• Geldleistungen & Pflegegrad

Geldleistungen & Pflegegrade

Pflegebedürftige haben Anspruch auf Geldleistungen der Pflegeversicherung. Voraussetzung ist ein attestierter Pflegegrad. Wir informieren über die wichtigsten Punkte.

Unser Team berät Sie gern kostenlos und unverbindlich zum Thema Geldleistungen der Pflegeversicherung oder auch bei allen anderen Fragen der Pflege.

Ein zentraler Baustein der Pflegeleistungen der Pflegeversicherung sind die Geldleistungen, die monatlich bzw. bei Bedarf bis zu einem bestimmten jährlichen Betrag ausgezahlt werden. Jeder Patient, der über einen der fünf Pflegegrade verfügt (bis 2017 drei Pflegestufen), kann diese Leistungen beziehen.

Die wichtigsten Fakten:

  • Voraussetzung für die Leistungen der Pflegeversicherung ist ein attestierter Pflegegrad (früher Pflegestufe).
  • Die Höhe der jeweiligen Geldleistungen richtet sich nach dem Pflegegrad, den die Pflegekasse einem pflegebedürftigen Versicherungsnehmer zuerkannt hat.
  • Im Vergleich zu den bis Ende 2016 gültig gewesenen Pflegestufen sind die Leistungen ab 2017 insgesamt höher und beziehen neben körperlichen Ursachen für die Pflegebedürftigkeit auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen in die Bewilligung von Pflegegraden mit ein.

Voraussetzungen für Geldleistungen

Den Kern der Geldleistungen, die die Pflegeversicherung an einen pflegebedürftigen Versicherungsnehmer mit anerkanntem Pflegegrad (früher Pflegestufe) auszahlt, bildet das sogenannte Pflegegeld. Es wird im Fall einer ambulanten Pflege gezahlt: Der Pflegebedürftige muss zu Hause oder in einer Pflege-WG von Angehörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt und betreut werden, wobei die pflegende Person die Pflege nicht beruflich ausüben darf.

Die Einführung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) hat Änderungen in der Höhe des Pflegegelds zur Folge, die mit dem 2. Pflegestärkungsgesetz (PSG II) zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten sind. Die Pflegestufen wurden von fünf Pflegegraden abgelöst; die Geldleistungen, die pro Monat in Anspruch genommen werden können, wurden erhöht. Die Grundlage für die Bemessung der Geldleistungen bildet der jeweilige Pflegegrad einer pflegebedürftigen Person, den die Pflegeversicherung durch ein Pflegegutachten ermittelt hat.

Pflegegeld seit 2017

Das Elfte Sozialgesetzbuch (SGB XI) regelt, welche Geldleistungen für welchen Pflegegrad vorgesehen sind.

  • Der neu hinzugekommene Pflegegrad 1 enthält noch keine monatlichen Zahlungen, erst ab Pflegegrad 2 erhalten Pflegebedürftige ein monatliches Pflegegeld.
  • Im Pflegegrad 2 zahlt die Pflegeversicherung monatlich 316 Euro an den Pflegebedürftigen.
  • Beim Pflegegrad 3 sind es 545 Euro pro Monat.
  • Für Pflegegrad 4 sind 728 Euro vorgesehen.
  • Der höchste Betrag für den Pflegegrad 5 liegt bei 901 Euro.

Dieses Pflegegeld bildet die Basis der Geldleistungen, die ein pflegebedürftiger Versicherungsnehmer erhält, um z. B. einen pflegenden Angehörigen finanziell zu unterstützen. Weitere Geldleistungen wurden ebenfalls erhöht und können, zumindest teilweise, mit dem Pflegegeld kombiniert werden.

Weitere monatliche Geldleistungen der Pflegeversicherung

Eine Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege kann den Alltag mit einer pflegebedürftigen Person entlasten. Pflegende Angehörige können so zum Beispiel weiter ihrem Beruf nachgehen oder können sich nachts erholen, gleichzeitig sind die betroffenen Patienten gut versorgt.

Auch hier übernimmt die Pflegeversicherung für jeden Pflegegrad eine bestimmte Summe im Monat, die für die Betreuung und Versorgung in der Pflegeeinrichtung eingesetzt werden kann: Die Beträge reichen von 689 Euro bei Pflegegrad 2 bis zu 1.995 Euro bei Pflegegrad 5.

Darüber hinaus sieht die Pflegeversicherung auch monatliche Zahlungen vor, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr zu Hause, sondern in einer vollstationären Einrichtung gepflegt wird.

  • Im Pflegegrad 2 erhalten Pflegebedürftige 770 Euro pro Monat.
  • Beim Pflegegrad 3 werden monatlich 1.262 Euro gezahlt.
  • Für Pflegegrad 4 zahlt die Pflegekasse 1.775 Euro.
  • Im höchsten Pflegegrad 5 sind es 2.005 Euro.

Jährlich beschränkte Geldleistungen

Vor allem in der ambulanten Pflege hat sich mit der Pflegereform vieles zum Positiven verändert. Nicht nur die Pflegebedürftigen selbst, auch deren Angehörige, die die Pflege übernehmen, erhalten finanzielle Unterstützung und Entlastungen. Dazu zählen die Verhinderungs- und die Kurzzeitpflege:

  • Die Verhinderungspflege greift, wenn die Pflegeperson beispielsweise in den Urlaub fährt, beruflich verreisen muss oder selbst erkrankt ist.
  • Für bis zu 28 Tage im Jahr zahlt die Pflegeversicherung maximal 1.612 Euro, die z. B. für einen professionellen Pflegedienst eingesetzt werden können.
  • Unter Kurzzeitpflege versteht man die vorübergehende Unterbringung eines Pflegebedürftigen in einer stationären Einrichtung, wenn beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt ein erhöhter Pflegeaufwand besteht.
  • Die Kurzzeitpflege kann ebenfalls mit maximal 1.612 Euro für bis zu 28 Tage in Anspruch genommen werden.

Ein Angehöriger oder Bekannter, der sich täglich um eine pflegebedürftige Person kümmert und diese betreut, hat deshalb Anspruch auf eine Verhinderungspflege.

Professionelle Unterstützung beim Pflegegrad-Antrag

Es gibt unterschiedliche Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige. Sie alle dienen dazu, das Leben mit einem pflegebedürftigen Familienmitglied zu erleichtern. Voraussetzung ist aber immer ein attestierter Pflegegrad. Viele Pflegegrad-Anträge werden abgelehnt oder die Betroffenen werden in einen zu niedrigen Pflegegrad eingestuft. Nicht immer ist die Zeit bei der Begutachtung ausreichend, fehlende Dokumente oder falsche Einschätzungen führen dazu, dass der Antrag auf Pflegeleistungen nicht korrekt bearbeitet wird.

Mit unserem Expertenteam an Ihrer Seite erhalten Sie den Pflegegrad, der Ihnen zusteht und Ihrer individuellen Situation entspricht. Wir helfen Ihnen bei allen bürokratischen Fragen, bereiten den Pflegegrad-Antrag sorgfältig vor und unterstützen Sie im gesamten Antragsprozess. Auch für den Fall, dass der erste Antrag abgelehnt wurde und Sie den Widerspruch beim Pflegegrad anstreben oder sich die bisherige Pflegesituation seit der letzten Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) verschlechtert hat und Sie deshalb den Pflegegrad erhöhen wollen, helfen wir Ihnen auch gerne in diesen Prozessen.

Unsere erste telefonische Beratung ist kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

2019-06-25T16:07:36+00:00
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