Wie Sie eine Treppenlift Baugenehmigung erhalten

Ob durch Unfälle, Krankheiten oder altersbedingt – immer mehr Menschen sind für die barrierefreie Fortbewegung auf einen Treppenlift angewiesen. Der Einbau eines Treppenlifts ist dabei an einige gesetzliche und bauliche Rahmenbedingungen gekoppelt. Erfahren Sie hier, was Sie beachten müssen, um eine Treppenlift Baugenehmigung zu erhalten.

Die Pflegeleistung Treppenlift

Aus technischer Sicht ist der Einbau eines Treppenlifts in den meisten Wohnungen und Häusern problemlos möglich. Der Einbau hängt indes elementar vom Erhalt einer Treppenlift Baugenehmigung ab. Für eine Treppenlift Baugenehmigung müssen sowohl rechtliche als auch bauliche Voraussetzungen erfüllt sein. Es spielt hier keine Rolle, ob pflegebedürftige Personen die Ihnen bei einem attestierten Pflegegrad zustehende wohnumfeldverbessernde Maßnahme für Ihr Eigenheim, eine Mietwohnung oder das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses benötigen.

Konkrete baurechtliche Vorschriften betreffen in erster Linie den Brandschutz und die Fluchtwege. Grund dafür ist, dass Treppen im Falle eines Brandes als erste Rettungswege gelten. Die gesetzlichen Vorgaben sind deshalb für nachträgliche bauliche Veränderungen in Form des Treppenliftes besonders restriktiv.

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Gesetzliche Rahmenbedingungen einer der Baugenehmigung für einen Treppenlift

Sowohl in den Landesbauordnungen (LBO) der jeweiligen Bundesländer als auch in der bundesweit gültigen Norm DIN 18065 für technische Baubestimmungen finden sich Vorgaben für den Einbau eines Treppenlifts. In manchen Bundesländern dafür muss ein Antrag für den Einbau eines Treppenschrägaufzugs gestellt werden. Dabei unterscheiden sich die Mindestanforderungen an die Treppenbreite in Mehrfamilienhäusern von den Anforderungen für ein Eigenheim. In Mehrfamilienhäusern müssen Sie zwingend die Vorschriften der Landesbauordnung einhalten.

Die zuständige Behörde wird vor der Ausstellung einer Treppenlift Baugenehmigung zunächst prüfen, ob es sich bei dem betreffenden Objekt um ein öffentliches Gebäude oder ein Privathaus respektive eine Privatwohnung handelt. Zudem wird im Rahmen der Prüfung die Anzahl der Personen, welche die Treppe regelmäßig nutzen sowie die Anzahl und die Art der vorhandenen Fluchtwege im Objekt bewertet.

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Bauliche Voraussetzungen für den Erhalt einer Treppenlift Baugenehmigung

Grundsätzlich spielt die Treppenform für den Einbau eine untergeordnete Rolle. Ein Treppenlift kann auf nahezu jeder Treppenart realisiert werden, egal ob es sich um eine kurvige Treppe, eine gerade Treppe oder eine sonstige Treppenform handelt. Das Schienensystem kann nahezu überall individuell an die vor Ort gegebene Treppenform angepasst werden.

Nichtsdestotrotz muss die vorliegende bauliche Situation genauestens überprüft werden. Dies betrifft vor allem die Statik des Treppenhauses. Normalerweise ist der Einbau von Treppenliften auch in Altbauten möglich. Grundsätzlich können durch einen Treppenlift bis zu sieben Etagen am Stück überwunden werden.

Laut Bauaufsichtsbehörde muss eine Treppe nach dem Einbau eines Treppenlifts noch eine Mindestlaufbreite von 80-100 cm aufweisen. Die nutzbare Mindestlaufbreite darf durch den Einbau des Treppenlifts keinesfalls unterschritten werden. Bei schmal geschnittenen Treppen muss zwingend ein zusammenklappbarer Lift installiert werden, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, und eine Treppenlift Baugenehmigung zu erhalten. Modelle mit Klappmechanismus lassen sich nach der Benutzung platzsparend einklappen, um die Laufbreite wieder zu vergrößern. In der Regel ist ein zusammengeklappter Lift in etwa 30-35 cm breit.

Die Situation in Mehrfamilienhäusern und Mietshäusern

Insbesondere in Mehrfamilienhäusern oder Mietshäusern muss die Treppe für andere Bewohner immer frei bleiben. Diese Vorschrift dient nicht nur der komfortablen Nutzung des Treppenhauses, sondern in erster Linie auch der Einhaltung der Vorschriften zum Brandschutz und zur Freihaltung der Fluchtwege.

Grundsätzlich haben Betroffene auch in Mietshäusern Anspruch auf Barrierefreiheit. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch in Paragraph 554a „Barrierefreiheit“ geregelt: „Der Mieter kann vom Vermieter die Zustimmung zu baulichen Veränderungen oder sonstigen Einrichtungen verlangen, die für eine behindertengerechte Nutzung der Mietsache oder den Zugang zu ihr erforderlich sind, wenn er ein berechtigtes Interesse daran hat.“

Demnach kann der Mieter seinen Anspruch auf Barrierefreiheit vom Vermieter verlangen, soweit ein berechtigtes Interesse an einem Treppenlift besteht. Voraussetzung dafür ist, dass eine körperliche Beeinträchtigung besteht und der Mieter beispielsweise nicht ins Erdgeschoss ziehen kann. Es gibt jedoch auch Fälle, in jenen der Vermieter die Zustimmung zum Einbau eines Treppenliftes verweigern kann. Dazu muss ein berechtigtes Interesse an der unveränderten Erhaltung der Mietsache nachgewiesen werden, welches das Interesse des Mieters an der Barrierefreiheit überwiegt.

Folgende Punkte müssen erfüllt werden, um eine Baugenehmigung für einen Treppenlift zu erhalten:

  • Der Treppenhandlauf muss nutzbar sein
  • Der Treppenlauf darf durch den parkenden Treppenlift nicht behindert werden
  • Der Treppenlift muss im Notfall per Hand in die Ruheposition geschoben werden können
  • Der Treppenlift muss aus nicht brennbaren Materialien bestehen
  • In Mehrfamilienhäusern muss der Treppenlift gegen die missbräuchliche Nutzung ausreichend gesichert werden
  • Bei Nichtbenutzung muss sich der Lift in Parkposition befinden
  • Führt der Sitzlift über mehrere Etagen und beträgt die Restlaufbreite weniger als 60 cm, muss in jeder Etage eine Wartefläche vorhanden sein
  • Eine Restlaufbreite von 60 cm muss vorhanden sein, wenn der Treppenlift ohne Passagiere und mit hochgeklapptem Sitz unterwegs ist

Unser Team berät Sie gerne kostenlos und unverbindlich zum Thema Treppenlift Baugenehmigung oder auch bei allen anderen Themen der Pflege