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  • Geldleistungen & Pflegegrad

Mit der Einführung der neuen Pflegegrade ändern sich ab 2017 die Geldleistungen, die die Pflegeversicherung im Fall einer Pflegebedürftigkeit auszahlt. Hier erhalten Sie einen Überblick.

Geldleistungen & Pflegegrade

Wer in Deutschland einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellt und einen Pflegegrad bewilligt bekommt, hat Anspruch auf verschiedene Pflegeleistungen der Pflegeversicherung. Einen zentralen Pfeiler bilden dabei die Geldleistungen, die monatlich bzw. bei Bedarf bis zu einem bestimmten jährlichen Betrag ausgezahlt werden.

Die Höhe der jeweiligen Geldleistungen richtet sich nach dem Pflegegrad, den die Pflegekasse einem pflegebedürftigen Versicherungsnehmer zuerkannt hat – im Vergleich zu den bis Ende 2016 gültig gewesenen Pflegestufen sind die Leistungen ab 2017 insgesamt höher und beziehen neben körperlichen Ursachen für die Pflegebedürftigkeit auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen in die Bewilligung von Pflegegraden mit ein.

Voraussetzungen für Geldleistungen

Den Kern der Geldleistungen, die die Pflegeversicherung an einen pflegebedürftigen Versicherungsnehmer mit anerkanntem Pflegegrad auszahlt, bildet das sogenannte Pflegegeld. Es wird im Fall einer ambulanten Pflege gezahlt: Der Pflegebedürftige muss zuhause oder in einer Pflege-WG von Angehörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt und betreut werden, wobei die pflegende Person die Pflege nicht beruflich ausüben darf.

Die Einführung des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes (PNG) hat Änderungen in der Höhe des Pflegegelds zur Folge, die mit dem 2. Pflegestärkungsgesetz (PSG II) zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten sind. In dessen Rahmen wurden die Pflegestufen von den neuen Pflegegraden abgelöst und die Geldleistungen, die pro Monat in Anspruch genommen werden können, erhöht. Die Grundlage für die Bemessung der Geldleistungen bildet der jeweilige Pflegegrad einer pflegebedürftigen Person, den die Pflegeversicherung durch ein Pflegegutachten ermittelt hat.

Pflegegeld ab 2017

Das Elfte Sozialgesetzbuch (SGB XI) regelt, welche Geldleistungen für welchen Pflegegrad vorgesehen sind. Der neu hinzugekommene Pflegegrad 1 enthält noch keine monatlichen Zahlungen, erst ab Pflegegrad 2 erhalten Pflegebedürftige ein monatliches Pflegegeld: Im Pflegegrad 2 zahlt die Pflegeversicherung monatlich 316 Euro an den Pflegebedürftigen, im Pflegegrad 3 sind es 545 Euro pro Monat. Für Pflegegrad 4 sind 728 Euro vorgesehen, der höchste Betrag für den Pflegegrad 5 liegt bei 901 Euro.

Dieses Pflegegeld bildet die Basis der Geldleistungen, die ein pflegebedürftiger Versicherungsnehmer ausgezahlt bekommt, um z. B. einen pflegenden Angehörigen finanziell zu unterstützen. Weitere Geldleistungen wurden ebenfalls erhöht und können, zumindest teilweise, mit dem Pflegegeld kombiniert werden.

Weitere monatliche Geldleistungen der Pflegeversicherung

Eine Einrichtung der Tages- oder Nachtpflege kann den Alltag mit einer pflegebedürftigen Person entlasten. Auch hier übernimmt die Pflegeversicherung für jeden Pflegegrad eine bestimmte Summe im Monat, die für die Betreuung und Versorgung in der Pflegeeinrichtung eingesetzt werden kann: Die Beträge reichen von 689 Euro bei Pflegegrad 2 bis zu 1.995 Euro bei Pflegegrad 5.

Darüber hinaus sieht die Pflegeversicherung auch monatliche Zahlungen vor, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr zuhause, sondern in einer vollstationären Einrichtung gepflegt wird. Im Pflegegrad 2 erhalten Pflegebedürftige 770 Euro pro Monat, im Pflegegrad 3 monatlich 1.262 Euro. Für Pflegegrad 4 zahlt die Pflegekasse 1.775 Euro, im höchsten Pflegegrad 5 sind es 2.005 Euro.

Jährlich beschränkte Geldleistungen

Vor allem in der ambulanten Pflege hat sich mit der Pflegereform vieles zum Positiven verändert. Nicht nur die Pflegebedürftigen selbst, auch deren Angehörige, die die Pflege übernehmen, erhalten finanzielle Unterstützung und Entlastungen. Ein Angehöriger oder Bekannter, der sich täglich um eine pflegebedürftige Person kümmert und diese betreut, hat deshalb Anspruch auf eine Verhinderungspflege. Diese greift, wenn die Pflegeperson beispielsweise in den Urlaub fährt, beruflich verreisen muss oder selbst erkrankt ist. Für bis zu 28 Tage im Jahr zahlt die Pflegeversicherung maximal 1.612 Euro, die z. B. für einen professionellen Pflegedienst eingesetzt werden können.

Ähnlich sieht es auch die Kurzzeitpflege vor, die ebenfalls mit maximal 1.612 Euro für bis zu 28 Tage in Anspruch genommen werden kann. Unter Kurzzeitpflege versteht man die vorübergehende Unterbringung eines Pflegebedürftigen in einer stationären Einrichtung, wenn beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt ein erhöhter Pflegeaufwand besteht.

2019-01-14T09:49:55+00:00
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