwachsene sowie weitere Inkontinenzartikel. Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss der behandelnde Arzt ein entsprechendes Rezept ausstellen. Ein attestierter Pflegegrad (bis 2017 Pflegestufe) ist nicht nötig.

Pflegehilfsmittel dagegen werden in der täglichen Pflege benutzt und dienen dazu, eventuelle Beschwerden des Pflegebedürftigen zu lindern und der Pflegeperson die Ausführung von Pflegehandlungen zu erleichtern. Unter den Begriff Pflegehilfsmittel fallen u. a. Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Betteinlagen und Schutzschürzen.

Damit die Pflegekasse für die Kosten aufkommt, muss der Pflegebedürftige über einen anerkannten Pflegegrad (früher Pflegestufe) verfügen. Die Pflege muss in einem häuslichen Umfeld, z. B. der eigenen Wohnung, Wohnräumen bei Verwandten oder einer Pflege-WG, erfolgen und von einer privaten Pflegeperson durchgeführt werden.

Was sind Pflegehilfsmittel?

Es gibt zwei Arten von Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege beitragen oder einem pflegebedürftigen Versicherungsnehmer (mit Pflegegrad/Pflegestufe) ein selbstständigeres Leben ermöglichen: technische Pflegehilfsmittel und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel.

Technische Hilfsmittel werden in aller Regel nur einmalig angeschafft. Sie werden größtenteils nicht vollständig von der Pflegeversicherung übernommen, sondern sind mit einem Eigenanteil verbunden. Häufig werden sie nur leihweise übergeben und müssen nach einem bestimmten Zeitraum ausgetauscht oder zurückgegeben werden. Die technischen Hilfsmittel sind innerhalb von sogenannten Produktgruppen organisiert:

  • Produktgruppe 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege, z. B. Pflegebetten, Pflegestühle, Toilettenstühle;
  • Produktgruppe 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene, z. B. Bettschutzeinlagen, Waschsysteme, Urinflaschen;
  • Produktgruppe 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung und Mobilität, z. B. Gehhilfen, Rollatoren, Rollstühle;
  • Produktgruppe 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden, z. B. Lagerungskissen.

Anders sieht es dagegen bei den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch aus. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes „zum Verbrauch“ bestimmt und müssen immer wieder angeschafft werden, da sie nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Sie sind innerhalb nur einer Produktgruppe organisiert:

  • Produktgruppe 54: Pflegehilfsmittel, die aufgrund der Beschaffenheit des Materials oder aus hygienischen Gründen für den Einmalgebrauch vorgesehen sind, z. B. Desinfektionsmittel, Bettschutz, Einmalhandschuhe, Mundschutz oder Schutzschürzen.

Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel werden, sofern ein Pflegegrad (bisher Pflegestufe) vorliegt, von der Pflegekasse bezahlt. Der Höchstbetrag liegt bei 40 Euro pro Monat, die ein Pflegebedürftiger geltend machen kann. Pflegehilfsmittel, die darüber hinaus verbraucht werden, müssen selbst gezahlt werden.

Unser Team berät Sie gern kostenlos und unverbindlich zum Thema Pflegehilfsmittel oder auch bei allen anderen Fragen der Pflege

Unsere Pflegeexperten von Dr. Weigl & Partner helfen Ihnen gerne beim Antrag auf Pflegeleistungen, damit Sie oder Ihr Angehöriger finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch erhalten. Wir helfen Ihnen bei den bürokratischen Angelegenheiten und allen weiteren Fragen zur Pflege. Auch für den Fall, dass der erste Antrag abgelehnt wurde und Sie den Widerspruch beim Pflegegrad anstreben oder sich die bisherige Pflegesituation seit der letzten Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) verschlechtert hat und Sie den Pflegegrad erhöhen wollen, helfen wir Ihnen auch gerne in diesen Prozessen.

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2019-09-10T07:58:03+00:00
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