Welche Zuschüsse für einen Treppenlift Sie von der Krankenkasse erhalten können

Der Wunsch von vielen Senioren ist es, in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Da sich die Mobilität im fortgeschrittenen Alter häufig einschränkt, sind ältere Menschen nicht selten auf einen Treppenlift zur Überwindung von Steigungen oder Stufen angewiesen. Die Anschaffung eines Treppenlifts ist mit hohen Kosten verbunden, die die Betroffenen oder deren Angehörige häufig nicht selbst aufbringen können. Als erste Maßnahme sollte man sich daher an seine zuständige Krankenkasse oder die Pflegekasse wenden.

Treppenlift – Die Krankenkasse als Ansprechpartner

Die Krankenkasse dient in der Regel als erster Ansprechpartner für alle Belange, welche die Gesundheit und somit auch die Mobilität betreffen. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass der Treppenlift als Pflegeleistung an sich nicht zu Hilfsmitteln wie etwa Rollstühle, Prothesen oder Hörgeräte zählt und somit nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen vorhanden ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass Betroffene sich zumindest einen Teil der Anschaffungs- beziehungsweise Umbaukosten für einen Treppenlift von der zuständigen Pflegekasse erstatten lassen können.

Unabhängige Pflegeberatung erhalten

Treppenlift Krankenkasse – Voraussetzungen für eine Bezuschussung

Im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes 2 wurden ab dem 01. Januar 2017 die bis dahin geltenden drei Pflegestufen durch fünf neue Pflegegrade abgelöst. Wird pflegebedürftigen Personen durch die Pflegekasse ein Pflegegrad anerkannt, kann bei der Krankenkasse ein finanzieller Zuschuss für barrierefreie Umbaumaßnahmen beantragt werden. Hierzu gehören alle Maßnahmen zur Reduzierung der Barrieren im eigenen Wohnumfeld, wie beispielsweise ein Treppenlift. Möglich wird dies durch den neu geschaffenen Rahmen der finanzierbaren altersgerechten Wohnraumanpassung.

Sobald ein Pflegegrad vorliegt, können Pflegeversicherte den Einbau eines Treppenlifts mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von bis zu 4.000 Euro beantragen. Ausgezahlt wird dieser Zuschuss von der zuständigen Pflegekasse, und kann für alle beliebigen Maßnahmen der Barrierereduzierung verwendet werden. Unter bestimmten Umständen ist es auch möglich, nach Absprache mit der Pflegekasse, den Zuschuss ein zweites Mal in Anspruch zu nehmen.

Soll der Zuschuss der Krankenkasse und Pflegekasse in die Pflegeleistung Treppenlift investiert werden, dann sollte der Antrag auf altersgerechte Wohnraumanpassung unbedingt vor dem Einbau und am besten vor dem Kauf des Treppenliftes gestellt werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Maßnahme auch bewilligt wird. Dabei muss vor der Anschaffung mindestens Pflegegrad eins vorliegen. Im Idealfall sollte die Krankenkasse noch früher kontaktiert werden, um sich über die Möglichkeiten einer Bezuschussung oder  Kostenübernahme seitens der Krankenkasse zu informieren.

Bei einem Ehepaar mit jeweils anerkannten Pflegegraden ist es zudem möglich, insgesamt 8.000 Euro an Zuschüssen für den altersgerechten Umbau des Wohnraumes gewährt werden. In einer Wohngemeinschaft für Senioren können auf diese Weise bis zu 16.000 Euro an Zuschüssen der Pflegekasse beantragt werden.

Mittels der Unterstützungsleistung der Pflege- und Krankenkasse wird der Eigenanteil teilweise erheblich reduziert. Somit kann der Gesamtpreis der Anschaffung eines Treppenlifts wie einem Plattformlift, Hublift oder Homelift als Pflegeleistung deutlich gesenkt werden.

Erfolgreich einen Pflegegrad beantragen

Treppenlift Krankenkasse – Antragsstellung

Der Antrag auf einen Zuschuss kann bei der Krankenkasse formal oder formlos erfolgen. Für eine formale Antragstellung sind bei der zuständigen Krankenkasse entsprechende Formulare erhältlich. Diese können sind vor Ort in Filialen der Krankenkasse oder online auf der Webseite der Pflegekasse beziehungsweise Krankenkasse zum Download erhältlich. Diese Formulare können sehr hilfreich sein, denn oftmals wissen Betroffene oder pflegende Angehörige nicht, was eine Antragstellung auf Pflegeleistungen genau beinhalten muss.

Alternativ kann auch ein schriftlicher, formloser Antrag erfolgen. Dieser sollte idealerweise mit einem unverbindlichen Kostenvoranschlag des Treppenlift-Anbieters eingereicht werden. Im Antrag sollte zudem erwähnt werden, warum der Einbau eines Treppenliftes eine Verbesserung im entsprechenden Wohnumfeld darstellt. Idealerweise werden Bilder der Situation vor Ort beigefügt, um der Krankenkasse einen Eindruck der gegenwärtigen Wohnraumsituation zu geben.

In der Regel werden Anträge zum altersgerechten Umbau des Wohnumfeldes bewilligt, sofern der Treppenlift eine echte Erleichterung für den Betroffenen darstellt und mindestens Pflegegrad eins vorliegt. Die Pflegekasse ist daran interessiert, Pflegebedürftige so lange wie möglich im eigenen Wohnumfeld zu unterstützen.

Die Pflegeleistungen, wie in diesem Fall der Treppenlift, sind für die Bewilligung jedoch erst einmal nachrangig. Zuerst wird die Pflegekasse prüfen, ob nicht andere Leistungsträger wie beispielsweise die Berufsgenossenschaft nach einem Arbeitsunfall die Kosten erstatten müssen. In öffentlichen Gebäuden sind die jeweiligen Landkreise für die Kostenübernahme zuständig.

Trifft keines von beiden zu und wird der Zuschuss bewilligt, erhalten Betroffene, respektive deren Angehörige einen positiven Bescheid. Anschließend kann der Einbau des Treppenliftes mitsamt den eventuellen Umbaumaßnahmen erfolgen. Für eine Erstattung sind die Originalrechnungen bei der Pflegekasse einzureichen.

Treppenlift Krankenkasse – Kostenübernahme

Liegt ein Pflegegrad vor, so übernimmt die Pflegekasse respektive Krankenkasse den Großteil der Kosten für einen Treppenlift. Es ist allerdings erforderlich, dass der Betroffene einen Eigenanteil von mindestens zehn Prozent der Gesamtsumme, die sich aus den Kosten für den Einbau und eventuell anfallende Umbaumaßnahmen zusammensetzt, übernimmt. Der zu entrichtende Eigenanteil ist dabei stets vom Einkommen der Pflegebedürftigen beziehungsweise Ihrer Angehörigen abhängig. Der Höchstsatz der Bezuschussung liegt in allen Fällen bei 4.000 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob der Treppenlift gebraucht oder neu erworben wird.

Prinzipiell übernehmen die Krankenkassen und Pflegekassen nur dann einen Teil der Einbaukosten für einen Treppenlift, wenn dieser maßgeblich zur Verbesserung des Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen beiträgt. Mit dem Einbau eines Treppenliftes soll erreicht werden, dass der Betroffene sein Leben weitgehend selbstständig und unabhängig gestalten kann. Dies sorgt auch dafür, dass die Pflege durch Angehörige oder Pflegefachkräfte erheblich erleichtert wird und dadurch eine Übernahme der Kosten durch die Pflege- oder Krankenkasse erfolgen kann. In der Regel gilt dies für alle gesetzlichen Krankenkassen, wie AOK, DAK, HEK, IKK, BARMER GEK, BKK Mobil Oil, KKH, KNAPPSCHAFT und TK.

Beispielhafter Ablauf – Bezuschussung für einen Treppenlift durch die Pflege- oder Krankenkasse

Den Pflegekassen und Krankenkassen ist sehr daran gelegen, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich im gewohnten Wohnumfeld glücklich und ohne große Einschränkungen leben können. Dafür müssen in manchen Fällen jedoch Barrieren wie Treppenstufen oder steile Steigungen im Eigenheim überwindbar gemacht werden.

Um einen Zuschuss der Pflege- oder Krankenkasse zu einer wohnumfeldverbessernden Maßnahme, zu welcher auch ein Treppenlift gehört, muss mindestens Pflegegrad eins vorliegen. Ist noch kein Pflegegrad vorhanden, muss zunächst ein Antrag auf Pflegeleistungen gestellt werden.

Ab dem 01. Januar 2017 müssen Pflegebedürftige diesen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Dieser Antrag wird sodann mittels des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) persönlich von einem befugten Gutachter geprüft. Der zuständige Gutachter stuft den Pflegebedürftigen auf dieser Grundlage in einen entsprechenden Pflegegrad ein. Dabei erhalten Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen einen Besuch vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK), privatversicherte Betroffene hingegen von einem Gutachter der MEDICPROOF GmbH.

Unser Team berät Sie gerne kostenlos und unverbindlich zum Thema Treppenlift Krankenkasse oder auch bei allen anderen Themen der Pflege