Pflegegeld

Wer täglich auf Hilfe angewiesen ist, gilt nach dem deutschen Gesetz als pflegebedürftig. Zu den Leistungen, die Pflegebedürftige von der Pflegeversicherung erhalten, zählt u. a. ein monatliches Pflegegeld.

Pflegegeld

Pflegebedürftige Personen, die bei einer deutschen Krankenversicherung versichert sind und in die Pflegeversicherung einzahlen, können selbst entscheiden, wo und von wem sie gepflegt werden möchten. Die tägliche Pflege umfasst Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen, bei der Mobilität oder bei der Ernährung, hauswirtschaftliche Hilfen sowie Betreuung und Begleitung im Alltag, je nachdem wie hoch der Grad der Pflegebedürftigkeit eines Versicherungsnehmers ist. Die Pflege kann zuhause, im gewohnten Umfeld stattfinden, wo sich der Partner, Familienangehörige oder Freunde um den Pflegebedürftigen kümmern, oder in einer stationären Einrichtung, wo geschulte Pflegekräfte und Betreuungspersonen für die Pflege zuständig sind.

Entscheidet sich eine pflegebedürftige Person für die Pflege zuhause, kann sie bei der zuständigen Pflegeversicherung einen Anspruch auf Pflegegeld geltend machen. Dieser Anspruch besteht sowohl bei gesetzlichen als auch privaten Pflegeversicherungen, und die Auszahlung von finanziellen Leistungen ist nicht an ein privates Einkommen, eine Rente oder ein Vermögen gekoppelt. Es handelt sich dabei um Versicherungsleistungen, die dann ausgezahlt werden, wenn der Bedarf an täglicher Hilfe die Voraussetzungen für einen sogenannten Pflegegrad erfüllt.

Was versteht man unter Pflegegeld?

Das Pflegegeld ist neben den sogenannten Pflegesachleistungen eine der wichtigsten Komponenten des deutschen Pflegesystems. Es wird verstanden als eine monatliche Geldzahlung, die anerkannt Pflegebedürftige von ihrer gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung erhalten, wenn sie zuhause von Angehörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt werden. Das Elfte Sozialgesetzbuch (SGB XI), in dem die Pflegebedürftigkeit definiert ist, beschreibt es als „Pflegegeld für selbst beschaffte Hilfen“ (§37), mit dem ein Pflegebedürftiger den Aufwand und Einsatz der pflegenden Person abgelten kann.

Die Höhe des Pflegegelds wird nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit berechnet. Seit Anfang 2017 gibt es insgesamt fünf Pflegegrade, die über die Höhe der gezahlten Leistungen entscheiden. Anhand eines Gutachtens, das die Pflegeversicherung über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder eine andere Organisation in Auftrag gibt, kann die Pflegeversicherung festlegen, welcher Pflegegrad einer pflegebedürftigen Person zusteht. Folgende Leistungen können Pflegebedürftige in den einzelnen Pflegegraden beziehen:

  • Pflegegrad 1: kein Pflegegeld
  • Pflegegrad 2: monatlich 316 Euro
  • Pflegegrad 3: monatlich 545 Euro
  • Pflegegrad 4: monatlich 728 Euro
  • Pflegegrad 5: monatlich 901 Euro

Wer bekommt Pflegegeld und wie kann es beantragt werden?

Anspruch auf Pflegegeld kann jeder Versicherungsnehmer geltend machen, der in eine deutsche Pflegeversicherung einzahlt und einen anerkannten Pflegegrad besitzt. Außerdem muss er im eigenen Zuhause, bei Angehörigen oder Bekannten oder in einer Pflege-WG leben und ambulant von Angehörigen oder Bekannten betreut werden. Für die Pflege verantwortlich sind somit nicht-professionelle Pflegepersonen, die die Pflege nicht erwerbsmäßig durchführen. Das Pflegegeld wird jedoch nicht an die Pflegeperson ausgezahlt, sondern an den Pflegebedürftigen selbst.

Um einen Pflegegrad zu erhalten und so das Pflegegeld zu erhalten, muss eine pflegebedürftige Person zunächst einen Antrag bei ihrer Pflegeversicherung stellen, um als pflegebedürftig eingestuft zu werden. Nachdem ein Antrag auf einen Pflegegrad gestellt wurde, kann die Pflegeversicherung ein Gutachten in Auftrag geben, den Pflegebedürftigen begutachten lassen und einen entsprechenden Pflegegrad bewilligen. Auf den Webseiten vieler Pflegekassen stehen Formulare für die Antragstellung zur Verfügung. In der Regel sind die Pflegeversicherungen direkt an die Krankenkasse des Versicherungsnehmers angeschlossen, sodass der Antrag auch direkt bei der Krankenkasse gestellt werden kann, von wo aus er weitergeleitet wird.

Kombinationsleistungen: Anteiliges Pflegegeld

Anstelle eines reinen Pflegegelds können Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad auch sogenannte Kombinationsleistungen in Anspruch nehmen, z. B. wenn pflegende Angehörige nicht immer Zeit haben, die Grundpflege zu übernehmen. Diese setzen sich aus Pflegesachleistungen, die durch einen professionellen Pflegedienst durchgeführt werden, und einer anteiligen Zahlung des Pflegegelds zusammen. Die Pflegeversicherung zahlt in einem solchen Fall zunächst die benötigten Pflegesachleistungen an den zuständigen Pflegedienst aus. Werden die Sachleistungen nicht vollständig ausgeschöpft, kann darüber hinaus noch eine anteilige Zahlung des monatlichen Pflegegelds vorgenommen werden.

2017-12-21T11:42:06+00:00
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